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Falkenweg soll für 110.000 Euro im nächsten Jahr fertiggestellt werden

Ausbaubeschluss gegen Anwohner

Nettelstedt (WB/fn). Etwas Teer und Split, eine Straßenlaterne, ein Gully und Parkmöglichkeiten auf Grasstreifen – so sieht der Falkenweg in Nettelstedt aus. Die löchrige Fahrbahndecke gewinnt keinen Schönheitspreis, doch die Anlieger der Sackgasse in bislang drei Einfamilienhäusern und einem Mehrfamilienhaus sind mit ihrer Situation offenbar zufrieden. Zumindest wollen sie keinen teuren Ausbau. Der Bauausschuss der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung dennoch genau dies beschlossen, einstimmig.

Der Falkenweg in Nettelstedt soll 2020 ausgebaut werden. Die Anlieger wollen dies nicht. Foto: Friederike Niemeyer

Seit 2012 befindet sich der Falkenweg im mittelfristigen Straßenbauprogramm von Lübbecke. Entsprechend wurden damals auch erstmals die Anlieger angeschrieben, wie Baudezernent Ingo Ellerkamp berichtet. Es gehört in Lübbecke dazu, dass Grundstückseigentümer möglichst frühzeitig darauf aufmerksam gemacht werden, dass in der Zukunft Anliegerbeiträge für den Straßenausbau auf sie zukommen können. 2017, als der Bauausschuss die Baumaßnahme für 2019 terminierte, gab es ein erneutes Anschreiben an die Hauseigentümer, und dann jetzt schließlich die Einladung zur Anwohnerversammlung Ende September.

Stadt sieht Handlungsbedarf

Aus Sicht der Stadt besteht beim Falkenweg zu Recht Handlungsbedarf. Ingo Ellerkamp: »Der Weg befindet sich im Zustand einer Baustraße.« Doch die Anlieger sprachen sich bei der Versammlung gegen die gesamte Maßnahme aus. Außerdem hielten sie die Größenordnung des Ausbaus für nicht notwendig und auch bei der Straßenbeleuchtung sahen sie keinen Handlungsbedarf.

Konkret sehen die Pläne der Stadt vor, eine sogenannte Mischverkehrsfläche aus Asphalt für Fahrzeuge und Fußgänger zu schaffen: in einer Breite zwischen 3,85 und 4,20 Meter. In den Randbereichen soll es weiter unbefestigte Rasenstreifen geben. Das Regenwasser soll einseitig über eine Gosse und Einläufe in den vorhandenen Mischwasserkanal eingeleitet werden. Und drei Straßenlaternen sollen die bereits vorhandene einzelne Leuchte ergänzen. »Das ist die minimal mögliche Ausbauvariante, darunter lässt sich nichts machen«, sagte Ellerkamp.

Stichweg soll gleich mit bearbeitet werden

Der Baudezernent plädiert auch dafür, den kleinen Stichweg, der zwei noch unbebaute Grundstücke erschließt, gleich mitauszubauen. Ein Verschieben in die Zukunft und Ausbau in zwei Etappen würde alles teurer machen. »Speziell für die beiden Eckgrundstücke«, sagte Ellerkamp. Derzeit rechne die Verwaltung überschlägig mit einer Baukostensteigerung von sieben Prozent pro Jahr. Mit Blick auf den Widerstand der Anwohner sagte Ellerkamp: »Den Ausbau dennoch zu beschließen, ist keine Aufgabe, die besonders sexy ist. Die Stadt bleibt dennoch bei der Auffassung, dass es sinnvoll ist.«

Die Kosten veranschlagt die Stadt mit 110.000 Euro. 2020 soll die Sanierung umgesetzt werden. Alte D-Mark-Beträge, die die Anlieger früher bereits als Vorzahlung geleistet hätten, würden angerechnet. Ellerkamp sprach von einem Quadratmeter-Beitrag von 20 Euro. Die Bauausschussmitglieder stimmten den Plänen geschlossen zu.

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