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450 Gäste erleben bei Premiere der Büttendorfer Fanmeile deutsche Auftakt-Niederlage

Gemeinsam gelitten

Hüllhorst (WB). Gut, dass man sich in Büttendorf so gut kennt. In der Gemeinschaft lässt sich auch eine bittere Niederlage besser ertragen. Denn leider war der Premiere der Büttendorfer Fanmeile kein fröhliches Abfeiern einer brillant aufspielenden deutschen Fußballmannschaft vergönnt. Gemeinsame Frustbewältigung war eher angesagt.

Friederike Niemeyer

Entsetzen über den Spielverlauf. Da nützt leider auch das Weltmeistertrikot nichts. Deutschland spielt nicht weltmeisterlich. Die Fans in Büttendorf sind entsetzt. Foto: Andreas Kokemoor

Dass es mit einem glatten Auftaktsieg der deutschen Mannschaft nicht klappen würde, das war auch für Horst Bohlmann eine herbe Enttäuschung. Der Vorsitzende der Lebenshilfe Lübbecke gehörte zu den 450 Besuchern der Premiere auf der Büttendorfer Fanmeile. »Super, dass hier so etwas dirket in der Nachbarschaft ist«, sagte Bohlmann, der sich auch in der Büttendorfer Dorfgemeinschaft engagiert. Die hatte den Schwung aus dem Jubiläumsjahr 2017 mitgenommen und in der Scheune bei Arnings Feld so einiges aufgebaut: Großleinwand, Seitenbildschirme, Biertische, Theken, eine Torwand und, und, und.

Auch Dorfgemeinschaftsvorsitzender Siegbert Wortmann nahm mit seiner Familie an der Premieren-Veranstaltung teil.

Vergnügen auch für Kinder

Vor der Scheune vergnügten sich Kinder in der Hüpfburg, Eltern plauderten bei einer Portion Pommes. Dorffest-Stimmung zwischen wogenden Gersten-Feldern in Büttendorf. Doch gegen 17 Uhr wurde es ruhiger vor der Scheunentür, einige versorgten sich noch rasch mit kühlen Getränken und dann sammelten sich alle innen vor der Großleinwand.

Ortsvorsteherin Dietlind Scheding und Marco Knefelkamp von der Dorfgemeinschaft begrüßten die Gäste kurz vor dem Anpfiff der Partie und wünschten einen tollen Abend. Als Dietlind Scheding auf ihren Ruf »Wo sind die Fans aus Hüllhorst?« nur einen relativ bescheidenen Antwort-Jubel erhielt, hofft sie noch auf mehr Stimmung durch den Spielverlauf.

Entsetzen beim Gegentor

Doch leider sorgte die Leistung des deutschen Teams für mehr Aufjaulen als Aufjubeln. Fernsehkommentator Oliver Schmidt befürchtete womöglich schon Schlimmeres, als er von »Schwerstarbeit für die deutschen Innenverteidiger« berichtete. Oder auch: »Der Weltmeister wackelt sich ins Turnier.« Viele Köpfe senkten sich. Vor allem natürlich beim entscheiden Treffer der Mexikaner war das Entsetzen der Hüllhorster Fans riesig. Gut, dass dann bald Pause war und Torwandschießen und Würstchenbude für Ablenkung sorgten.

Tolle Mithilfe

»Michael, was darf ich Dir geben?« Ortsvorsteherin Dietlind Scheding packte hinter der Theke beim Getränkeausschank mit an. »Bombastisch« lautete ihr Fazit. Natürlich nicht zum Spiel, sondern zu der Aktion. Durch das vorige Jahr mit der Jubiläumsveranstaltung hätte sich ein ganz tolles Wir-Gefühl entwickelt, dass sich auch ganz praktisch zeige, berichtete Scheding. »Heute Morgen standen gleich 20 Leute unaufgefordert vor der Scheune, um mit anzupacken.« Denn schließlich hatte es am Samstag bereits das beliebte Büttendorfer Boßel-Event gegeben, einmal mehr mit toller Beteiligung (Bericht folgt), und da musste noch einiges gerichtet werden, bevor es mit dem Public Viewing losgehen konnte.

Dietlind Scheding bedankte sich auch beim Deko-Team, das seit Dienstag in den spröden Charme der Scheune aufgemöbelt hatte, und bei den Sponsoren. »Voriges Mal hat es in Tengern ein Public Viewing gegeben. Die Unterstützer von dort haben sich jetzt bei uns engagiert«, erzählt sie.

Nächste Chance am Samstag

Nach dem Abpfiff war dann in Büttendorf rascher Aufbruch. Das Spielergebnis lud einfach nicht zum fröhlichen Fachsimpeln an der Biertheke ein. Doch beim nächsten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft am Samstag (20 Uhr) ist die Gelegenheit, noch ausgiebiger zu feiern. Diesmal mit Kickerturnier vorweg am Nachmittag, 15 Uhr.

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