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Stadtwerke und Greenfiber wollen bis Ende Juni das Interesse der Lübbecker am neuen Glasfasernetz abfragen

Ab Juli soll gebuddelt werden

Lübbecke

Das Projekt flächendeckendes Glasfasernetz in Lübbecke nimmt Fahrt auf.

Friederike Niemeyer

Sie wollen die Glasfaserleitungen bis ins Haus bringen: Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Hannig (von links), Bürgermeister Frank Haberbosch und Greenfiber-Geschäftsführer Paul Gummert wollen den flächendeckenden Ausbau. Die Info-Kampagne beginnt jetzt. Foto: Friederike Niemeyer

Am Tag nach der Zustimmung des Stadtrateserklärte Paul Gummert, Geschäftsführer des Partnerunternehmens Greenfiber, dass Bürger sich ab sofort einen neuen Hausanschluss reservieren lassen können. Gibt es ausreichend Interessenten, soll im Juli mit dem Netzbau begonnen werden. Ende September 2023 soll die Fertigstellung sein.

Wie berichtet bildet ein Kooperationsvertrag zwischen Stadtwerken und Greenfiber die Grundlage für das neue kommunale Netz. Ziel ist es, die Glasfaser-Infrastruktur, die schnelles Internet auch bei steigenden Datenvolumina ermöglicht, allen Firmen und Privatleuten im Stadtgebiet zu üblichen Konditionen zugänglich zu machen.

Greenfiber-Geschäftsführer Paul Gummert

Der aktuell laufende Glasfaserausbau im Rahmen des geförderten „Masterplans“ im ganzen Kreis erreicht nur die gut 700 Haushalte, die bislang nichts oder fast nichts an Internetleistung haben. Die Firma Greenfiber, die für den Kreis in allen Kommunen diese Arbeiten ausführt, will nun in Lübbecke direkt weitermachen, und auch möglichst viele weitere Häuser anbinden. Die gemeinsam mit den Stadtwerken gegründete Gesellschaft, an der das kommunale Unternehmen eine 75,1-Prozent-Mehrheit hält, wird etwa 20 bis 25 Millionen Euro investieren, damit die notwendigen 162 Kilometer Kabel im Boden versenkt werden können. „Wir werden jeden Gehweg aufmachen müssen“, sagte Greenfiber-Geschäftsführer Paul Gummert.

Für seine Firma sei ein flächendeckender Ausbau in Lübbecke lohnend, weil sie hier ja bereits mit Tiefbaufirmen vor Ort sei, aber derzeit nur für sehr wenige Haushalte buddele. Aber je mehr der 11.500 Lübbecker Haushalte mitmachen, eine Anschlussgebühr über 100 Euro pro Haus zahlen und für zwei Jahre ihr Internet über Greenfiber beziehen, um so rentabler wird das Projekt für Greenfiber – aber auch für die Stadt und ihre Bürger, denn die Wertschöpfung fließt in die kommunale Kasse. Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Hannig sprach von vier Prozent Rendite. 40 Prozent der Haushalte sollten sich bis 30. Juni entschieden haben, damit es losgehen kann.

Bürgermeister Frank Haberbosch

Bürgermeister Frank Haberbosch will auch die Lübbecker von den Plänen überzeugen, die derzeit mit ihrem Anschluss zufrieden sind. Denn die digitalen Anwendungen und Datenmengen würden wachsen, so dass das gängige Kupferkabel wohl schon in einigen Jahren nicht mehr ausreichen werde. Glasfaser sei hingegen hundertmal leistungsfähiger. „Wir können jetzt ein echtes Zukunftsprojekt angehen. Gemeinsam machen wir Lübbecke schneller und lebenswerter“, sagte Haberbosch.

Wird das Projekt umgesetzt, entsteht in Lübbecke ein kommunales Netz: Die Stadtwerke hätten nicht nur aktuell die Anteilsmehrheit, sie hätten auch ein Vorkaufsrecht auf die restlichen Anteile der Gesellschaft. Auch wenn sich Greenfiber später möglicherweise zurückzieht, kann das Netz an einen anderen Dienstanbieter verpachtet werden: Die flächendeckende Infrastruktur bliebe in Händen der Kommune.

Die IHK-Zweigstelle in Minden befürwortet das Projekt. Geschäftsführer Karl-Ernst Hunting sagte auf Anfrage: „Gerade in der aktuellen Zeit ist es zu begrüßen, wenn die Bereitstellung grundlegender Infrastruktursysteme für die ortsansässigen Wirtschaftsunternehmen sehr deutlich beschleunigt wird.“ Gerade auch solitär im Außenbereich liegende Betriebe würden oft eine bessere Versorgung benötigen.

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