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Stimmen aus den Rathäusern zur Entscheidung des Kreistags zum Grundstück für den Klinik-Neubau

"Ist das Wohl der Patienten nur noch zweitrangig?"

Lübbecke/Espelkamp

Philipp Knappmeyer, Hauptdezernent und als Vertreter der Stadt Lübbecke vor Ort, bezeichnete den politischen Beschluss umgehend nach der Sitzung als „Black-Box“. Ob sich die Stadt Lübbecke darüber freuen könne, dass nun scheinbar wieder zwei Grundstücke auf heimischem Boden gleichwertig im Rennen für den Neubau seien, dass werde sich erst in den kommenden Tagen zeigen.

Lübbeckes Dezernent Philipp Knappmeyer ist sich sicher, dass der Einspruch der Stadt Lübbecke bezüglich der Bewertungsmatrix in der Kreisverwaltung angekommen sei. Foto: Andreas Püfke

Sicher ist sich Knappmeyer, dass der Einspruch der Stadt Lübbecke bezüglich der Bewertungsmatrix in der Kreisverwaltung angekommen sei. „An mehreren Stellen haben wir in einem Schreiben an die Landrätin den Mangel an Nachvollziehbarkeit angemerkt“, sagte Philipp Knappmeyer. Nun stelle sich die Frage, welche Kriterien bei der Grundstückauswahl künftig entscheidend seien.

Protest aus Espelkamp

Espelkamps Bürgermeister Henning Vieker ließ am Freitag durchblicken, dass er nicht zufrieden ist: „Nun wurden plötzlich auf Druck von Teilen der Politik zwei neue Ausschlussgründe aus dem Hut gezaubert: Wald und Landschaftsschutzgebiet.“ Weite Teile des Altkreises Lübbecke seien Landschaftsschutzgebiet. Nach den bisher aufgestellten Regeln reiche es aus, das Planungsrecht geschaffen werden könne.

Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker kritisiert den politischen Beschluss. Foto: Felix Quebbemann

„Und Planungsrecht kann für ein Krankenhaus in einem Landschaftsschutzgebiet geschaffen werden“, sagte Hennig Vieker. Es verwundere umso mehr, da der als „gleichwertig“ in die Untersuchung neu mit aufgenommene Standort „Auf der Masch“ ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet und direkt angrenzend am Naturschutzgebiet liege. „Sollen durch die neuen Ausschlusskriterien Sonderrechte für den mit Platz 3 weniger geeigneten Standort geschaffen werden? Dieser grenzt unmittelbar an ein Industriegebiet mit entsprechenden Emissionen verschiedenster Art an. Dort sind Betriebe wie ein Schlachthof oder Klärwerk“, so Vieker und ergänzt: „Sollen die Voraussetzungen für eine bestmögliche medizinische Versorgung und das Wohl der Patienten nur noch zweitrangig sein?“

Zudem seien die Standorte in Espelkamp für die Menschen im Altkreis Lübbecke deutlich besser zu erreichen als die Standorte in Lübbecke. „Mit Blick auf die Karten ist es offensichtlich, dass die Espelkamper Standorte den Altkreis Lübbecke, aber auch Petershagen deutlich besser abdecken. Dies gilt nicht zuletzt für große Teile von Rahden und Stemwede“, teilte Vieker mit. Wenn 300 Millionen Euro für eine neue Klinik ausgegeben würden, dann müsse der Standort gewählt werden, der nach objektiven Kriterien am geeignetsten sei.

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