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Schon 3590 Anträge – Büro im Rathaus in Lübbecke wird auch gut genutzt

Briefwahl ist gefragt wie nie

Lübbecke (WB). Der Trend geht zur Briefwahl. So lassen sich die Zahlen auf einen einfachen Nenner bringen, die Andreas Püfke, Pressesprecher der Stadt Lübbecke, auf Nachfrage dieser Zeitung am Mittwoch vorgelegt hat.

Stefan Lind

Der Trend zur Briefwahl ist enorm: Schon 3590 Bürger haben in Lübbecke einen entsprechenden Antrag gestellt, damit sie die Kreuze zur Kommunalwahl zu Hause machen können. Auch das Wahlbüro im Rathaus erfreut sich großer Beliebtheit. Foto: dpa

Es ist nicht nur ein Trend, fast könnte man von einer Massenbewegung sprechen. Vor der Kommunalwahl 2014 hatten zum vergleichbaren Zeitpunkt 2805 Bürger ihre Briefwahlunterlagen im Lübbecker Rathaus beantragt, in diesem Jahr sind es bereits 3590. „Das ist ein signifikanter Anstieg“, stellt Püfke fest und betont – nach Rücksprache mit den Experten –, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sei. Soll heißen: Es sei nicht so, dass schon jetzt ein Großteil der Anträge gestellt worden sei, „wir gehen stattdessen davon aus, dass sich die Zahl bis zum Wahltermin noch verdoppeln wird.“ Grob gerechnet wären das dann mehr als 7000 Wahlberechtigte, die diese Möglichkeit nutzen – angesichts einer Gesamtzahl von knapp 21.000 im Lübbecker Stadtgebiet also gut ein Drittel.

„Sicherlich hat das Interesse an der Briefwahl auch mit dem Corona-Virus zu tun“, sagt Püfke. „Aber was die Wähler genau antreibt, bleibt ebenso ein Geheimnis wie die Frage, wo sie am Wahltag ihre Kreuze machen werden.“

Stimme vor Wahltermin im Rathaus abgeben

Seit dem 24. August besteht auch die Möglichkeit, seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin direkt im Rathaus abzugeben. Dazu ist im Wahlbüro eine Urne aufgestellt. Auch von dieser Möglichkeit werde rege Gebrauch gemacht, erklärt Püfke. Die Bürger, die auf diesem Wege ihre Kreuze auf den Wahlzetteln machen, sind in den Zahlen zu den Briefwahlunterlagen gar nicht enthalten.

Lübbecke liegt damit in der Tat im Trend, denn landesweit sind die Zahlen ähnlich. Mit mehr als 200.000 Briefwahlanträgen rechnet zum Beispiel die Stadt Köln. Schon 2014 waren es 140.000 Menschen, die sich für eine Wahl per Brief entschieden hatten. In Dortmund haben knapp drei Wochen vor der Wahl fast 16.000 Menschen Briefwahl beantragt, das ist ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem vorherigen Mal.

Trotz allem ist es immer noch die Mehrzahl der Bürger, die sich am eigentlichen Wahltag, also am Sonntag, 13. September, auf den Weg in die Wahllokale macht. Was den Schutz vor dem Corona-Virus angeht, haben sich alle Beteiligten im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Es gibt für die verschiedenen Wahllokale jeweils ein Hygienekonzept. Fast überall kann das „Einbahnstraßenprinzip“ umgesetzt werden. Es gibt die Möglichkeit zur Händedesinfektion. Die Wählerinnen und Wähler werden gebeten, mit Mund-Nase-Bedeckung zu kommen und einen eigenen Stift mitzubringen. Diese gibt es aber auch in den Wahllokalen. Der Wahlvorstand ist mit Plexiglasscheiben und Mund-Nase-Bedeckungen ausgestattet. Die Wahlkabinen werden regelmäßig desinfiziert.

Wahlvorstände sind zu besetzen

Die Stadt Lübbecke sucht übrigens noch Freiwillige, die nicht nur abstimmen, sondern auf ganz andere Art und Weise live dabei sein möchten. In 19 Wahlräumen im gesamten Stadtgebiet sind Wahlvorstände zu besetzen, bestehend jeweils aus einem Wahlvorsteher und einem Schriftführer, deren Vertretern sowie drei bis fünf Beisitzern. In der Regel wird der Wahltag dabei in eine Vormittags- und eine Nachmittagsschicht aufgeteilt. Um 18 Uhr schließlich beginnt die gemeinsame Auszählung der Stimmzettel. Wünsche hinsichtlich der Funktion und des Einsatzortes werden soweit möglich berücksichtigt.

Mitmachen können Bürgerinnen und Bürger, die die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit und am Wahltag ihr 16. Lebensjahr vollendet haben. Besondere Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Und wer neben der Demokratie noch eine zusätzliche Motivationshilfe braucht: Der Einsatz wird mit einem „Erfrischungsgeld“ von 40 Euro belohnt. Interessenten melden sich beim Wahlamt der Stadt Lübbecke, Carolin Lange, Telefon 05741/276285, E-Mail c.lange@luebbecke.de, oder Jasmin Detering (Durchwahl -119), E-Mail j.detering@luebbecke.de.

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