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Neues Schuljahr voller Veränderungen – Wittekind-Gymnasium in Lübbecke gut vorbereitet

Bis zu elf Stunden Maske tragen

Lübbecke (WB). Mittwochmorgen, 7.35 Uhr: In zehn Minuten beginnt das neue Schuljahr. Nach und nach treffen die Schüler des Wittekind-Gymnasiums in ihren neuen Aufenthaltsbereichen ein. Auf alle etwa 900 Wittekind-Schüler wartet ein Jahr voller Ungewohntheiten – noch über die Maskenpflicht hinaus. Die Zwölftklässler Jana Müller und Julius Maaß (beide 17) trifft die Maskenpflicht besonders hart, als Oberstufenschüler haben sie bis zu elf Stunden Unterricht an einem Tag.

Joscha Westerkamp

Die Zwölftklässler Jana Müller und Julius Maaß sehen dem Schulstart mit Maske am Wittekind-Gymnasium in Lübbecke positiv entgegen. Anders als manche ihrer Mitschüler tragen sie ihren Mund-Nasen-Schutz freiwillig sogar schon zehn Minuten vor offiziellem Unterrichtsbeginn – während sie auf ihrer neuen Aufenthaltsfläche hinter einer Sporthalle warten. Foto: Joscha Westerkamp

„Ich war überrascht, als ich von den Maßnahmen erfahren habe“, sagt Julius. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so offen weitergeht. Aber durch die Maske fühlt man sich ein bisschen sicherer.“ Wenn er die Wahl hätte, würde Julius dennoch das alte System bevorzugen: ohne Maske, dafür in halben Kursgrößen mit Mindestabstand. „Das war angenehmer. Am nervigsten ist jetzt, dass meine Brille im Unterricht immer beschlägt.“ Wenn er die Maske regelmäßig wechsle, halte er das Maske-Tragen aber für aushaltbar.

Mitschülerin Jana Müller findet die strikte Maskenpflicht gar nicht so schlimm: „Ich habe im Mai einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, da musste ich die Maske auch acht Stunden lang tragen. Irgendwann vergisst man, dass man die aufhat. Dann stört sie einen gar nicht mehr.“ Nur bei der derzeitigen Hitze sei das unangenehm. Insgesamt sprechen sich aber beide klar für die Maske aus.

Notfallplan

Das Wittekind-Gymnasium sei bestens für den Schulstart gewappnet, sagt Schulleiter Dr. Eberhard Hagemeier. Er und seine Kollegen haben nicht nur rechtzeitig die Vorgaben des Ministeriums umgesetzt, sie haben auch einen Notfallplan für den Fall vorbereitet, dass der Unterricht ohne Abstand doch nicht funktioniert. „Es war ein gehöriger Aufwand“, sagt Eberhard Hagemeier.

Um eine Durchmischung von Jahrgängen zu vermeiden, blieben die Schüler in den Pausen draußen in ihnen zugeteilten Aufenthaltsbereichen. „Wenn es regnet, geht das natürlich nicht“, so Hagemeier. „Dann müssen die Schüler in den Klassenräumen bleiben.“ Jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften biete man aktuell nicht an, höchstens stufeninterne. Und die strikte Maskenpflicht? Die sei natürlich sehr belastend für Schüler und Lehrer, sagt Hagemeier. Aber: „Die Maßnahme ist sinnvoll. Wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, müssen wir Masken tragen.“ Sonst müsse man zurück zu den alten Distanzregeln.

Für diesen Fall ist man vorbereitet: „Wir haben bei der Erstellung der Stundenpläne vorgesehen, dass es alternierende Distanz- und Präsenzphasen geben kann“, sagt Hagemeier. So sei es mit der technischen Ausstattung der Schule und dem fertigen Stundenplan möglich, alle Klassen wieder zweizuteilen – und wöchentlich wechselnd von zu Hause und in der Schule zu unterrichten. „Das könnten wir umsetzen, leicht wird es aber auch nicht“, sagt Hagemeier.

Doppelstundensystem aufgehoben

Um das möglich zu machen, habe man unter anderem das strikte Doppelstundensystem der Schule aufgehoben und sei nach vielen Jahren wieder zu gelegentlichen Einzelstunden zurückgekehrt. Zwei abwechselnde Stundenpläne („A- und B-Woche“) gebe es auch nur noch sehr begrenzt. Die gesamte Planung habe sehr viele Stunden Arbeit gekostet, sei aber innerhalb der gegebenen Zeit machbar gewesen, so Hagemeier.

Und die Lehrer? Die sehen sogar Positives. „Wieder Einzelstunden zu haben, ist gut“, sagt Tobias Tauchert, Stufenleiter des zwölften Jahrgangs und Fachlehrer für Mathematik und Chemie. „In zwei Einzelstunden lernt man mehr als in einer Doppelstunde. Wir müssen uns nur erstmal daran gewöhnen.“ Mit der Maske käme er zurecht, glaubt Tobias Tauchert. „Es sollte gut möglich sein, mich mit Maske zu verstehen. Ich spreche ja laut und deutlich.“

Erstmal müsse man einen gewissen „Alltag“ in das Neue bringen, dann könne man weiterschauen, so Tauchert. „Das alternierende System mit Präsenz- und Distanzphasen wäre vermutlich entspannter für beide Seiten. Aber dann muss man sicherstellen, dass zu Hause Aufsicht geleistet werden kann. Das ist ein großes Problem.“

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