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Immer früher: Viele Kunden haben schon am zweiten Advent ihre Tanne geholt

Der Baum gehört zu Weihnachten

Blasheim

Wer in diesen Tagen auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum ist, hat auf dem Hof Siebe in Blasheim gute Chancen, fündig zu werden. Jedoch sollte dieser Einkauf besser nicht auf die letzte Minute verschoben werden, da die Auswahl dann knapp werden kann.

Ria Stübing

Sie gehören zum Fest einfach dazu: Weihnachtsbäume gibt es noch genug zur Auswahl auf dem Hof Siebe Foto: Ria Stübing

Wer in diesen Tagen auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum ist, hat auf dem Hof Siebe in Blasheim gute Chancen, fündig zu werden. Jedoch sollte dieser Einkauf besser nicht auf die letzte Minute verschoben werden, da die Auswahl dann knapp werden kann.

„Die Leute kommen in diesem Jahr früher. Wer sonst am dritten Advent seinen Baum geholt hat, hat das in diesem Jahr häufig bereits am zweiten Adventswochenende erledigt“, hat Bernd Siebe bei vielen seiner treuen Stammkunden beobachtet. Der Verkauf geht übrigens trotz der strengen Vorgaben zum Corona-Lockdown weiter (siehe Info-Kasten).

Seit 1992 baut Siebe die beliebten Nadelbäume an, ohne die sich viele Deutsche gar kein Weihnachtsfest vorstellen können. 80 Hektar Kulturen mit Nordmanntannen bewirtschaftet der Landwirt und bekommt dabei auch die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren: „Wenn der Winter, wie in den vergangenen zwei Jahren, zu mild ist, haben wir im Frühjahr mit Spätfrösten zu kämpfen.“ Auch in diesem Jahr habe es mehrere Nächte mit Bodenfrost im Mai gegeben, erklärt er. „Die Setzlinge aus dem Vorjahr verfrieren dann und wir brauchen einen großen Arbeitsaufwand, diese jungen Bäume so zu beschneiden, dass sie später die gewünschte Form erreichen.“

Ruhiger auf dem Hof

Neben dem heimischen Hof gibt es 21 weitere Verkaufsstände – die am weitesten entfernten befinden sich in Bielefeld und Osnabrück – an denen die Bäume aus Blasheim zu erwerben sind. Auf die Frage, wie man den Baum am besten frisch hält, hat Siebe eine simple Antwort: „Wasser.“ Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Schnittstelle hell ist, denn dies deutet darauf hin, dass der Baum erst kürzlich geschnitten wurde. „Wir schneiden den Baum auch gerne noch einmal frisch an, bevor der Kunde ihn mit nach Hause nimmt“, verspricht er, weist aber darauf hin, dass dies nur von Nutzen ist, wenn der Stamm dann auch zeitnah ins Wasser gestellt und das Reservoir im Baumständer regelmäßig nachgefüllt wird.

Ruhiger ist es in diesem Jahr auf dem Hof. Die Geselligkeit bleibt im Corona-Jahr auf der Strecke. „Das ist alles Geschichte“, sagt Bernd Siebe nicht ohne etwas Wehmut in der Stimme, äußert sich aber auch sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit Ordnungs- und Gesundheitsamt bei der Erstellung des Hygienekonzeptes. Dieses habe er im August erstellt, den Behörden vorgelegt, von denen ein paar Tipps bekommen, die er dann noch umgesetzt habe. Unter anderem musste er die Unterkünfte für seine zwölf Saisonarbeitskräfte aus Rumänien und Polen vergrößern.

Investition in Coronaschutz

„Es entstehen schon einige Kosten, bis man allen Verordnungen gerecht wird“, stellt er fest. Auch die Weihnachtsscheune ist den aktuellen Anforderungen angepasst worden und bietet auf 250 Quadratmetern alles, was den Weihnachtsbaum zum Funkeln und Leuchten bringt, sowie jede Menge Kleinigkeiten zum Dekorieren und Verschenken. Handdesinfektion und vorgegebene Laufwege sind mittlerweile den meisten Kunden fast schon zur Gewohnheit geworden und stören an diesem Ort in keiner Weise. „Die Leute freuen sich, dass hier wenigstens noch Weihnachtsstimmung aufkommt, wo es schon keine Weihnachtsmärkte gibt“, beobachtet Mitarbeiterin Britta Gendatis, die in diesem Jahr zum ersten Mal hier hinter der Kasse steht.

Manch eine Tanne aus Siebes Kulturen legt bis zum Fest Hunderte von Kilometern zurück, seit Florian Siebe, der Sohn des Landwirts, 2019 sein eigenes Versandunternehmen gegründet hat. „Die Bestellungen kommen aus der ganzen Republik, vereinzelt auch aus dem Ausland“, berichtet Florian Siebe. Alle Bäume stammten aus dem eigenen, nachhaltigen Anbau und der Versand erfolge CO2-neutral.

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