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Labrador „Simba“ ist beliebt bei Kindern und dem Team

Kollege auf vier Pfoten im Bad Oeynhausener Kindergarten

Bad Oeynhausen

„Ich mag ‚Simba‘ am meisten!“ Gleich sechs Arme schnellen in die Höhe. Die drei Mädchen aus der Gruppe Sonnenschein im Bad Oeynhausener Kindergarten „Sausewind“ versuchen, sich mit ihrer Tierliebe und dem Stolz auf ihren neuen Hundeführerschein gegenseitig zu überbieten.

Labrador „Simba“ (vorne, mit Kindergartenleiterin Birgit Laske) gehört zum Team der Kita „Sausewind“. Mit im Bild sind (hinten, von links) Antje Gehring, Silvia Jankowski, Maria Müller und Stefanie Buhrmester sowie (mittlere Reihe, von links) Annika Terno, Daniela Schneider und Alexandra Dehlinger. Foto: Kirchenkreis Vlotho

Man sieht: Der schokoladenbraune Labrador ist nicht mehr aus dem evangelischen Wichern-Kindergarten  wegzudenken. Die Einrichtung  in der Bad Oeynhausener Südstadt nutzt als Teil ihres fortschrittlichen pädagogischen Ansatzes bereits seit Jahren die tiergestützte Pädagogik.

Da sich seine Leiterin Birgit Laske und ihr Team anfänglich auf externe Angebote verlassen mussten, die sie nicht mit allen ihren Schützlinge teilen konnten, reifte schnell die Idee, einen eigenen Pädagogikbegleithund zu finden.

Es folgte eine bewusste Entscheidung für ein durchdachtes und professionelles Konzept, das im Dialog im Team und mit der Elternschaft und der Wicherngemeinde entwickelt wurde. Diese Transparenz und Umsicht zahlte sich aus, und bald trat, mit der vollen Unterstützung des Presbyteriums, „Simba“ in das Leben des Kindergartens und Daniela Schneiders, Fachkraft für Inklusion und Hundeführerin in der Kita „Sausewind“.

Mit seinen 16 Monaten genießt „Simba“ nun seine Zeit im Kindergarten, bis auch für ihn der Ernst des Lebens beginnt: Schon bald startet seine Ausbildung zum Pädagogikbegleithund.

„Simba“ ist vollwertiges Teammitglied

Offenheit und Selbstbestimmtheit kennzeichnen die Arbeit im Wichern-Kindergarten „Sausewind“, und das zeigt sich in Simbas Alltag: Als vollwertiges Teammitglied und mit seinem ruhigen Naturell als geborener Arbeitshund, ist der neue vierbeinige Kollege ganz in die Abläufe integriert und begleitet Dienstbesprechungen und Elterngespräche ebenso wie Spiel und Spaß der Kinder.

Wie am Kindergarten „Sausewind“ üblich, ist sein Tag nicht auf seine Gruppe beschränkt. Er kann sich mit Daniela Schneider frei in beiden Gruppen und auf dem Gelände bewegen. Gleichzeitig hat er seine eigenen Ruhebereiche, um sich zurückzuziehen und Hund sein zu können.

Tierwohl und Kindeswohl werden beachtet

Tierwohl und Kindeswohl werden großgeschrieben: Jeder achtet die Bedürfnisse des anderen, und so wie „Simba“ jederzeit zeigen kann, dass er Ruhe braucht, haben auch seine zweibeinigen Mitbewohner „Simba“-freie Zonen.

Schnell zeigt sich, dass mögliche Vorbehalte fehl am Platz sind. Die Kinder in der Kita „Sausewind“ haben mit ihren Erzieherinnen den richtigen Umgang mit „Simba“ erforscht und verinnerlicht. Sie lernen, empathisch Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen, und entscheiden, jeder für sich, was und wie viel sie mit „Simba“ unternehmen möchten: Wasser holen, Hundekekse backen, Leckerli füttern, spazieren gehen oder einfach nur zusammen die Zeit im Kindergarten verbringen.

Labrador nimmt Besuchern die Angst

Der Ansatz zeigt Wirkung, und „Simba“ beweist seine Qualitäten als Brückenbauer. Gemeinsam nehmen er und die Kinder sogar anfangs zögerlichen Besuchern die Scheu vor dem ungewöhnlichen Anblick im Kindergarten. Als besonderer Clou erhalten die Kinder einen eigenen Hundeführerschein, den sie zu den Fußgängerführerscheinen, Malbildern und anderen Erinnerungsstücken in ihre Portfolios heften können.

Die Diplomübergabe ist für jeden frisch gebackenen Hundeprofi ein ganz besonderer Moment. Kindergartenleiterin Birgit Laske freut sich mit ihrem Team über die Unterstützung für ihr Konzept und die erfolgreiche Ankunft ihres neuen Teammitglieds: „,Simba‘ ist ein Glück, und ‚Simba‘ macht glücklich.“

Und das endet nicht am Kindergartentor: An der Niederbecksener Straße sind „Simba“ und seine kleinen und großen Begleiter bereits ein fester und ein gerngesehener Teil ihres Viertels.

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