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Lars Wunderlich und Jürgen Wiemann suchen noch nach Kandidaten in Hüllhorst

UHU stellt sich zur Wahl

Hüllhorst (WB). Im Frühjahr 2016 haben sich Lars Wunderlich und Jürgen Wiemann nach Differenzen über Personal- und Richtungsentscheidungen von der CDU-Fraktion abgewendet und eine neue Fraktion gegründet: die Unabhängige Hüllhorster Union (UHU).

Kathrin Kröger

Auch das Thema Breitbandausbau steht bei der UHU auf der Agenda. Foto: dpa

Damals war völlig unklar, wie sich die beiden noch mit der Union in den Rat eingezogenen Politiker zur Kommunalwahl 2020 aufstellen. Nun hat Lars Wunderlich öffentlich bekundet: »Ja, die UHU tritt zur Wahl an.«

In den zurückliegenden dreieinhalb Jahren stand die Frage im Raum, ob sich das Verhältnis zu CDU-Fraktion und Gemeindeverband wieder entspannen würde. »Es hieß immer vom jeweils neuen Fraktionsvorsitzenden nach dem Weggang von Günter Obermeier, man solle erst Gras über die Sache wachsen lassen«, sagt Lars Wunderlich. Das habe sich aber nicht erfüllt. Als eine Ursache sieht er, dass die UHU bei ihrer politischen Arbeit nicht nach der Parteizugehörigkeit geschaut habe. Somit auch Anliegen von SPD und Grünen unterstützt hätte.

CDU hat das Fass zum Überlaufen gebracht

»Wir wollen das Beste für Hüllhorst und unabhängige Entscheidungen treffen«, so Wunderlich, der gemeinsam mit seinem Ratskollegen Wiemann eine lange Zeit eine Rückkehr in die Union nicht ausgeschlossen hatte. Und er räumt ein: »Jürgen und ich sind nicht gerade die bequemsten. Ein Artikel über uns im Informationsblatt HIT der CDU hat dann aber das Fass zum Überlaufen gebracht.« Der Titel des Textes: »Vogelkunde – die Wahrheit über die UHUs«. Es seien zudem entsprechende Beschlüsse gefasst worden, die eine Rückkehr unmöglich machten.

Sperren oder Sanktionen gegen Wunderlich und Wiemann existieren nicht mehr, »in den Vorständen ist man aber gegen uns«. Schweren Herzens würden sie – obgleich freiwillig – ihre Mitgliedschaft in der CDU beenden, weil sie dort nach wie vor ihre politische Heimat sähen. »Wir haben auch immer alles mit der Kreis-CDU abgesprochen«, sagt der UHU-Chef, der mit dem neuen, eigenen Weg die Querelen hinter sich lassen und auch keine neuen auslösen will. »Wir wollten in den Ortsunionen keine Kampfabstimmungen. Darum gehen wir nun diesen Schritt.«

In allen 16 Wahlbezirken will die UHU an den Start gehen. »Acht Kandidaten haben wir schon«, berichtet der 44-Jährige. Jeder sei als Kandidat willkommen, der Spaß an Politik habe und daran mitwirken wolle, etwas für die Gemeinde zu tun. Wunderlich vertritt die Ansicht, dass in der politischen Landschaft die Unabhängigkeit vom Parteibuch fehle. »Wir werben für Offenheit und hoffen bei der Wahl natürlich auf viele Stimmen.« An Selbstbewusstsein beim Blick auf die noch kurze Geschichte der UHU mangelt es nicht. »Mit zwei Ratsmitgliedern haben wir bisher viel erreicht.«

Breite Palette an inhaltlichen Schwerpunkten

Als inhaltliche Schwerpunkte auch für die Zukunft nennt der Schnathorster 1. Familie und Schule, 2. die Stärkung der Unternehmen (»Werden uns weiterhin für eine Senkung der Gewerbesteuer einsetzen.«), 3. Breitbandausbau und 4. Umweltschutz. Wobei Wunderlich einräumt, »dass man beim Breitbandausbau wenig Einflussmöglichkeiten hat«. Dies stütze sich vor allem auf privates Engagement in dem jeweiligen Ortsteil, wie man an Oberbauerschaft und nun auch Tengern und Ahlsen sehen könne.

Kritisch sieht der Vorsitzende, dass die Gemeinde Hüllhorst den Klimanotstand ausgerufen habe. Dies trage doch eher Symbolcharakter. »Und ich hoffe, dass uns das nicht auf die Füße fällt.« Ein ökologisches Zeichen möchte aber auch die UHU setzen. Für jeden der 16 Kandidaten soll auf einer Wiese in Holsen ein Baum gepflanzt werden. Wird es auch eine Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters geben? Das schließen Wunderlich und Wiemann zwar für sich selbst aus, »aber wenn ein toller Kandidat dabei sein wird, sind wir dafür offen«.

Als nächsten Schritt werde man an die Gemeinde herantreten. »Wir wollen keine Formfehler bei dem nun notwendigen Prozedere machen.« Parallel werde man zu Verwaltungszwecken einen Verein gründen und sich Informationen bei den Freien Wählern holen, um von deren Erfahrung zu schöpfen.

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