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ABBA-Show unter Corona-Bedingungen begeistert in der Lübbecker Stadthalle

Als Dank leuchten die Handys

Lübbecke (WB). Eine Hommage an ABBA hat das Ensemble um Veranstalter Peter Wölke mit der Show „Dancing Queen“ jetzt auf die Bühne der Stadthalle gebracht. Nicht mitsingen zu dürfen hat das Publikum sicher einiges an Selbstbeherrschung abverlangt, aber mit viel Applaus und hoch über den Köpfen geschwenkten Handy-Taschenlampen haben die 220 Gäste der Show, bei der ein Hit den nächsten jagte, das Phänomen ABBA gefeiert – so gut es in diesen Zeiten möglich ist.

Ria Stübing

Die beiden Sängerinnen Christin Hölck und Susan Albers standen im Mittelpunkt der ABBA-Show in der Stadthalle. Foto: Ria Stübing

„Wir möchten Ihnen eine Geschichte erzählen“, begann Moderator Peter Wölke, nachdem er mit dem ABBA-Hit „Dancing Queen“ auf dem Saxophon das Startsignal für die gleichnamige Show gegeben hatte. Er berichtete von den großen Tourneen der Gruppe durch Europa und Australien, vom legendären Open-Air-Konzert im Londoner Wembley-Stadion und dem Sieg mit „Waterloo“ beim Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest) 1974 in Brighton, der für die vier Schweden seinerzeit den internationalen Durchbruch bedeutete.

Unvergessene Lieder

Im Mittelpunkt des Abends standen all die unvergessenen Lieder, mit denen Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny ihren Erfolg fortsetzen konnten, bis die Band sich 1982 zu einer Band-Pause, so die offizielle Version, trennte. Mit „Voulez Vous“ und „Chiquitita“ gaben die beiden Sängerinnen Christin Hölck und Susan Albers ihren Einstand auf der Lübbecker Bühne, beim dritten Stück „Money, Money Money“, zu dem die Projektionstechnik ganz passend jede Menge Dollarzeichen auf die Kulisse zauberte, hatte das Publikum endlich Feuer gefangen und klatschte begeistert den Takt mit.

Für Band und Zuschauer gab es danach kein Halten mehr: Mit „Super Trouper“, „Waterloo“, „S.O.S.“ und „Fernando“ folgte Hit auf Hit. Im Saal durfte zwar nicht gesungen werden, aber Klatschen war erlaubt, und so zeigte sich eben auf diese Art und Weise die Begeisterung der Fans.

Immer wieder überraschten die Frontfrauen auf der Bühne mit neuen Kostümen, natürlich alle im Stil der wilden Siebziger. Mal wirbelten die beiden im engen Samtanzug mit Volants über die Bühne, mal im sanft fließenden weißen Gewand, dann wieder im hautengen Paillettenkleid, natürlich im Mini-Look. Die Bühnentechnik untermalte jedes Stück mit neuen Lichteffekten und Projektionen im Hintergrund und machte das Konzert zu einem Fest für alle Sinne.

Besonderer Leckerbissen

Susan Albers, die auf der Bühne Anni-Frid verkörperte, dürfte den einen oder anderen Lübbecker schon 2019 begeistert haben, als sie mit der Big Band der Bundeswehr auf dem Marktplatz aufgetreten ist. An diesem Abend in der Stadthalle hielt sie noch einen besonderen Leckerbissen für die Zuhörer bereit: Die Pop-Hymne „Lay All Your Love On Me“ interpretierte sie ganz neu, als sinnlich-sehnsüchtige Ballade, bei der sie sich selbst auf dem Klavier begleitete. Der Kopf des Ensembles, Peter Wölke, gab bei „The Way Old Friends Do“ ein Stelldichein mit dem Akkordeon und ließ so noch einmal die Erinnerung an das Konzert in Wembley aufleben.

Bei „Thank You For The Music“ – passender hätte an dieser Stelle kein Titel sein können – schwenkten überall im (zwangsläufig) lückenhaft besetzten Zuschauerraum begeisterte Menschen ihre leuchtenden Mobiltelefone über dem Kopf, um den Musikern für die großartige Show zu danken.

Gestiegener Aufwand

Zwar standen die Damen bei der Show stets an vorderster Front, doch ohne die im Hintergrund an ihren Instrumenten wirkenden Herren wäre das ganze ABBA-Arrangement kein solches gewesen. Virtuos am Schlagzeug und im Verlauf des Abends mit einem Solo gewürdigt: „Der Show-Mann hinter Glas“, wie Peter Wölke Schlagzeuger Benedikt Hesse scherzhaft betitelte, da er sich auf der Bühne aus aktuellem Anlass nur in einem gläsernen „Käfig“ austoben darf. Ebenso wichtig, wenngleich zumindest räumlich immer einen Schritt hinter den beiden Protagonistinnen: Leonhard Küppers an der Gitarre, Gero Gellert am Bass, Gero Körner am Piano und nicht zuletzt Sänger Marco Fahrland.

Die wohl corona-bedingt vorerst letzte Veranstaltung ihrer Art hat dem Team der Stadthalle Lübbecke eine Menge abverlangt. Rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um Marc Heggemann (verantwortliche Fachkraft für Veranstaltungstechnik) müssen aktuell den Aufbau im Zuschauerraum den Auflagen anpassen, die sich mit dem Infektionsgeschehen regelmäßig ändern. „Etwa 50 Arbeitsstunden brauchen wir für so einen Abend wie heute“, erklärte Heggemann. Er fügte hinzu, dass der Aufwand um etwa 40 Prozent gegenüber „normalen Zeiten“ gewachsen sei. Zur Ruhe kommt das Team auch im Lockdown nicht, da beispielsweise politische Sitzungen aufgrund des höheren Platzbedarfs pro Person in Innenräumen in der Stadthalle abgehalten werden und somit natürlich auch entsprechend vorbereitet werden müssen.

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