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Zukunft der Grundschullandschaft: Fraktion für Erhalt der Oberbauerschafter Einrichtung

SPD Hüllhorst plädiert für zwei Schulstandorte

Hüllhorst

Die künftige Entwicklung der Grundschullandschaft gehört derzeit zu den wichtigsten Themen in der Gemeinde Hüllhorst. Die SPD-Fraktion positioniert sich nun „nach langen und intensiven Gesprächen“ dazu, wie es in einer Stellungnahme vom späten Donnerstagabend heißt.

Die Grundschule in Oberbauerschaft bietet nach Auffassung der SPD diverse Faktoren, die für einen Erhalt dieses Standortes sprechen. Foto: Andreas Kokemoor/Archiv

„Wir sprechen uns für zwei Grundschulstandorte in der Gemeinde aus“, sagt Frank Picker, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Die Fraktion hat sich mehrheitlich für folgende Lösung ausgesprochen: Die Grundschule in Oberbauerschaft bleibt erhalten und wird zweizügig ausgebaut. Der zweite Standort soll ein vierzügiger Neubau an neutraler Stelle oder am Standort einer weiteren bereits bestehenden Grundschule sein.“

Zur Begründung führen die Sozialdemokraten mehrere Aspekte an: Die von den Experten bereits vor etlichen Monaten erläuterten Vorzüge von größeren Grundschulen waren laut SPD „viel zu eindeutig, um sie zu ignorieren“. Auch die Vertreterin der Bezirksregierung habe dies in ihrer Stellungnahme klar unterstrichen, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Zuweisung von Lehrerinnen und Lehrern sowie von sonderpädagogischem Personal. Neben den von den Schulleitungen wiederholt vorgetragenen Anforderungen für die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte seien auch Faktoren wie Barrierefreiheit und Inklusion sowie die Umsetzung verschiedener Ganztagsformen (offen, teilgebunden, gebunden) einbezogen worden.

Frank Picker, Hüllhorster SPD-Fraktionsvorsitzender

Die Bereitstellung einer modernen Sporthalle und eines Schwimmbeckens sowie einer leistungsfähigen Mensa für eine gesunde Verpflegung vervollständigten das zukünftige Anforderungsprofil und seien eng verbunden mit den notwendigen Raumkonzepten, so die SPD. Zu den planerischen Aspekten zähle zudem eine gute Erreichbarkeit des Standortes für die Eltern und den öffentlichen Personennahverkehr.

Mit den bestehenden Schulstandorten in der Gemeinde lässt sich dieses Anforderungsprofil nach Auffassung der SPD in den kommenden Jahren nicht umsetzen. „Wir haben uns nicht gegen vorhandene Standorte entschieden, sondern für die besten Bildungsvoraussetzungen für unsere Kinder“, fasst Picker die Meinung der SPD-Fraktion zusammen. „Unser Anspruch ist eine moderne und attraktive Schullandschaft für die nächsten Jahrzehnte für Hüllhorst.“

Für die weiterführende Schule sei das durch die mutige politische Entscheidung für die Gesamtschule vor nahezu 30 Jahren gut gelungen, und das wünsche sich die Fraktion auch für die Grundschulen.

Von Kirchturmdenken gelöst

Warum die SPD den Standort in Oberbauerschaft erhalten möchte, auch dazu bezieht die Fraktion Stellung. So habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren in die Modernisierung der Schule kräftig investiert und unter anderem das Lehrschwimmbecken wieder ertüchtigt. Überdies biete das vorhandene Gelände neben einem Sportplatz genügend Fläche für einen Erweiterungsbau. Zudem stehe schon jetzt ausreichend Platz für den Busverkehr zur Verfügung. Auch mit der Bausubstanz punkte der Standort.

Das örtliche Vereinsleben hat die SPD ebenfalls bei ihrer Analyse zur Standortentscheidung betrachtet. Die Dorfentwicklung muss nach Meinung der Sozialdemokraten getrennt von der dringend notwendigen pädagogischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Schulstruktur betrachtet werden. Dass die Ortsteile für ihr Vereinsleben geeignete Räumlichkeiten benötigten, stehe außer Frage. Hier seien Lösungen zu entwickeln. Allerdings betreffe das grundsätzlich alle Ortsteile – auch die, die bereits heute kein Schulstandort mehr seien.

„Wir haben uns bei dieser mit konträren Meinungen versehenen Debatte bewusst von einem Kirchturmdenken gelöst und uns von einer sachorientierten Vision der künftigen Grundschullandschaft leiten lassen. Bis die neue Schullandschaft Realität wird, werden nach einem Ratsbeschluss sicher noch sechs bis acht Jahre vergehen“, erläutert der Fraktionsvorsitzende den internen Meinungsbildungsprozess.

Frank Picker

Die SPD-Fraktion wünsche sich nach nunmehr fast vier Jahren Debatte bald eine zukunftsweisende Ratsentscheidung. „Es gilt, den Blick nach vorne zu richten. Die Schulentwicklung, egal, welche Lösung gewählt wird, erfordert eine finanzielle Kraftanstrengung in zweistelliger Millionenhöhe. Wir möchten dieses Geld gut anlegen, und das ist es unseres Erachtens nur dann, wenn damit die Attraktivität unserer Gemeinde als Schulstandort und somit gleichzeitig als Wohnort für junge Familien dauerhaft gesichert wird.“ Dieses Ziel, sagt Picker, werde die Gemeinde mit Sanierungen, Um- oder Erweiterungsbauten an Altgebäuden nicht erreichen.

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