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Endlich wieder Schüleraustausch

Aus Lübbecke über den großen Teich nach New York

New York/Lübbecke

Seit 2010 ist der Austausch mit der Delaware Academy in Delhi, New York, Tradition in der Oberstufe des Wittekind-Gymnasiums.

Die deutsch-amerikanische Gruppe vor der Delaware Academy in Delhi (New York).

In den Jahren 2020 und 2021 konnte dieses Projekt allerdings aufgrund von Corona nicht stattfinden. Doch nun war es endlich wieder soweit: Zwei Wochen vor den Herbstferien flogen 18 Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 unter der Begleitung der Englischlehrinnen Jessica Stefener und Silke Horst nach New York, wo sie zehn Tage lang bei ihren Austauschpartnern lebten und die Gastfreundschaft der Amerikaner genießen durften.

Wie in den Highschool-Filmen

Den ersten Tag verbrachten die Gäste komplett mit ihren Partnern und schon nachwenigen Stunden in der Schule waren sich alle Wittekind-Schüler einig: Es ist einfach genauso, wie in den ganzen Highschool-Filmen! Das imposante Backsteingebäude, die breiten Flure mit all den großen Schließfächern, die Unterrichtsräume mit den Einzeltischen, die Trinkbrunnen, die Caféteria und vor allem die Sportstätten – alles scheint aus einer anderen Welt zu stammen. Die Sporthalle mit dem auf Hochglanz polierten Holzfußboden, die nagelneuen Tennisplätze, das „Gym“ und auch die anderen Sportstätten machen deutlich: hier wird Sport großgeschrieben.

Und so nehmen bereits am ersten Tag ein paar der Lübbecker Schüler nachmittags am Fußballtraining und auch am Cross-Country-Training teil und laufen nach Unterrichtsschluss über die Fußballplätze oder mit der Laufgruppe durch den beschaulichen Ort Delhi. Einige  Schülerinnen besuchen ein Fußballspiel des Junior-High-Teams.

Sport bestimmt das Leben

Die Sportwettkämpfe der Schule bestimmen auch die restliche Zeit in Delhi, denn wenn die Gastschwester ein Fußballspiel hat, dann geht die ganze Familie mit Campingstühlen zum Anfeuern zum Spiel, und auch beim Volleyballspiel des weiblichen Highschool-Teams trifft sich die halbe deutsche Gruppe wieder. In Amerika, das wird deutlich, ist Schule dadurch auch Lebensraum und viele Jugendliche tragen wie selbstverständlich und mit Stolz ihre Bulldogs-Shirts und -Hoodies und manche Jungen in der Middle School laufen sogar morgens schon im American-Football-Trikot herum.

Ein weiterer großer Unterschied zum Schulalltag in Deutschland ist jedoch, dass die Schüler in Delhi viel weniger Freiheiten haben als die Jugendliche nin Lübbecke. Einfach mal kurz auf den Schulhof gehen – oder womöglich in der Freistunde oder Mittagspause in die Stadt? Das ist undenkbar und verboten in Delhi. Wer das Schulgebäude verlässt, kann lediglich vorne beim Sekretariat klingeln und so wieder in das Gebäude gelassen werden.

Dünn besiedelter Norden

Was sonst lernt man in zehn Tagen Delhi? Es gibt sehr viele Museen in der Gegend und noch mehr Wald. Die Museen zeigen vor allem historische Gebäude und geben den Lübbecker Gästen einen Eindruck davon, wie das Leben der ersten Einwanderer ausgesehen hat und wie sich auf der anderen Seite das Leben der indigenen Stämme durch die Kolonialisierung Amerikas verändert oder verschlechtert hat. Die riesigen Wälder zeigen vor allem, wie dünn besiedelt der Norden Amerikas ist und wie wunderschön die sogenannten Catskill-Mountains sind. Eine Wanderung am letzten Tag in Delhi ließ zudem erahnen, warum so viele Menschen aus New York City diese Region mit ihrer unberührten Natur so lieben und sie zunehmend für eine Auszeit von der Stadt nutzen.

Beeindruckend war außerdem ein Ausflug zum Regierungssitz in Albany, wo die deutschen Gäste vom Senator höchstpersönlich empfangen und durch das Regierungsgebäude geführt wurden. In guter Erinnerung bleibt aber vor allem, dass Gastfreundschaft und Großzügigkeit in Delhi eine andere Bedeutung oder Dimension haben. Die amerikanischen Familien überhäuften ihre Gäste nicht nur mit leckerem Essen – sie versorgten sie zudem mit Delhi-Shirts und -Hoodies oder sogar mit einem signierten Celtics-Basketball, sie fuhren nach Washington D.C. oder nach New York City, um ein Footballspiel anzuschauen oder brachten den Deutschen bei, Traktor zu fahren oder Blumen zu trocknen.

Beeindruckende Metropole

Nach zehn Tagen in Delhi brach die deutsche Gruppe nach New York City auf, wo sie nicht nur bei schönstem, sonnigen Wetter von der Fähre aus die New Yorker Skyline genießen und die Freiheitsstatue fotografieren oder die Ruhe im Central Park genießen – sondern zudem auch einen atemberaubend schönen Sonnenuntergang auf dem Rockefeller Center erleben durfte. Ein Besuch des 9/11-Museums zeigte zudem anschaulich, wie die Anschläge von 2001 die Stadt und das ganze Land erschüttert haben.

All diese schönen Erinnerungen haben die Lübbecker Gruppe zusammengeschweißt und viele Schüler sind noch immer in ständigem Austausch mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin – erst recht, weil der Besuch der amerikanischen Gäste schon Ende November ansteht. Für die Zeit in Deutschland ist geplant, viele Aktivitäten mit der ganzen Gruppe zu unternehmen, so dass sich alle untereinander noch besser kennenlernen und die Zeit in Lübbecke gemeinsam genießen können.

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