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Neuer Ausschuss für Bevölkerungsschutz und Rettungswesen: Feuerwehrstandort Hüllhorst-Ost ist Thema

Hüllhorster Verwaltung favorisiert Neubau

Hüllhorst

In seiner ersten Sitzung befasst sich der neue Ausschuss für Bevölkerungsschutz und Rettungswesen am Donnerstag, 25. Februar, mit einem gemeinsamen Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Schnathorst, Tengern und Bröderhausen.

Kathrin Kröger

Ein Um- und Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Schnathorst am Hankamp wird von der Verwaltung nicht favorisiert. Sie hält einen Neubau für die Löschgruppen Schnathorst, Tengern und Bröderhausen an der Tengerner Straße für sinnvoller. Foto: Anette Hülsmeier

Neben der Zukunft der Grundschulen ist es das wohl am zweithäufigsten diskutierte Thema in Hüllhorst: die Zentralisierung der Feuerwehrstandorte. Während in der Schulfrage noch überhaupt nicht klar ist, ob und falls ja, welcher Gestalt eine Reduzierung von Standorten sein wird, ist man in puncto Feuerwehr schon etwas weiter. Für die Löschgruppen Hüllhorst und Holsen hat die Gemeinde ein Grundstück gekauft – im Bereich Rotsiek im Gewerbegebiet Hüllhorst.

Was die Grundstückssuche für ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Schnathorst, Tengern und Bröderhausen anbelangt, muss eine politische Entscheidung über Neu- oder Umbau getroffen werden. In der ersten Sitzung des neuen Ausschusses für Bevölkerungsschutz und Rettungswesen am Donnerstag, 25. Februar, steht das Thema „Feuerwehrstandort Hüllhorst-Ost“ auf der Tagesordnung. Beginn der Sitzung ist um 17.30 Uhr in der Ilex-Halle.

Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, einen Neubau zu errichten und somit nicht das bestehende Feuerwehrgerätehaus in Schnathorst umzubauen. Über die konkrete Ausgestaltung und die am Standort vorzuhaltenden Einsatzmittel sei im Rahmen der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans zu beraten, heißt es in den Vorlagen zur Sitzung. Die Beschlussempfehlung: Die Verwaltung wird beauftragt, den Erwerb eines für den Bau des Feuerwehrhauses geeigneten Grundstückes vorzubereiten.

Gespräche mit Eigentümern geführt

Zum Hintergrund: Bereits im März vergangenen Jahres wurde die Verwaltung durch den Beschluss des Rates damit beauftragt, „eine geeignete Fläche für den Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Löschgruppen Bröderhausen, Schnathorst und Tengern zu ermitteln – im Bereich der Ortsgrenzen zwischen Schnathorst und Tengern“. Alternativ sollten Möglichkeiten zur Erweiterung des Feuerwehrhauses Schnathorst „zur Mitunterbringung der Löschgruppen Bröderhausen und Tengern geprüft werden“.

Die Gemeinde teilt aktuell zum Tagesordnungspunkt mit, dass der Fachbereich Verwaltung Gespräche mit den Eigentümern der für eine Bebauung in Frage kommenden Grundstücke, also entlang der Tengerner Straße, geführt habe. „Letztlich war nur ein Eigentümer grundsätzlich bereit, sein Grundstück zur Bebauung mit einem Feuerwehrhaus an die Gemeinde Hüllhorst zu verkaufen“, so die Verwaltung.

Parallel dazu wurde Thomas Wienecke von der Firma WF Ingenieurgesellschaft beauftragt, eine gewichtete Entscheidungsmatrix zum Feuerwehrstandort Hüllhorst Ost zu erstellen. Als mögliche Optionen wurden ein Anbau an das vorhandene Feuerwehrhaus in Schnathorst sowie ein Neubau des Standortes Ost betrachtet. Anhand von 19 Kriterien wurde eine Abwägung zwischen beiden Alternativen getroffen.

