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Mobile Saftpresse macht Station in Hüllhorst – großes Interesse an Obstverwertung

Nur mit natürlicher Süße

Hüllhorst (WB). Aus eigenem Obst Saft pressen lassen und dabei zuschauen. Jörg Saft aus Bad Holzhausen und Katrin Schulz haben den Aktionstag des Heimatvereins Hüllhorst als Erlebnis wahrgenommen. Sie standen am Sonntagmittag gern neben der mobilen Saftpresse von Hartmut und Angelika Knost aus Stemwede-Niedermehnen. Diese hatten ihre imposante Saftfabrik auf Rädern direkt auf dem Dorfplatz aufgebaut.

Andreas Kokemoor

Eine Aktion, die sehr gut ankam: Angelika und Hartmut Knost aus Niedermehnen mit Kartons voller frisch gepresstem Obstsaft stehen vor ihrem Saftwerk. Foto: Andreas Kokemoor

Das „Saftwerk“ war jetzt zum zweiten Mal in Hüllhorst. Vom frühen Vormittag an bis in den Abend hinein pressten die beiden 1400 Kilogramm Äpfel zu frischem naturtrüben Apfelsaft, nur mit natürlicher Süße. Vor einem Jahr feierte der Heimatverein in Hüllhorst mit einem rundum gelungenen Apfelfest eine knackige Premiere. Dieses sollte in diesem Jahr eigentlich wiederholt werden. Coronabedingt wurden die Feierlichkeiten jedoch abgesagt.

Günter Heidenreich, Vorsitzender der Heimatvereins, Regina und Joachim Picker sowie Marlies und Jürgen Kreimeier hatten die Lohnmosterei trotzdem eingeladen und die Obstbaumbesitzer im Ort kontaktiert. Die Initiatoren wussten, dass es in der Region viele Apfel-, Birnen- und Quittenbaumbesitzer gibt. „Viele wissen gar nicht wohin mit dem vielen Obst, das vom Baum auf den Boden fällt und ohne schnell verzehrt zu werden nach wenigen Tagen und Wochen verfault.“ Viele hätten am Samstag noch Heidenreich und seine Mitstreiter angerufen, um einen der begehrten Plätze in der Warteschlange zu erhalten.

Erst gewaschen, dann gehäckselt

Seiner Meinung nach gebe es in diesem Jahr mehr Äpfel und Birnen. Mehr als 20 Teilnehmer hatten Äpfel und Birnen in Mengen von 50 bis 300 Kilogramm aufgesammelt oder gepflückt und das Obst zum Hüllhorster Dorfplatz gebracht. Jeder hatte eine bestimmte Uhrzeit mitgeteilt bekommen, um nicht lange warten zu müssen und somit auch die Regeln der Corona-Kontakt-Beschränkungen einzuhalten. „Wir mussten am Ende leider sogar einigen Interessierten absagen“, bedauerte Heidenreich.

Jeder bringe seine eigenen Äpfel, meist sogar verschiedene Sorten gemischt, mit. „Dazu ein paar Birnen, die für etwas mehr Süße sorgen, und der Hobbygärtner hat seinen eigenen Saft“, so Joachim Picker. Für so manchen klang das Rattern der Bandpresse wie Musik. Die Obstbaumliebhaber kippten ihre Früchte aus großen Körben und Säcken zunächst in eine Wasserbad-Wanne, wo die Äpfel und Birnen gewaschen wurden. Anschließend wurden sie gehäckselt.

Mit Hilfe einer Wandpresse wurde aus den kleinen Apfelstücken Liter für Liter Apfelsaft gewonnen, der in großen Kesseln bei einer Temperatur von 78 Grad Celsius pasteurisiert und somit haltbar gemacht wurde. Dieser wurde sofort in Beutel mit jeweils drei oder fünf Litern samt Zapfhahn abgefüllt und in Kartons verpackt.

Purer Quittensaft

Nichts gegen Plantagenobst, aber beim eigenen Obst wisse er, dass es ungespritzt sei, sagt Besucher Jörg Saft. Ihm tat es am Ende sogar leid, dass die Würmer und Insekten in diesem Jahr etwas weniger Fallobst in seinem Garten zum Verzehr hatten.

Bis nach 18 Uhr hatten die Knosts alle Hände voll zu tun. Für den Heimatvereinsvorsitzenden Heidenreich folgte das i-Tüpfelchen zum Schluss. „Dann haben wir puren Quittensaft gepresst.“ Der habe ein intensives Aroma und hätte beim Mischen eventuell den Geschmack des Apfelsaftes beeinträchtigt. Einige von jenen, die am Sonntag nicht dabei waren, wollen nun einen Termin mit dem Saftwerk in Niedermehnen vor Ort vereinbaren, wo die Saftpresse noch einige Tage laufen wird.

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