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Almabtrieb der Freilichtbühne Kahle Wart: positive Bilanz mit mehr als 7000 Besuchern

Schritttempo auf der K 60

Hüllhorst (WB). Der Kahle-Wart-Weg gilt nicht unbedingt als stauanfällig. Nur einmal im Jahr dürfen sich Autofahrer wie auf der A 2 fühlen. Dann befinden sich Personen auf der Fahrbahn, gerne auch in Trachten gewandet. Am Sonntag trat dieser Ausnahmefall mal wieder in Kraft, beim traditionellen Almabtrieb der Freilichtbühne Kahle Wart.

Eva Rahe

Achtung, Personen auf der Fahrbahn: Wenn die Freilichtbühne Kahle Wart ihren Almabtrieb zelebriert, müssen Autofahrer auf der K 60 etwas Geduld aufbringen. Foto: Eva Rahe

Diesmal ließen sich die Ensemblemitglieder, Helfer und beteiligten Vereine der Freilichtbühne besonders viel Zeit vor dem Marsch. Die letzte Vorstellung wollte genossen werden, sagte Reiner Tödtmann, Vorsitzender des Heimatvereins Oberbauerschaft. Nachdem die Plattdeutsche Komödie »Däi Vurgelschuss« zu Ende war, ließen sich all jene, die in diesem Sommer auf der Bühne gestanden hatten, gebührend vom Publikum feiern. Im Anschluss wanderten etwa 150 Beteiligte Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Berg hinab. Wer nicht Darsteller war, gehörte zum Team der Volkstanz-, Kassen-, Blockflöten und Parkplatzgruppe. Oder zur Dorfkapelle Oberbauerschaft. Der Parade auf der K 60 folgte eine ziemlich lange Wagenkolonne, schön im Schritttempo.

Der Vorstand der Freilichtbühne setzte in diesem Jahr auf neue Marketingstrategien, um das Publikum anzulocken. Neben großen Plakatwänden, die am Eingang der Freilichtbühne platziert wurden, hatten sie zum ersten Mal in den Sozialen Medien des Internets, vor allem bei Facebook, geworben. Das habe sich ausgezahlt, sagte Geschäftsführer Carsten Vogt. So hätten sich die Besucherzahlen insgesamt zwar nicht erhöht, aber das Jahr 2018 sei durch das dauerhaft gute Wetter ohnehin kaum zu toppen gewesen. In diesem Jahr hätten sie wegen Regen einen Ausfall gehabt, aber mit der Gesamtbesucherzahl von insgesamt 7255 seien sie sehr zufrieden.

»Pension Schöller« hatte die meisten Zuschauer

Die meisten Zuschauer (2819) zog die Hochdeutsche Komödie »Pension Schöller« an, dicht gefolgt von der Plattdeutschen Komödie »Däi Vurgelschuss« mit 2450 Besuchern und dem Familienstück »Dornröschen« mit 1986 Besuchern. Mit dem Schweizer Alain Frei war zudem ein Comedian auf der Freilichtbühne zu Gast. Der Künstler sei vor allem beim jungen Publikum sehr gut angekommen, sagte Vogt.

Auch das Resumée von Reiner Tödtmann fiel positiv aus. »Wir können stolz darauf sein, dass wir hier im Dorf so viele Aktive haben, die sich ehrenamtlich engagieren und dafür einen großen Teil ihrer Freizeit opfern.« Einige der Beteiligten seien schon seit Jahrzehnten dabei. Die Blockflötengruppe zum Beispiel, vor 43 Jahren von Hanna Klausing ins Leben gerufen worden. Sie leitet die Gruppe noch heute. Die Volkstanzgruppe ist noch älter. Sie wurde 1972 als Jugendvolkstanzgruppe gegründet. Regisseur Jürgen Wiemer ist seit 1994 dabei. Reiner Tödtmann selbst hat vor 37 Jahren angefangen, im Ensemble mitzuspielen. Damals war er 14 Jahre alt. Am Projekt Freilichtbühne seien heute alle Altersgruppen beteiligt, sagte Reiner Tödtmann. Die jüngsten Mitglieder des Ensembles sind zehn Jahre alt.

Für die kommende Saison, die am 24. Mai 2020 startet, hat das Team der Freilichtbühne Kahle Wart erneut drei Stücke im Programm. Los geht es im Mai mit dem Familienstück »Pippi in Taka-Tuka-Land«. Zudem kommt der schwarzhumorige Klassiker »Arsen und Spitzenhäubchen« auf die Bühne. Als plattdeutsches Stück wird »Wenn einer eine Reise tut« aufgeführt.

In Nettelstedt letzte Vorstellungen

Wer noch Lust auf Theater unter freiem Himmel verspürt, kann an diesem Wochenende die letzten Vorstellungen von »Die Nibelungen« (Sa., 20.30 Uhr) oder »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer« (So., 16 Uhr) in Nettelstedt besuchen. Auf dem Hünenbrink wurde bereits vor einigen Wochen der 10.000. Besucher dieser Saison begrüßt.

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