1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Huellhorst
  6. >
  7. Platzgestaltung hat Vorrang

  8. >

Gemeindeentwicklungsausschuss: weitere Planungen für Bauprojekt „Hüllhorst-Mitte“

Platzgestaltung hat Vorrang

Hüllhorst (WB). Die 29. Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses hat mit einem Ortstermin am alten Pfarrhaus im Ortskern von Hüllhorst begonnen. Hier wurde das Konzept für den neuen Dorfplatz vorgestellt. Die öffentliche Sitzung wurde im Anschluss in der Ilex-Halle fortgesetzt.

Eva Rahe

Askan Lauterbach vom Planungsbüro erläutert bei der Begehung des Dorfplatz-Geländes die aktuellen baulichen Planungsschritte. Foto: Rahe

Erwin Heemeier eröffnete die Sitzung am Treffpunkt im Freien. Grund war die Besichtigung des Areals an der Alten Straße 9, auf dem ein neuer Dorfplatz für Hüllhorst-Mitte geplant ist (wir berichteten mehrfach). Neben Rats- und Verwaltungsmitgliedern, Anwohnern und Interessierten waren das Planungsbüro Lauterbach, das Architekturbüro Rasche und Krahe sowie Detlev Priehs von der Volksbank Schnathorst vor Ort.

Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs Technik, gab eine kurze Einführung zu dem Bauvorhaben. Das Areal zwischen altem Pfarrhaus und Zirkegebäude, welches sowohl öffentliche als auch private Brachflächen enthalte, soll für eine neue Nutzung erschlossen werden. Der Plan ist, beide Gebäude abzureißen und zwei neue Mehrfamilienhäuser plus Geschäftsgebäude zu errichten, wie Sassenberg zusammenfasste. Im Zuge dieser neuen Bebauung sei geplant, in der Mitte einen Dorfplatz zu schaffen, der einen neuen Treffpunkt und eine Dorfmitte schaffen würde.

Freier Blick auf die Kirche

Wie die Gestaltung des Platzes im Einzelnen geplant ist, erklärte Joerg Krahe vom gleichnamigen Architekturbüro. Zunächst einmal sollten klare Sichtachsen geschaffen werden, die einen Blick auf die Kirche frei gäben. Im nächsten Schritt sei ein Plan von den Gebäuden gemacht worden, die den Platz umschließen würden. Damit der Dorfplatz einen Zentrumscharakter bekomme, solle das neue Gebäude auf dem Platz des alten Pfarrhauses nach hinten in Richtung Kindergarten versetzt werden. Hierbei werde eine „Respektsfläche“ zum Kindergarten berücksichtigt. Die alte Hainbuche hinter dem Pfarrhaus müsse in diesem Fall allerdings weichen.

Aufgrund des veränderten Abstandes zwischen dem neu geplanten Wohnhaus und dem Kindergarten gab es einige Nachfragen. Jürgen Lübbert vom Presbyterium der Kirchengemeinde Hüllhorst erklärte, dass er grundsätzlich kein Problem darin sehe, das neue Gebäude näher an den Kindergarten heranzusetzen. Falls einmal eine Erweiterung des Kindergartens geplant sei, könne dies auch zu einer anderen Seite passieren. Ziel sei es jetzt erst einmal, die Chance zu nutzen und einen Dorfplatz zu schaffen, erklärte er.

Weitere Fragen betrafen die Parkplatzsituation vor Ort und den Baumbestand rund um das Pfarrhaus. Ein Vorschlag war, eine Tiefgarage zu bauen, um das Platzproblem zu lösen. Askan Lauterbach vom gleichnamigen Planungsbüro erklärte hierzu, dass 80 Parkplätze geplant seien, die eine Breite von 2,60 Meter hätten. Eine Tiefgarage würde zu erheblichen Mehrkosten führen. Auch in puncto Baumbestand müsse man das Platzproblem berücksichtigen und zwischen Baumbestand und Zahl der Parkplätze abwägen.

Schallgutachten wird erstellt

In der anschließenden Sitzung in der Ilex-Halle erklärte Susanne Sassenberg, dass es wichtig sei, „einen schönen Dorfplatz zu bekommen“. Den Baumbestand könne man auch an anderer Stelle schaffen. Nach Paragraf 13a des Baugesetzbuches müsse bei einer Neubebauung auf den Baumbestand keine Rücksicht genommen werden. Sie fügte aber an, dass man anstrebe, hier einen gemeinsamen Konsens zu finden. Desweiteren ging sie auf Anregungen und Bedenken von Bürgern ein, die sich aufgrund der öffentlichen Auslegung des Entwurfs ergeben haben. Hierzu zählt die Errichtung einer Sicht- und Lärmschutzwand auf der westlichen Seite des Gebietes. Askan Lauterbach sagte, dass er ein Schallgutachten erstellen werde.

Jutta Klare-Steinbrink von den Grünen hatte unter anderem Nachfragen zu den Kosten für das Projekt und ob denn ein Ärztehaus mit eingeplant sei. Hierzu erklärte Bürgermeister Bernd Rührup, dass sich die Kosten auf die Kirche, die Volksbank und die Gemeinde verteilen würden. Den größten Teil würde die Volksbank als Investor übernehmen. Der kommunale Anteil an dem geplanten Dorfplatz liege bei 30.000 Euro. Bezüglich des Ärztehauses sagte Bernd Rührup, dass es seit Beginn der Planungen Gespräche mit Ärzten, Fachärzten und medizinischen Anbietern geben würde. Sie könnten allerdings erst zu konkreten Gesprächen übergehen, wenn sie wüssten, was sie anbieten könnten. „Wir haben zur Zeit genug Anfragen, können aber noch nicht handeln“, sagte er.

Startseite