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Demonstration vor dem Düsseldorfer Landtag – auch Firma Aschemeyer aus Lübbecke dabei

Busunternehmer fordern Unterstützung

Lübbecke/Düsseldorf (fs). Mehr als 100 Fahrten sind beim Lübbecker Busunternehmen Aschemeyer seit März aufgrund der Corona-Verordnungen und des Shutdowns storniert worden. Wann die Reisebusse wieder regulär durch Deutschland rollen dürfen, ist derzeit noch unklar. Und auch eine finanzielle Unterstützung seitens der Regierung für Busunternehmen ist noch nicht wirklich in Sicht. Vor dem Landtagsgebäude in Düsseldorf haben Mitarbeiter des Lübbecker Familienbetriebes deshalb am Mittwoch mit vielen weiteren Betroffenen für mehr Unterstützung demonstriert.

500 Menschen haben sich an der Demo in Düsseldorf beteiligt – darunter auch Mitarbeiter der Firma Aschemeyer aus Lübbecke. Foto:

Gemeinsam mit den angestellten Busfahrern Michael Kotlarski, Werner Katenbrink und Eddy Reiswich hat sich Unternehmerin Magret Aschemeyer an der Aktion beteiligt, die der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) organisiert hat. „Der Bustourismus wird derzeit sehr stiefmütterlich behandelt“, nennt Magret Aschemeyer im Gespräch mit dieser Zeitung den Grund dafür. Vor allem im Tourismus liege bei sehr vielen Busunternehmen der Einnahmenschwerpunkt und würde das Überleben vieler Betriebe absichern.

„Wir haben jetzt eigentlich Hauptsaison und müssen alle zuhause bleiben. Es gibt auch keine Klarheit darüber, wann wir wieder fahren dürfen“, sagt sie. Zwar habe die Landesregierung NRW noch am Mittwochabend entschieden, dass Reisebusse unter strengen Vorschriften vom 30. Mai an wieder in NRW fahren dürfen. „Wir brauchen aber eine bundesweit einheitliche Regelung, sonst bringt uns das nichts“, erklärt die Unternehmerin.

Ein Rettungsschirm könnte den Unternehmen helfen

Zudem fordern die Busunternehmer einen finanziellen Rettungsschirm für die Branche. „Wir müssen alle Fahrzeuge auch weiterhin den jährlichen Untersuchungen unterziehen. Die Sicherheit steht natürlich an erster Stelle.“ Aber bei 200 Untersuchungen aller 20 Fahrzeuge insgesamt pro Jahr seien die Kosten bei Aschemeyer und vielen weiteren Unternehmen auf Dauer und ohne Einnahmen nicht tragbar. „Und wir haben hier auch noch 15.000 neue Kataloge liegen, die wir natürlich in Vorleistung bezahlen mussten“, berichtet die 47-Jährige.

Darüber hinaus fordern die Busunternehmer, dass es eine sogenannte Fondslösung für den Touristiksektor geben müsse. Denn viele Leistungserbringer wie Hotels oder Reiseveranstalter würden die von Busunternehmen bereits geleisteten Vorauszahlungen nicht erstatten. Und auf der anderen Seite würden Kunden ihr Geld zurückfordern. „Die freiwillige ‚Gutscheinlösung‘ hilft da nicht weiter“, heißt es in der Resolution, die bei der Demonstration vorgetragen wurde.

Bundesweit einheitliche Regelungen gefordert

Vor allem die Erlaubnis zur Wiederöffnung für Gastronomen, Einzelhändler und manche Veranstalter sieht Magret Aschemeyer kritisch. „Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt es Lockerungen, dass man wieder etwas unternehmen darf, andererseits bleibt die Kontaktbeschränkung erhalten. Das ist für uns ein großes Problem.“ Hinzu komme, dass in Bussen strenge Regeln eingehalten werden müssen, wie viele Fahrgäste mitfahren dürfen. „In Hessen ist das ein Gast pro fünf Quadratmeter. Pro Bus sind das etwa fünf Gäste. Das lohnt sich kaum“, sagt Aschemeyer.

Ein Hygienekonzept gebe es aber natürlich trotzdem und auch alle Vorschriften würden eingehalten. „Wir brauchen aber grundsätzlich eine bundesweit einheitliche Regelung und finanzielle Unterstützung“, sagt sie weiter.

Laut Magret Aschemeyer habe NRWs Wirtschaftsminister An­dreas Pinkwart (FDP) bei der Demonstration zwar keine konkreten Lösungen vorgetragen, aber zumindest Unterstützung für die Branche zugesichert.

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