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Boule-Truppe trifft sich am Dorfgemeinschaftshaus Schnathorst

Nur mit den eigenen Kugeln

Hüllhorst-Schnathorst (ko/WB). Für die Boulefreunde Schnathorst gilt: Boule ist „mit Abstand“ das schönste Spiel. Und das gilt für sie seit diesem Jahr aus doppelten Grund. Seit einigen Jahren treffen sich auf dem Bouleplatz am Dorfgemeinschaftshaus bis zu zehn Freunde des beliebten Kugelsports. Die Gruppe versteht sich als reine Hobby-Truppe. „Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich“, sagt Günter Hus, Sprecher der Gruppe. Jeden Mittwoch ab 16 bis etwa 19 Uhr ist Übungstag. Interessierte werden angeleitet.

Auf dem Bouleplatz am Dorfgemeinschaftshaus in Schnathorst treffen sich die Hobby-Spieler – natürlich auf Abstand und mit Mund-Nasen-Schutz. Jeder Spieler wirft nur seine eigenen Kugeln und misst mit einem eigenem Maßband. Foto: Andreas Kokemoor

Die Winterpause und nicht zuletzt die Kontaktverbote aufgrund der Corona-Pandemie haben für eine Zwangspause gesorgt. Lockerungen von Seiten der Politik machen aber auch für die Freizeitsportler wieder vieles möglich. „Wir halten die Distanzregelungen ein und reduzieren die Körperkontakte auf ein Minimum“, sagt Günter Hus. Der Boulesport mache es möglich. „Jeder wirft nur seine eigene Kugeln und berührt nicht die Kugeln des Mit- und Gegenspielers.“ Sogar das Messen des Abstandes erfolge mit einem eigenen Maßband. „Außerdem tragen wir auch beim Sport einen Mund-Nasen-Schutz.“

Wie in Frankreich

Auf den obligatorischen Händedruck sowie das Abklatschen und andere Körperkontakte wird grundsätzlich verzichtet. Mit Abstand setzen sich die Boulefreunde in den Pausen auch an den Tisch, essen Käse und trinken Traubensaft, manchmal auch ein Glas Wein – ganz genau so wie es die Franzosen im Mutterland des Boulesports machen. Die Gemeinschaft steht bei den Boulefreunden im Vordergrund. Gerne würden sie auch weitere Mitglieder, vor allem Jüngere begrüßen. Hus erklärt, dass die Boulefreunde früher auch Turniere auf dem großen Aschenplatz veranstaltet hätten. Dafür sei ihnen aber der organisatorische Aufwand zu groß geworden. Leistungsorientierte Spieler würden sie im Moment deshalb zum Beispiel an die Boulefreunde in Gestringen verweisen.

Auf dem Weg zurück in ein vielfältiges Sporttreiben in Deutschland hat der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport in Deutschland unter den Vorzeichen der weltweiten Corona-Pandemie und den bundesweiten Kontaktbeschränkungen die Grundlagen für die ersten Schritte vorgelegt. Auf dieser Basis starten die 90.000 Vereine in Deutschland in diesen Tagen endlich wieder mit Bewegungs- und Sportangeboten. Derweil schreibt der offizielle Boule-Verband (Deutscher Pétanque-Verband, DPV) auf seiner Internetseite: „Nie war es einfacher, einen Beitrag zum Wohle der Gemeinschaft zu leisten – in Zeiten von Corona macht man einfach: nichts.“ Jedenfalls nichts im Rahmen größerer Ansammlungen von Menschen. Das Präsidium des DPV hat beschlossen, sämtliche Aktivitäten im organisierten Wettkampfsport in Deutschland bis auf Weiteres abzusagen.

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