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Gespräch mit Ratsmitgliedern: Dorfgemeinschaft fürchtet um Zukunft des Dorfes

Oberbauerschaft hält an Schule fest

Hüllhorst-Oberbauerschaft (WB). Die Dorfgemeinschaft (DG) Oberbauerschaft lehnt einen zentralen Grundschulneubau ab. Das ist bei einem Gedankenaustausch im Gemeindehaus deutlich geworden, zu dem der Vorstand und Beirat der Dorfgemeinschaft die Oberbauerschafter Ratsvertreter eingeladen hatte.

Ob es einen zentralen Grundschulstandort in der Gemeinde Hüllhorst geben wird, steht noch nicht fest. Das würde eine Schließung der Grundschule in Oberbauerschaft bedeuten. Dagegen spricht sich die Dorfgemeinschaft aus. Foto: Andreas Kokemoor

Neben Ortsvorsteher Willi Oevermann, CDU-Fraktionsvorsitzendem Michael Kasche, Bernd Kirchhoff (CDU), SPD-Fraktionsvorsitzendem Frank Picker sowie Friedhelm Wölker (SPD) nahmen mehr als 20 Vertreter aus fast allen Vereinen teil.

„Katastrophal für die Zukunftsenwicklung“

In einer „sehr sachlichen Diskussion“, wie DG-Vorsitzender Günter Obermeier betont, die von Pfarrerin Kristina Laabs geleitet wurde, kamen besonders die Bedenken der Oberbauerschafter Vereinsvertreter zum Grundschulkonzept auf den Tisch, das vor einem Monat der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Aussagen waren unter anderem „Einem 3000-Einwohner-Dorf mit einer relativ jungen Bevölkerung die Grundschule zu entziehen, wäre für die Zukunftsentwicklung des Dorfes katastrophal“ oder „Erst das Dorfgemeinschaftshaus, dann die Grundschule und irgendwann der Kindergarten, welche junge Familie soll sich dann noch für Oberbauerschaft entscheiden?“ bekamen die Politiker zu hören. Carsten Vogt, selbst junger Vater, meinte, dass Grundschüler nach dem Kindergarten auch Kontinuität und Ruhe bräuchten. Dass eine sechszügige Grundschule dafür der richtige Ort sei, bezweifelte er.

Picker und Kasche betonten, dass politisch zum Grundschulkonzept noch keine Entscheidung gefallen sei und man ganz am Anfang der Diskussion sei. Viele Details der vier vorgeschlagenen Varianten müssten noch ausgearbeitet werden, so dass eine Entscheidung im März 2020 als unrealistisch angesehen werde. Vermisst wurde von den Teilnehmern eine Aussage zu den jeweiligen langfristigen Kosten, die aus Sicht der Steuerzahler ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung sein müsste, so Obermeier.

Bürgerentscheid ins Gespräch gebracht

Frank Picker brachte die Möglichkeit eines Bürgerentscheids ins Gespräch ein, bei dem die Bevölkerung über dieses Thema abstimmen könne. Als Gegenargument erklärte Günter Obermeier, dass Politiker dafür gewählt seien, sich intensiv mit jeder Problematik auseinanderzusetzen, alle Interessen abzuwägen und zu gewichten. Als Negativbeispiel führte er den damaligen Bürgerentscheid zum Freibadstandort in Lübbecke an. „Wir werden die Sache weiter genau im Auge behalten und uns gegebenenfalls dazu äußern“, gab Obermeier den Politikern mit auf den Weg.

Ein weiteres Thema war die Nutzung des Gemeindehauses durch örtliche Vereine. Nachdem das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) kurzfristig vor Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, seien damals sehr viele Vereine von dort ins Gemeindehaus ausgewichen und geblieben, unter anderem auch, weil die Ausstattung des DGHs nicht den heutigen Anforderungen entspreche. „Wir lieben unser Gemeindehaus, weil es in einem guten Zustand ist, eine gute Raumaufteilung hat, zentral im Dorf liegt und bei der Ausstattung nichts zu wünschen übrig lässt“, sagte Obermeier.

„Keine geeigneten Räume mehr für aktive Vereine“

Mittlerweile nutzten neben allen kirchlichen Gruppen die Blockflötengruppe des Heimatvereins, die Landfrauen, der Sozialverband, der Geflügelverein und die DG diese Einrichtung. Da im Gemeindehaus auch Trauerfeiern stattfinden, gebe es immer wieder Kapazitätsprobleme. Der angedachte Verkauf des DGHs in Niedringhausen mache die Sache noch problematischer. Obermeier: „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde den aktiven Oberbauerschafter Vereinen keine geeigneten Räume zur Verfügung stellt. Wenn diese dann ins Gemeindehaus ausweichen, sollte es selbstverständlich sein, dass die Kirchengemeinde dafür eine Aufwandsentschädigung von der politischen Gemeinde erhält.“

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