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Schauspielerin Kyra Sophia Kahre aus Hüllhorst-Tengern spielt eine Hauptrolle im neuen ARD-Zürich-Krimi

Sie lässt sich auf kein Genre festlegen

Hüllhorst-Tengern

Von Krimi bis Drama: Kyra Sophia Kahre lässt sich auf kein Genre festlegen. Am Donnerstag, 4. Februar, ist die vielseitige Schauspielerin aus Tengern im ARD-Zürich-Krimi „Borchert und der eisige Tod“ (20.15 Uhr) zu sehen.

Ingo Notz

Schauspielerin mit hypnotischem Blick: Kyra Sophia Kahre vermittelt oft schon allein mit ihrer Mimik die Persönlichkeit ihrer Figuren. Foto: Jeanne Degraa

Was sich die 31-Jährige von dieser Rolle erhofft und wie Corona auch das Leben als Schauspielerin verändert hat, verrät sie im Gespräch mit WB-Redakteur Ingo Notz.

Sie sind in großen Krimis in ARD und ZDF zu sehen und mittlerweile fast Stammgast im Tatort, Polizeiruf, den Sokos und anderen Krimi-Klassikern. Diesmal sind Sie im Zürich-Krimi zu sehen. Dürfen sich die Zuschauer auf eine ähnlich denkwürdige Rolle wie die als Mörderin im Frankfurter Polizeiruf mit Maria Simon und Lucas Gregorowicz freuen?

Kyra Kahre: Erst mal vielen Dank für diese eindrucksvolle Aufstellung. Ich würde meine Rollen selbst nicht als „denkwürdig“ beschreiben, aber ich hoffe natürlich, dass der Film „Borchert und der eisige Tod“ Menschen berühren wird und zum Nachdenken oder Diskutieren anregen kann. Und wenn ich meinen Teil dazu beigetragen habe, ist das eine schöne Anerkennung.

Im neuen Zürich-Krimi ist Kyra Sophia Kahre mit Lena Stolze zu sehen. Foto: Roland Suso Richter

Was war der besondere Reiz daran, diese Rolle zu spielen?

Kahre: Ohne zu viel zu verraten, handelt es sich bei meiner Rolle um eine junge Frau, die ein schweres Geheimnis mit sich trägt. Das ist eine Herausforderung, aber damit kann man sehr viel Tiefe in einen Charakter einbauen. Wenn man mit so besonderen Schauspielern wie Christian Kohlund oder Schauspielerinnen wie Lena Stolze spielen darf, macht die Arbeit natürlich noch mehr Spaß.

Beim Zürich-Krimi hat Roland Suso Richter Regie geführt, einer der profiliertesten deutschen Regisseure, der sich in den vergangenen 30 Jahren vor allem mit großen TV-Epen einen Namen gemacht hat. Wie war die Zusammenarbeit mit einem Autodidakten und Branchenschwergewicht wie ihm?

Kahre: Die Regieführung war in der Tat sehr außergewöhnlich, da die Szenen vorher nicht geprobt wurden. Das hat mich anfangs schon verunsichert, aber danach wollte ich gar nicht mehr anders drehen. Wenn man viel improvisieren darf, bleiben alle Schauspielenden immer aufmerksam und das hat eine tolle Energie. In diesem Zusammenhang muss auch die besondere Leistung des Kameramanns Andrés Marder erwähnt werden, da er die meisten Szenen frei aus der Hand gefilmt hat.

Kyra Sophia Kahre ist im Zürich-Krimi bereits vorab in der Mediathek zu erleben. Foto: Roland Suso Richter

Die Dreharbeiten zum Zürich-Krimi „Borchert und der eisige Tod“ mussten im Frühjahr 2020 wegen des ersten Lockdowns unterbrochen werden. Mussten Sie in Ihrer Karriere schon eine ähnliche Herausforderung abseits des Gewohnten bewältigen?

Kahre: So eine drastische Situation hatte sicher noch niemand zuvor, aber es gibt beim Film definitiv einige Faktoren, die schief gehen können. Das häufigste ist, denke ich, das Wetter. Oder zum Beispiel Filmtiere, die nicht das machen, was sie sollen. Es wird auf jeden Fall nie langweilig. Aber das sind natürlich eher Kleinigkeiten im Vergleich zur aktuellen Pandemie.

Corona hat nicht zuletzt auch der Kunst- und Kulturszene massiv geschadet, viele Kollegen leiden unter Existenzängsten, Kinos sind weiter geschlossen, viele Projekte können nicht realisiert werden. Wie waren Sie über den unterbrochenen Zürich-Dreh hinaus bisher von Corona betroffen?

Kahre: Da die derzeitigen Drehbedingungen unglaublich schwer umzusetzen sind, können viele Projekte nicht gedreht werden. Ich denke, dass das alle Kunstschaffenden hart getroffen hat und enorm belastet. Ich habe keine Existenzängste, jedoch kann man auch nicht einschätzen, wie schnell sich die Branche von dieser Situation erholt.

Vor der Lockdown-Pause war neben dem Zürich-Krimi auch eine Doppelfolge der ZDF-Serie Stralsund mit Ihnen geplant. Wie weit ist das Projekt?

Kahre: Das Projekt unter der Regie von Alexander Dierbach wurde im Juni 2020 abgedreht und ich gehe davon aus, dass es in Kürze ausgestrahlt wird. Genau weiß ich das leider nicht.

Sie sind in den vergangenen Monaten vermehrt in großen Produktionen zur „besten Sendezeit“ zu sehen. Der Zürich-Krimi und Stralsund sind zwei Quotengaranten. Auf welche weiteren Filme können sich Ihre Fans in nächster Zeit noch freuen?

Kahre: Ich habe im letzten Jahr eine spannende Rolle im Dortmunder Tatort übernehmen dürfen. Das war der zweite Fall des neuen Ermittlerteams. Aber ich würde auch gerne mal eine Komödie drehen. Sobald das der Fall ist, sage ich auf jeden Fall Bescheid.

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