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Eltern und Jugendliche informieren sich über Perspektiven betrieblicher Ausbildung

Karriere mit Lehre

Hüllhorst (WB). Welche beruflichen Perspektiven haben Schülerinnen und Schüler heutzutage, wenn sie sich für eine betriebliche Ausbildung entscheiden? Diese Frage war Gegenstand der jüngsten Elternveranstaltung bei der Firma Aubi-plus in Hüllhorst. Etwa 60 Eltern, Jugendliche und Interessierte nahmen teil. ­ ­ ­ ­

Ina Wellmann von Aubi-plus (von links) moderiert die Podiumsdiskussion mit David Oleff, Lutz Missbach (beide JET Germany), Andreas Brink, Burkhard Thiele (beide Westfalen Weser Energie), Thomas Heimann und Peter Lammers (beide Wago Kontakttechnik). Foto:

„Was ist eigentlich das Beste für mein Kind?“ war die Frage, mit der Ina Wellmann von Aubi-plus die Veranstaltung eröffnete. „In dem Entscheidungsprozess, wie es nach der Schule weitergehen soll, spielen wir Eltern eine ganz wichtige Rolle. Wir sind Begleiter und Berater unserer Söhne und Töchter“, so Wellmann weiter. Die Möglichkeiten, die sich Jugendlichen gerade mit einem höheren Schulabschluss eröffneten, seien heutzutage riesengroß. Wofür soll man sich also entscheiden?

Dr. Lydia Malin vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln ist Expertin für Ausbildungs- und Arbeitsmarktanalysen. In ihrem Vortrag „Trotz Abi in die Lehre?“ nahm sie den Arbeitsmarkt im Arbeitsagenturbezirk Herford unter die Lupe. Ihre Beobachtung: Rund 85 Prozent der gemeldeten freien Stellen richteten sich an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, nur 6,5 Prozent an Experten mit einem abgeschlossenen Studium. Hinsichtlich der beruflichen Perspektiven spricht noch eine andere Zahl für die betriebliche Ausbildung: drei von vier Auszubildenden werden nach der Ausbildung von ihrem Betrieb unternommen. ­„Bachelor und Master werden von vielen Menschen als eine Einheit angesehen“, so Dr. Malin in ihrem Vortrag, „Ausbildung und Fortbildung nicht.“ Dabei habe man mit einer Aufstiegsfortbildung genauso gute Chancen auf eine spätere Fachgebietsleitung, Projektleitung oder Führungsposition.

„Genau die richtige Grundlage“

Dass nach der Ausbildung noch lange nicht Schluss sein muss, weiß auch Andreas Brink von Westfalen Weser Energie. Nach seinem Abitur hat sich der junge Mann für eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik entschieden und sich danach zum Geprüften Netzmonteur Gas/Wasser fortgebildet. Derzeit ist er in der Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Netzmeister Strom. „Ich habe mich schon immer für technische Dinge interessiert“, sagt Brink. „Die Ausbildung war für meine Fachlaufbahn genau die richtige Grundlage.“

Auch David Oleff von Firma Jet Germany hat einen Plan für seine berufliche Zukunft. Nach einem abgebrochenen Maschinenbau-Studium absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Industriekaufmann. „Danach mache ich meinen Technischen Betriebswirt“, sagt Oleff. „So kann ich meine technischen und kaufmännischen Kenntnisse ideal einsetzen.“ Begleitet wird er dabei von seinem Ausbilder. „Hier wird kontinuierlich auf meine Leistungen geschaut und bei Bedarf werde ich unterstützt“, so Oleff. „Im Studium war ich auf mich allein gestellt; niemand hat sich für meine Noten interessiert. Außerdem hat mir der praktische Bezug gefehlt. Für mich war es die richtige Entscheidung, auszusteigen und einen anderen Weg einzuschlagen.“

Die Unternehmen tun Einiges, um ihre Azubis zu fordern und zu fördern und als Ausbildungsbetrieb attraktiv zu sein. Bei Jet Germany und Wago Kontakttechnik haben die Azubis die Möglichkeit zu einem Auslandsaufenthalt. „Wir haben kein Auslandsgeschäft“, sagt Burkhard Thiele von Westfalen Weser Energie. „Wir bieten stattdessen an, an einem anderen Standort in der Westfalen-Weser-Energie-Gruppe eingesetzt zu werden. Als günstige Unterkunft gibt es Azubi-WGs.“

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