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Materialknappheit: Umbau in Stemwede Levern verzögert sich – Antrag auf Überbelegung gestellt

Kita-Bau erst im September bezugsfertig

Levern

Das ist für betroffene Stemweder Eltern bestimmt ärgerlich.

Die alte Schule, zuletzt Verwaltungsgebäude Foto:

Der Umbau der ehemaligen Volksschule in Levern zu einer Drei-Gruppen-Kita steht zwar kurz der Vollendung, kann aber wegen der allgemeinen Knappheit an Baumaterialien nicht wie erhofft pünktlich zum Kindergartenjahr 2021/2022 eröffnet werden. „Nachdem bisher eine Fertigstellung für den August geplant war, gehen wir nun von Ende September aus“, teilt die Gemeinde Stemwede mit. „Leider mussten nun die Eltern, die sehnsüchtig auf den Kindergartenplatz warten, von der AWO vertröstet werden.“ Der Umbau war vom Gemeinderat beschlossen worden. Das Gebäude soll auch eine Photovoltaik-Anlage erhalten.

Da dies bei einigen der betroffenen Familien zu großen Problemen führe, stünden die AWO als Betreiberin der Kita, das für die Kindergartenplanung verantwortlich Kreisjugendamt sowie das Landesjugendamt im engen Kontakt, um Lösungen für betroffene Familien zu finden. „So läuft aktuell ein Antrag auf Überbelegungsplätze beim Landesjugendamt in der bestehenden Einrichtung“, teilt die Gemeindeverwaltung mit.

Ein Blick in das Innere der künftigen Leverner Kita. Wie vielfach im Land blockierte auch hier der Mangel an Baumaterialien den pünktlichen Einzug zum Beginn des Kita-Jahres 2021/2022 Foto: WB

Eltern, die von der Verzögerung betroffen sind und keine eigene Übergangslösung finden können, werden gebeten, sich zeitnah und direkt beim Kreisjugendamt zu melden. „Der Kreis Minden-Lübbecke wird dann versuchen, diesen Familien zu helfen“, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

Für Ende September erfolgt hoffentlich die Einrichtung de Gebäudes durch den Betreiber der Kita, die AWO. Die Möbel dafür sind weitgehend beschafft und auch das für die Betreuung der Kinder notwendige Personal konnte gewonnen werden. Diese Mitarbeiter warten ebenfalls sehnsüchtig darauf, an den Start zu gehen.

Die Gründe für die Verzögerung sind klar. „Nicht nur die enorme Auslastung der Betriebe, auch Material wie Baustahl, Dämmstoff, PVC-Rohre oder auch Elektrokabel waren nur schwierig oder gar nicht zu bekommen. Konstruktionsholz ging an Meistbietende: in den letzten Monaten an China und die USA. Dies alles hat die mit dem Bau betrauten Planer und Firmen gezwungen, umzuplanen“, sagt der bauleitende Architekt André Hack vom Büro Schwakenberg Bley aus Lemgo. So bestehen nun die Unterkonstruktionen der Wandbekleidungen aus verzinkten Stahlprofilen, anstelle aus Holzlatten. Auch die geplanten Aluminium-Profile für die Brüstungsnetze mussten in Stahl umgeplant werden, da plötzlich keine entsprechenden Steck-Profile aus Aluminium auf den Märkten abgreifbar waren. „Das Resultat war eine komplette Neuberechnung der Netzstatik. Alles das kostet Planungs- und Beschaffungszeit“, sagt Hack.

Dies alles sei nur ein kleiner Ausschnitt der Gründe, warum der geplante Termin im August nicht gehalten werden könne. „Alle beteiligten Betriebe und Planer sind sich der Notwendigkeit einer zeitnahen Fertigstellung bewusst und mit Herzblut und Engagement bei der Sache“, betont der Architekt.

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