Mitgliederschwund wahrscheinlich

Als neutral, also weder positiv noch negativ, wird bewertet, dass ein Mitgliederschwund bei den Löschgruppen Bröderhausen und Tengern – bei beiden Lösungen – wahrscheinlich sei. In Bröderhausen debattierte man das Thema von Anbeginn besonders brisant, da der Standort Ost von der dortigen Löschgruppe nie gewollt war, wie Ortsvorsteher Thomas Sieker noch im Dezember betonte. Die Kameraden hatten zuvor, im März 2020, nochmals öffentlich erklärt, dass sie bei einer Zusammenlegung der Gerätehäuser geschlossen aus der Freiwilligen Feuerwehr austreten würden. Erstmals war diese heftige Kritik der Löschgruppe Bröderhausen im Februar 2019 offenkundig geworden.

Erkennbar sei, so die Gemeinde bezüglich der Entscheidungsmatrix, dass beide Alternativen nicht sehr weit auseinander lägen (52 Prozent für einen Umbau zu 48 Prozent für einen Neubau). Durch einen Neubau könne der neueste technische Standard für die drei Löschgruppen umgesetzt werden und eine längere Bauphase am Bestandsgebäude mit Einschränkungen des Dienstbetriebs würde entfallen. Außerdem bliebe bei einem Anbau die schwierige Zufahrtssituation im Bereich der Einmündung Bredenhop/Hankamp bestehen.

Nach Auffassung des Gutachters gibt die Frage, ob sich eine sinnvolle Nachnutzung für das bisherige Feuerwehrhaus Schnathorst findet, den Ausschlag. Wenn auch keine weitere Eigennutzung ersichtlich sei, geht die Verwaltung davon aus, dass der im Gewerbegebiet Schnathorst liegende Standort Interessenten für eine weitere Nutzung finden werde. „Durch diese Annahme erhält der Neubau eines Feuerwehrhauses an der Tengerner Straße die höchste Prozentzahl“, teilt die Verwaltung mit.

Kosten errechnet

Für beide Alternativen wurden überschlägliche Kosten errechnet, so die Gemeinde weiter. Danach würde ein Neubau, ausgehend von einer Gebäudefläche von 1150 Quadratmetern Kosten von etwa 2,94 Millionen Euro verursachen, zuzüglich etwa 360.000 Euro Grundstückskosten. Hinzu kämen noch Kosten für die Ausstattung des Gebäudes in Höhe von etwa 100.000 Euro. Da es sich bei der vorgesehenen Fläche um eine landwirtschaftliche Nutzfläche handele, seien für die Änderung des Flächennutzungsplans inklusive Konzeptionsplanung Kosten in Höhe von etwa 40.000 Euro einzuplanen.

Für den Um-und Anbau des Bestandsgebäudes auf einer Gebäudefläche von 1150 Quadratmetern werden Kosten von etwa 1,96 Millionen Euro genannt. Der Anteil der Erweiterungsfläche an der ohnehin im Eigentum der Gemeinde Hüllhorst stehenden Fläche, angrenzend an das Feuerwehrhaus Schnathorst, sei mit einem Wert von etwa 24.000 Euro zu beziffern. Es entstünden anteilige Planungskosten in Höhe von etwa 2000 Euro, da der Bereich derzeit ohnehin überplant werde. Auch hier entstehen nach Angaben der Gemeinde für die Ausstattung des Gebäudes noch zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 20.000 Euro.

Die Erfahrungen aus anderen Ausschreibungen hätten gezeigt, dass aufgrund der aktuellen Lage im Baugewerbe mit deutlichen Preissteigerungen gegenüber den Indexwerten zu rechnen sei. „Hier ist im Neubaubereich von Mehrkosten von etwa zehn Prozent und im Umbaubereich von Abweichungen zwischen plus 30 Prozent und minus 30 Prozent gegenüber den BKI–Werten auszugehen.“ Für ein Gebäude dieser Größenordnung fielen jährlich etwa 14.000 Euro für die laufende Unterhaltung, Ver- und Entsorgung, Heizung sowie Reinigung an. Weitere jährliche Kosten seien für die Nutzungsdauer des Gebäudes (60 Jahre) Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen für das eingesetzte Kapital.

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