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Corona: Dezernent Hans-Joerg Deichholz informiert im Gesundheitsausschuss über Pläne des Kreises Minden-Lübbecke

Impfzentrum in Hille-Unterlübbe schließt planmäßig

Minden

Das Impfzentrum des Kreises Minden-Lübbecke in der Sporthalle in Hille-Unterlübbe schließt wie vorgesehen zum 30. September.

Von Hans-Jürgen Amtage

Das Impfzentrum des Kreises in Hille-Unterlübbe wird noch bis zum 30. September geöffnet haben. Foto: Kreis Minden-Lübbecke

Das teilte Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz am Donnerstag in der Sitzung des Kreis-Gesundheitsausschusses mit.

Ein Ruhenlassen des Zentrums sei nicht möglich. „Entweder wir betreiben es oder wir räumen es ab“, sagte Deichholz auf Nachfrage der Kreistagsabgeordneten Cathrin Marin von der Gruppe Die Linke, die auf die Notwendigkeit von etwaigen Nachimpfungen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hinwies. Es gehe nicht nur darum, die Infrastruktur stehen zu lassen, so der Dezernent weiter. Sondern es müssten auch unter anderem Impfteams vorgehalten werden. Es sei aber möglich, kurzfristig so genannte virtuelle Impfzentren zu bilden. Beispielsweise mit mobilen Impfteams, für die der Kreis auch ein entsprechendes Fahrzeug vorhalte.

Unterstützung durch die Bundeswehr beendet

Angesichts der Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen, die im vergangenen  Vierwochenzeitraum bis Ende Juni 249 betrugen, blickt Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, positiv auf die Entwicklung. So sei am Mittwoch die Unterstützung der Nachverfolgung durch die Bundeswehr im Gesundheitsamt beendet worden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Ämtern, die die Arbeit der Nachverfolgungsteams in den vergangenen Monaten gestärkt hätten, kehrten an ihre alten Arbeitsplätze zurück.

Hans-Joerg Deichholz, Sozialdezernent des Kreises Minden-Lübbecke. Foto: Friederike Niemeyer

„Wir haben nun etwas Luft im Gesundheitsamt. Das ist auch dringend notwendig“, sagte Lustfeld. Hinzu komme, dass man sich nun auch wieder beispielsweise den dringenden Pflichtaufgaben zuwenden könne. Eine deutliche Entspannung sieht die Amtsleiterin zudem auf den Intensivstationen der heimischen Kliniken, die in den vergangenen Monaten schwer belastet gewesen sein. Dennoch halte man sich in Bereitschaft.

Denn eine mögliche negative Entwicklung der Pandemie vor dem Hintergrund der neuen Delta-Variante betrachtet die Leiterin des Gesundheitsamtes mit Sorge. Gerade auch mit Blick auf den Herbst und aktuell auf die Rückkehrer aus Hochrisikogebieten im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft. Allein am Donnerstag waren in Großbritannien rund 2000 neue Corona-Infektionen bekannt geworden, die im Zusammenhang mit dem dortigen Europameisterschaftsspiel stehen sollen.

Die Personalplanung im Gesundheitsamt des Kreises müsse daher so erfolgen, dass auch größere Ausbruchsgeschehen mit 30 bis 40 Personen, die beispielsweise in einem Flugzeug gesessen haben, schnell zurückverfolgt werden können, betonte Elke Lustfeld. Positiv bewertete sie das dichte Netz von Teststationen im Mühlenkreis.

Kritischer Blick auf Meldesoftware Sormas

Einen kritischen Blick warf Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz auf die Meldesoftware Sormas, auf deren Einführung in den Gesundheitsämtern das Land drängt. „Wir haben eine hervorragende Software laufen, die nicht nur auf Covid spezialisiert ist, sondern beispielweise auch auf meldepflichtige Erkrankungen wie Tuberkulose.“ In der neuen Software sehe der Kreis keinen Mehrwert. „Höchstens Mehrarbeit für die Kommunen.“

Auch räumte Deichholz mit der Mär auf, der Kreis melde Covid-Geschehen noch per Telefax oder handschriftlich. „Selbstverständlich schicken wir Meldungen digital.“

Insgesamt sieht Elke Lustfeld bei der Pandemie eine Chance, bei guten Impfquoten gut über die Monate zu kommen. Dabei sei dem Kreis nicht bekannt, dass es im Mühlenkreis bei Personen, die sich gegen Corona hätten impfen lassen, zu schweren Impfschäden gekommen sei, antwortete sie auf Nachfrage aus dem Ausschuss.

Darüber hinaus gelte es, den Nutzen der Impfung zu betrachten: „Man muss abwägen zwischen dem Schutz vor einer lebensbedrohlichen Erkrankung oder etwaigen Impffolgen“, sagte Lustfeld.

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