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530. Schützenball des Lübbecker Bürgerbataillons: Geschenk zum Abschied für Esdar

Die "12" ist für "Henner" garantiert

Lübbecke

Es ist ein denkwürdiger Kommers zum 530. Schützenball in Lübbecke gewesen, der am Freitagabend gefeiert wurde. Im Mittelpunkt stand Heinrich Esdar, der nach 30 Jahren im Kommando eine ganz besondere Zielscheibe aus den Händen von Kommandeur Christoph Barre erhielt.

Von Kai Wessel

Nach längerer Auszeit hat das Lübbecker Schützenbataillon am Freitagabend den Auftakt zum 530. Schützenball gefeiert. Es war ein Kommers wie zu besten Zeiten: mit Orden, Tradition und Tränen. Foto: Kai Wessel

Sie sangen, sie standen, sie applaudierten – und es war so schön wie damals: Nach längerer Auszeit hat das Lübbecker Schützenbataillon am Freitagabend den Auftakt zum 530. Schützenball gefeiert. Es war ein Kommers wie zu besten Zeiten: mit Orden, Tradition und Tränen. Für Heinrich Esdar war es ein emotionaler Abend.

Jahrzehntelange Dienste

Nach 30 Jahren im Kommando saß der langjährige Adjutant nicht auf seinem angestammten Platz auf der Bühne, sondern beim Fußvolk, im Festzelt: „Von oben hat man den besseren Überblick, aber hier unten kann ich immerhin machen, was ich will“, sagte Esdar. Seine Ehrung zählte zu den Höhepunkten des Abends. Sichtlich gerührt und mit etwas feuchten Augen hörte „Henner“ die Laudatio von Kommandeur Christoph Barre, der unter anderem an die Bataillonschronik zum 525-jährigen Jubiläum der Bürgerschützen erinnerte, an der Esdar maßgeblich mitgewirkt hatte. Als Dank für jahrzehntelange Dienste erhielt der Hauptmann eine Zielscheibe, auf der nur die „12“ zu treffen ist. Eine Spezialanfertigung. Da Esdar nie Schützenkönig wurde, bekam er einst den liebevollen Spitznamen „Hauptmann Fahrkarte“ verpasst. „Hoffentlich trifft er diesmal“, hieß es aus dem Publikum. Der 1. Adjutant im Ruhestand trug es mit Humor. Seinen Posten übernimmt Klaus-Wilhelm von Behren, Nachrücker im Kommando wird Holger Kleffmann.

Schon vor Jahren ist Esdar mit dem Bataillonsorden geehrt worden. Zu den Schützen, denen diese seltene Ehre zuteil wurde, gehört nunmehr auch Gerhard Grewe. Der 74-jährige Oberfeldwebel nahm bereits als Zwölfjähriger am Schützenfest teil und gehört zum Inventar des Unteroffizierskorps. Als Experte für Schießscheiben verfügt Grewe über ein geschicktes Händchen. Kaum verwunderlich, dass die Spezialscheibe für Heinrich Esdar aus seiner Werkstatt stammt.

70 Jahre marschiert

Ehrungen gehören zum Kommers wie die Trommel zu Gerhard Haake (94). Der Senior des Wiehenwegzuges marschiert seit 70 Jahren mit, wenn die Artillerie zum Schützenfest böllert. Seine Auszeichnung auf der Bühne nutzte Haake, um an das Schwalbenlied zu erinnern, das er um eine Strophe ergänzt hat: „Ob arm, ob reich, in uns’rer Stadt, von Nord, Süd, Ost und Westen; bei uns, da ist ein jeder gleich, beim Bürgerschützenfeste.“ Applaus im Publikum. Etwa 700 Schützen und Gäste hatten sich im Festzelt versammelt, darunter solche, die extra aus Kalifornien angereist waren und solche, die besonders laut mitsangen wie der Zug der Turmkanonen. Das Schützenmusikkorps unter Leitung von Uwe Grothus brachte Klassiker zu Gehör, darunter „Ich bin ein freier Wildbretschütz – Horrido, Horrido“ . Dass die Musiker eine Spende in Höhe von 1000 Euro erhielten, ließ sie vielleicht noch schwungvoller als sonst musizieren.

Danksagungen

Er wisse nicht, wann er sich zuletzt so auf ein Schützenfest gefreut habe, sagte Oberst Barre. Wohl auch deshalb schien die Liste seiner Danksagungen noch ein wenig länger zu sein. Zu den Gästen gehörten neben den Delegationen aus Oberbauerschaft und Minden auch die Schützen aus Levern. Für Schützenkönigin Rebecca Spreen war der Besuch des Kommers‘ eine Premiere. Ihr Fazit: „Sehr männerlastig.“ Daran dürfte sich so schnell nichts ändern. „Das ist eben Tradition“, hieß es seitens der Bürgerschützen.

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