1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kreis Minden-Lübbecke
  6. >
  7. "Wenn Klinikneubau, dann in Espelkamp"

  8. >

Vorschlag der Altkreis-Bürgermeister: "Kosten und Erträge gerecht verteilen"

"Wenn Klinikneubau, dann in Espelkamp"

Lübbecke/Espelkamp/Hüllhorst/Preußisch Oldendorf/Rahden/Stemwede

Alle sechs Bürgermeister des Altkreises Lübbecke haben am Freitagnachmittag eine gemeinsame Erklärung bezüglich des Standortes eines möglichen Klinikneubaus herausgegeben.

Die Bürgermeister aller sechs Kommunen des Altkreises Lübbecke haben eine gemeinsame Erklärung zum Standort eines möglichen Klinikneubaus abgegeben. Unter dem Voraussetzung der Finanzierbarkeit und Nachhaltigkeit empfehlen alle sechs ihren Räten, sich auf eine Fläche in Espelkamp festzulegen. Ein Vertrag soll geschlossen werden, dass alle Kosten und Erträge gerecht auf alle sechs Kommunen verteilt werden. Die Unterzeichner der Erklärung (von links): Michael Kasche (Hüllhorst), Dr. Henning Vieker (Espelkamp), Dr. Bert Honsel (Rahden), Kai Abruszat (Stemwede), Frank Haberbosch (Lübbecke) und Marko Steiner (Preußisch Oldendorf). Foto: Stadt Lübbecke

Kai Abruszat (Gemeinde Stemwede), Frank Haberbosch (Stadt Lübbecke), Dr. Bert Honsel (Stadt Rahden), Michael Kasche (Gemeinde Hüllhorst) und  Dr. Henning Vieker (Stadt Espelkamp) teilten mit, dass sie ihren jeweiligen Räten einen gleichlautenden Vorschlag unterbreiten werden. Für den Fall,  dass ein Klinikneubau vom Kreistag beschlossen werden sollte, wollen sie ihren Räten vorschlagen, sich für einen Standort in Espelkamp auszusprechen. Entscheidend dabei: Das gewählte Grundstück soll nach den Vorstellungen der Bürgermeister  von allen sechs Kommunen gemeinsam entwickelt werden.  Dabei soll eine vertragliche Vereinbarung geschlossen werde, dass alle Kosten und Erträge gleichermaßen gerecht unter allen beteiligten Städten und Gemeinden aufgeteilt werden.

In der Erklärung äußern sie sich kritisch zum gesamten Verfahren: „Als Bürgermeister der Kommunen im Lübbecker Land stellen wir fest, dass der vom Kreistag beschlossene Prozess zur Krankenhausentwicklung nicht auf die breite politische und gesellschaftliche Akzeptanz stößt, die es für so einen weitreichenden Schritt braucht. Auch hinter der Finanzierung sehen wir weiterhin große Fragezeichen."

Sie machen gleichzeitig deutlich, wieso sie in dieser Form die Initiative ergreifen: "Der Prozess kann aus unserer Sicht nur befriedet werden, wenn wir einen Weg einschlagen, an dessen Ende es keine Verlierer gibt. Dabei muss es nach unserer gemeinsamen Überzeugung ausschließlich darum gehen, wie wir bestmöglich die Krankenhausversorgung für alle Menschen im Lübbecker Land zukunftssicher aufstellen." Ausdrücklich betonen sie: "Wenn das nur mit einem zentralen Neubau zu haben ist, muss die Standortfrage innerhalb der kommunalen Familie des Lübbecker Landes gelöst werden, und zwar so, dass die gute Erreichbarkeit für alle Menschen des Altkreises gewährleistet ist."

Miteinander der Kommunen

Das Miteinander der Städte und Gemeinden sei dabei der einzig Erfolg versprechende Weg. "Nur wenn wir mit einer Stimme sprechen und Freud und Leid teilen, können wir zu einem Ergebnis kommen, das von einer breiten Mehrheit unserer Bevölkerung getragen wird."

Des Weiteren machen die Verwaltungsspitzen eindeutige Aussagen dazu, welche Bedingungen aus ihrer Sicht erfüllt sein müssen,  damit sie ihren Räten den  Einigungsvorschlag unterbreiten: "Unter der Voraussetzung einer Finanzierung, die weder die Mühlenkreiskliniken noch die Kommunen im Kreis überfordert sowie eines Konzepts, das den Aspekten von Nachhaltigkeit und Vermeidung von Flächenfraß ausreichend Rechnung trägt, werden wir unseren Räten folgenden gleichlautenden Vorschlag unterbreiten: Die Kommunen im Altkreis Lübbecke verständigen sich auf eine Fläche auf dem Gebiet der Stadt Espelkamp, entwickeln diese gemeinsam und schließen eine vertragliche Vereinbarung, die alle Kosten und Erträge gleichermaßen gerecht verteilt.“

Vier gleichberechtigte Grundstücke

Besonders spannend ist diese gemeinsame Erklärung der Altkreis-Bürgermeister vor dem Hintergrund, dass sich der Kreistag in seiner jüngsten Sondersitzung im Juli  zudem mehrheitlich mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP dafür ausgesprochen hat, den Weg in Richtung zweier neuer Krankenhäuser im Altkreis Lübbecke und in Bad Oeynhausen weiter zu beschreiten. Allerdings war die Standortfrage wieder offen, da sich der Kreistag  für  vier gleichberechtigte Grundstücke ausgesprochen hat - zwei in Lübbecke und zwei in Espelkamp. Zuvor hatte es zwei Favoritengrundstücken in Espelkamp und einen "Reservekandidaten" in Lübbecke gegeben. Im Rennen sind demnach aktuell  die Espelkamper Grundstücke „Gabelhorst“ und „Groß-Greben-Ding“  sowie die Lübbecker Flächen „Unter‘m Jockweg“ und  „Auf der Masch“.

Startseite
ANZEIGE