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Stemweder Heimatpfleger verwirklichen Idee – Heraldiker Jürgen Batta hilft bei der Umsetzung – Zeichen haben Urheberrecht

Jeder Ort hat jetzt sein eigenes Wappen

Stemwede

Ein gelber Dreiberg für den Stemweder Berg, ein Schwert für die Gerichtsbarkeit oder weiße Lilien für die klösterliche Vergangenheit Leverns...

Jürgen Batta, der früher in Stemwede-Haldem wohnte und jetzt in Minden lebt, ist ein Spezialist für das Anfertigen von Wappen. Er hat für alle Stemweder Dörfer die Ortswappen entworfen. Foto: Reuter

Wie jede Stadt oder Gemeinde besitzt Stemwede ein eigenes unverwechselbares Wappen,das wohl jedem Einwohner bekannt sein dürfte. Auch der Stiftsort Levern und Wehdem haben schon lange eigene Ortswappen.

Im Spätsommer 2019 kam bei den Ortsheimatpflegern dann die Idee auf, für die übrigen elf Stemweder Dörfer ebenfalls Wappen zu kreieren. Die Überlegung dazu: „Es gehört auch zur Aufgabe der Heimatpflege, das Alte, Gewordene als Wert und als Basis einer Lebensgemeinschaft zu bewahren, das Gegenwärtige zu pflegen und das Potenzial eines Ortes zu erkennen und ins Bewusstsein zu heben“, sagt Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier.

Die Heimatpfleger fanden, dass das Schaffen von Wappen eine gute Möglichkeit sei, sich darüber Gedanken zu machen, welche Wahrzeichen, markante Bauwerke oder Gewerke den jeweiligen Ort auszeichnen. „Es galt Wappen zu entwickeln, die auf kreative Weise das Wesentliche der jeweiligen Dörfer in sinnbildhafter Form zum Ausdruck bringen – als identitätsstiftendes Symbol“, erklärt der Gemeindeheimatpfleger. „Die Wappen sollten gefallen und die Bürger sich damit identifizieren können.“

Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier freut sich, dass jetzt alle Stemweder Ortschaften ein Wappen haben Foto: Daniela Niermann

Nach einem fachkundigen Heraldiker (Wappenkünstler) mussten die Initiatoren nicht lange suchen: Jürgen Batta aus Minden – er hat früher in Haldem gewohnt – nahm sich der Aufgabe an, die neuen schildförmigen Zeichen für Arrenkamp bis Westrup zu entwerfen. „Batta war für uns ein kompetenter Begleiter des Vorhabens“, sagt Winkelmeier. „Er erläuterte uns zunächst die Grundelemente und Gesetzmäßigkeiten der Heraldik. Ebenso war es möglich, alle noch offenen Fragen zu klären.“

Dann habe ein längerer Prozess in den einzelnen Orten begonnen: Unter Federführung des jeweils zuständigen Ortsheimatpflegers wurden in jedem Dorf zunächst Ideen gesammelt. „Was macht das Besondere des jeweiligen Ortes aus? Wie kann dies symbolisch und möglichst selbsterklärend in einem Ortswappen zum Ausdruck gebracht werden?“ – mit diesen Fragen haben sich die Aktiven intensiv beschäftigt.

Klaus Winkelmeier

„Die an diesen Prozess anschließende Umsetzung, Gestaltung und Entwicklung der Wappen übernahm dann Jürgen Batta“, sagt Klaus Winkelmeier. „Er sorgte dafür, dass die heraldischen Gesetze berücksichtigt und erfüllt wurden, so dass die Ortswappen im Anschluss in die Wappenrolle eingetragen werden konnten.“

Mit dem Eintrag in die Wappenrolle „Ritter zum Wiehengebirge“ genießen die Ortswappen einen Urheberschutz. „Sie bringen in schöner farbenfroher Weise die Vielfalt unserer Heimat zum Ausdruck“, finden die Ortsheimatpfleger, die Jürgen Batta für sein Engagement danken.

„Auch der Gemeinde Stemwede gilt ein großer Dank, denn sie ermöglichte die Umsetzung des Projektes durch die finanzielle Absicherung“, betont der Gemeindeheimatpfleger. „Mögen die Ortswappen vielfältig Anwendung finden und damit einen Beitrag zur Stärkung unserer Heimatorte leisten.“

Die Ortsheimatpfleger haben eine Broschüre zusammengestellt, in der alle Stemweder Wappen mit Beschreibung und Erklärung detailliert vorgestellt werden. Sie ist gegen ein Schutzgebühr von zwei Euro bei den Ortsheimatpflegern oder beim Tourismusbüro der Gemeinde erhältlich.

Und das ist – stark verkürzt beschrieben – auf den Ortswappen der Stemweder Dörfer zu sehen:

Arrenkamp: Die Friedhofskapelle bildet den Buchstaben A, der Dreiberg steht für das Amt Dielingen-Wehdem.
Destel:
Die Windmühle mit ihren Linden ist als Wahrzeichen verewigt, darunter einer Distel, die für den Ortsnamen steht.
Dielingen:
Das Kreuz ist Sinnbild für die 1200-jährige Entwicklung des christlichen Glaubens, das Buch für die Schultradition des Orts, der Hügel mit Baum verweist auf den Klei und die Eule auf den Industriestandort.
Drohne:
Drei Bäume stehen für den Drohner Klei, das Ständerwerk für den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft, die Eicheln repräsentieren den naturverbundenen Charakter.
Haldem:
Neben dem Schloss Haldem finden sich Rauten, die die zehn Ortsteile symbolisieren. Die Farben sind dem Wappen der Familie von der Horst entnommen, die Pflugschar der Familie von dem Bussche.
Levern:
Eine silberne Lilie verweist auf das Siegel des Klosters Levern, der Brunnen steht für die Heilquelle (Genehmigung des Wappens 1968).

Niedermehnen: Das Rad nimmt Bezug auf den 100-jährigen Radsportclub, die Farbe Grün symbolisiert die Natur; die obere Darstellung ist dem Orts-Logo entlehnt.
Oppendorf:
Ein Kranich überfliegt den Dreiberg und die Oppendorfer Schulglocke, die erstmals 1720 erwähnt wurde.
Oppenwehe:
Hier ist neben dem Dreiberg das Moor zu sehen, zudem die Klus und Lindenblätter als Wahrzeichen.
Sundern
: Der Glockenturm auf dem Sunderner Hügel dominiert als Wahrzeichen, Grün steht für Natur und die Eichel für die 350 Jahre alte Huteiche.
Twiehausen
: Die beiden Häuser stehen für den Ortsnamen, das Eichhörnchen für den Wald im Ort.
Wehdem:
Das Schwert versinnbildlicht die frühe Gerichtsbarkeit und auch der Dreiberg ist als Symbol zu finden (Genehmigung des Wappens 1939).
Westrup:
Dreiberg und Fluss verweisen auf die Lage zwischen Stemweder Berg und Dieck, Dreiecke auf den Meierhof und ein Pfahl auf den Glockenturm.

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