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125 Jahre: Posaunenchor Schnathorst feiert in diesem Jahr Jubiläum

Mit 300 Mark fing alles an

Hüllhorst (WB). Es war einmal vor langer Zeit, als ein Pädagoge in Schnathorst einen »Blaschor« gründete. Aus dem Jahr 1894 sind diese Zeilen überliefert: »Lehrer Beisemann übte jeden Abend eine Stunde mit den Bläsern in seinem Zimmer. Am Sonntag zeigte sich der Chor erstmalig der Öffentlichkeit unter dem fröhlichen Schall der Posaunen zur großen Freude der Gemeinde.«

Kai Wessel

Nicht wegzudenken: Chorleiterin Ulrike Niermann und ihr Schnathorster Ensemble sind fester Bestandteil der Kirchengemeinde. Foto: Kai Wessel

Würde Lehrer Beisemann heute noch leben, so hätte er wohl seine helle Freude daran, dass sein »Blaschor« auch 125 Jahre später noch die Gemeinde erfreut. Am Sonntag begleitete das Schnathorster Ensemble mit dem Posaunenchor Tengern den Gottesdienst. Zu hören waren Lieder wie »Vertraut den neuen Wegen«, »Die güldne Sonne« oder auch »Trumpet Voluntary«.

Der Schnathorster Posaunenchor besteht aktuell aus 23 Erwachsenen und fünf Jungbläsern. Jost Kracht (Waldhorn) und Caroline Meier (Tenorhorn) gehören mit jeweils 14 Jahren zu den jüngsten Mitgliedern. Geleitet wird der Chor von Ulrike Niermann. Und da schwingt ein wenig Familientradition mit. Schon ihr Onkel Martin Niermann (81) war einst Chorleiter. Zu den Glanzlichtern des Posaunenchores gehören Klassiker wie »Highland Cathedral« oder »Der Herr ist gut«, sagt Ulrike Niermann. Die Palette der Instrumente reicht von der Zugposaune über Euphonium und Tuba bis zu Horn und Trompete.

Konzert am 26. Mai

Für die Erstausstattung der Schützlinge von Lehrer Beisemann waren Spenden und ein »Altarumgang« nötig, der 300 Mark einbrachte. Das reichte damals immerhin für ein Bombardon, zwei Zugposaunen, drei Tenor- und sechs Flügelhörner sowie eine Flügeltrompete.

Pfarrer Bernhard Laabs betont, wie eng der Posaunenchor in all den Jahren mit der Kirchengemeinde verbunden ist. »Wenn jemand in Schnathorst seinen 80. Geburtstag feiert, dann ist der Posaunenchor dabei.« Wer 85 Jahre alt oder älter wird, darf sich in jedem Jahr auf ein Ständchen des Posaunenchores freuen. Auf Wunsch würde der Chor zudem auf Beerdigungen spielen, sagt Pfarrer Laabs.

Michael Lücking, Vorsitzender des CVJM Schnathorst-Tengern, dankte dem Chor in seinem Grußwort für jahrelanges Engagement, nicht zuletzt im Bereich der Nachwuchsarbeit. Am Sonntag, 26. Mai, gibt der Posaunenchor um 17 Uhr sein Jubiläumskonzert in der Schnathorster Kirche. Der Eintritt wird frei sein, nur Spenden sind – und das gilt damals wie heute – durchaus erwünscht.

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