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Großes Programm an der Rossmühle in Oberbauerschaft – fröhliche Stimmung

Seit 1797 wird Flachs gebrochen

Oberbauerschaft (kat). Mit Pferdestärke statt mit Windkraft wird in Oberbauerschaft die Mühle angetrieben. Auf dem Hof Meyer zu Kniendorf erwarteten die Besucher am Sonntag nicht nur Einblicke in alte Handwerkstechnik, sondern auch ein Programm, das von Bogenschießen über Alttraktorenausstellung bis hin zum Kunsthandwerk reichte.

Christoph Meyer zu Kniendorf (links) hat den Veteranenfreunden ein Jubiläumsgeschenk, heimischen Hopfen, überreicht. Foto: Katrina Horstmann

Vom herbstlichen Wetter, das leider den Mühlentag bestimmte, ließen sich die Besucher die Stimmung nicht verdrießen. Sie verbrachten einen entspannten Sonntag auf dem weitläufigen Gelände an der Oberbauerschafter Straße, der zum 220-jährigen Bestehen der Rossmühle mit einem Gottesdienst begonnen hatte. Wer wollte, konnte sich unter anderem mit Oberbauerschafter Honig eindecken oder individuell beschriftete Karten erwerben. Der Hüllhorster Künstlerkreis stellte Bilder aus und setzte einen farbenfrohen Kontrapunkt zum grauen Himmel.

Mühlengruppe bewirtet die Gäste

Die Mühlengruppe sorgte für die Bewirtung, so dass der Hunger zur Mittags- und Kaffeezeit reichhaltig gestillt werden konnte. Es gab Zuckerkuchen, Heißgetränke und Eis, Bratwurst und Pommes frites. Für die musikalische Untermalung sorgte die Dorfkapelle Oberbauerschaft. Doch in erster Linie ging es am Mühlentag um die Rossmühle. »Sie wurde seit 1797 zum Flachs brechen betrieben«, erklärte Besitzer Christoph Meyer zu Kniendorf.

Ab 1810 wurde auch Getreide zum Eigenbedarf gemahlen. Flachs brechen – das bedeutet eigentlich nur, es weich zu schlagen, und das geschieht mittels mächtiger Holzpressen, die auf das dünne Flachs einschlagen. Vorher wird es zehn bis 14 Tage in der Rötekuhle »angeröstet« (durchgefault), um die ideale Form zu haben. Nach dem Brechen wird das Flachs mit der Handbrauke durchgehechelt und am Nagelbrett gekämmt. Daraus entsteht dann der Faden, der mit einem Spinnrad zu Zwirn gewoben wird. Die Mühle wird seit jeher mit einem Ross angetrieben, am Sonntag war es »Skato« von der Familie Dieckmann, der die Mühle in Bewegung setzte. »Ich sage immer: ein Pferd, zwei Kühe oder fünf Besucher, dann dreht sich die Mühle. Nur bremsen lässt sie sich schlecht«, meinte Christoph Meyer zu Kniendorf schmunzelnd.

Veteranenfreund zeigen Alttraktoren

Die Veteranenfreunde sind seit 20 Jahren mit ihren Alttraktoren fester Partner des jährlich stattfindenden Hoffestes. Der älteste Traktor war sicher der von Werner Kleffmann – ein 1938-er Deutz. Doch auch Wilfried Osterlohs 1939-er Lanz Bulldog konnte sich sehen lassen. Gekauft hatte er ihn zur Wende im Osten. »Da gab es davon eine Menge.« Die beiden Unikate mussten noch mit Zündkerze und Kurbel gestartet werden. Am Nachmittag trat die »Tanzerei« aus Bünde/Lübbecke auf – ein Mix aus Jazz Dance, Ballett und Modern Dance.

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