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Hüllhorster Grüne hängen Warnschilder auf

Kröten auf Wanderschaft

Hüllhorst

Bei frühlingshaftem Sonnenschein und zweistelligen Temperaturen lässt es sich gut aushalten. Dass wissen auch die Kröten.

wn

Wanderschaft der verliebten Amphibien: Um die Autofahrer auf die Krötenwanderung aufmerksam zu machen, haben die Mitglieder des Hüllhorster Ortsverbands von Bündnis90/Die Grünen in diesem Corona-Jahr in kleinen Teams die Warnschilder aufgehängt. Anja Schmidt wurde dabei von ihrem Enkel Fabian unterstützt. Foto:

Die begeben sich nun wieder auf Wanderschaft zu ihren Laichgebieten. Die bedrohten Amphibien brauchen in den nächsten Wochen die Rücksicht der Autofahrer. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Hüllhorst hat die Warnschilder jetzt in den Wandergebieten aufgehängt. Dort gilt in nächster Zeit: Vorsichtig fahren oder einen anderen Weg wählen.

Aufgrund der milderen Temperaturen begeben sich die Kröten wieder auf Wanderschaft. Foto: Philipp Schroeder

Wenn es draußen wieder frostfrei und milder wird, gehen Frösche und Kröten auf Wanderschaft, um sich fortzupflanzen. Frostfreie Nächte und Temperaturen über 5 Grad geben den Start zur Wanderung. Zweimal im Jahr begeben sich in Deutschland heimische Frösche und Kröten auf Wanderschaft. Nachdem sie den Winter meist in frostfreien Verstecken überdauert haben, zieht es sie im Frühjahr zum Wasser. Die Hauptwanderzeit der Amphibien ist in Deutschland von Mitte Februar bis Anfang Mai.

Obwohl noch die letzten Schneereste wegtauen, sorgt die Frühlingswärmefür Aktivität bei den Erdkröten, Molchen und Grasfröschen. Wie jedes Jahr wandern sie zu dem Gewässer zurück, in dem sie geschlüpft sind. Manches Krötenweibchen hat für das anstehende Schäferstündchen schon das passende Männchen im Huckepack. Damit die Liebesreise nicht unter dem Autoreifen endet, ist jetzt besondere Vorsicht angesagt. Gerade im Nachtigallental ist zur Zeit der Krötenwanderung viel Betrieb in den dortigen Seen, Teichen und Pfützen.

Die noch relativ häufige Erdkröte dominiert die sogenannten Krötenwanderungen. Sie legt dabei oft weite Strecken von mehreren hundert Metern und in Einzelfällen sogar bis zu drei Kilometern zurück. Der Europäische Laubfrosch hingegen ist in Deutschland selten geworden. Vor allem in westlichen Bundesländern sind seine einstigen Lebensräume durch Straßen, einseitige Kulturlandschaften und Trockenlegung von Kleingewässern nahezu völlig verschwunden. Dort, wo der grüne Klettermeister noch vorkommt, kann auch er im Frühjahr auf Straßen und Wegen unterwegs sein.

Die gemeinschaftliche Aktion des Schilder-Aufhängens der Grünen ist diesmal kleiner ausgefallen. „Wir haben Teams gebildet und sind zu zweit unterwegs gewesen, um die Schilder aufzuhängen“, erklärt Organisatorin Jutta Klare-Steinbrink. Es ist ein kleiner Beitrag zum Artenschutz, denn der Bestand der Tiere ist vielerorts gefährdet. Die Standorte der Schilder wurden wieder in Absprache mit der Biologischen Station Minden-Lübbecke getroffen.

Mancherorts hat bereits der Nachwuchs mitgeholfen, die Schilder herumzubringen. „Mein Enkel Fabian fand es spannend, bei unserem kleinen Spaziergang die Warnschilder aufzuhängen“, freut sich Anja Schmidt über die Hilfe des jungen Naturschützers. Nun gilt es zu hoffen, dass die Schilder bei den Autofahrern Beachtung finden.

Wer die Geschwindigkeit beim Autofahren nachts zwischen 19 und 7 Uhr anpasst, kann die Amphibien auf der Straße frühzeitig erkennen und bestenfalls umfahren. Auf folgenden Straßen ist auf wandernde Amphibien besonders zu achten:

Gartenwegab Ecke Auf dem Esch bis Mühlenweg

Sonnenwegab namenloser Straße bei Firma Rullmann bis Nachtigallental

Nachtigallentalvon Alte Straße bis Lusmühlenstraße

Mühlenbruchwegin Tengern

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