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Boogielicious jammt beim Künstlerpodium im Alten Amtsgericht Lübbecke

Die kleinste Big-Band der Welt

Lübbecke (WB). »Boogielicious«, das sind die drei Vollblutmusiker David Herzel, Eeco Rijken Rapp und Bertram Becher. Damit ist die kleinste Big-Band der Welt, wie sie sich selbst nennen, vollzählig.

Eva Rahe

Die Musiker von Boogielicius machen so viel Stimmung im Alten Amtsgericht wie eine ganze Big-Band: allen voran Bertram Becher an der Mundharmonika. Rechts im Hintergrund ist Bandleader David Herzel am Schlagzeug zu sehen. Foto: Eva Rahe

Mit nicht mehr als drei Instrumenten plus Gesang standen die Drei jetzt auf der Bühne im Alten Amtsgericht Lübbecke: Bandleader David Herzel am Schlagzeug, Eeco Rijken Rapp am Klavier und Gesang und Bertram Becher an der Mundharmonika. Das machen sie allerdings so überzeugend und auf eine so wandlungsfähige Art und Weise, dass an Langeweile und Eintönigkeit nicht zu denken ist. Ein gelungener Auftakt zur neuen Saison des Künstlerpodiums.

Bei ihrem Konzert im Alten Amtsgericht, wo das deutsch-niederländische Trio schon zum zweiten Mal zu Gast war, wurde schnell klar, dass man es hier mit leidenschaftlichen Vollblutmusikern zu tun hat. Man könnte auch sagen, dass man Musik-Fetischisten bei der Arbeit zusehen durfte. Schlagzeuger und Bandleader David Herzel beherrschte sein Instrument, genau wie seine Kollegen, aus dem Effeff. Er nutzte die verschiedenen Variationen an Techniken und Schlaginstrumenten und überraschte das Publikum immer wieder mit Soli und kleinen Einlagen.

Mundharminiker ist die größte Überraschung

Auch Eeco Rijken Rapp am Klavier war unschlagbar. Er schwang die Hände mit einer Leichtigkeit über die Tasten, als wenn er eins wäre mit der Klaviatur. Die größte Überraschung war aber Bertram Becher an der Mundharmonika. Wer hätte gedacht, dass so ein kleines Instrument das Publikum als Soloinstrument von den Stühlen reißen würde? So schien es für Bertram Becher auch nichts anderes zu geben, als ihn und sein Instrument, die Bluesharp, wie die Mundharmonika in Fachkreisen genannt wird. Was das Publikum nicht wusste, Bertram Becher ist nicht nur leidenschaftlicher Bluesharp-Spieler, er ist auch Produktmanager bei einem großen deutschen Mundharmonika-Hersteller.

Er brachte ein ganzes Set an verschiedenen Instrumenten mit, die er je nach Bedarf einsetzte. Für die entsprechende Lautstärke sorgte ein kleiner Verstärker, den er direkt an das Instrument ansetzte.

Spätestens nach dem dritten Lied hatten die Musiker von Boogielicious das Publikum endgültig fest im Griff. Die klangliche Welt der kleinsten Big-Band der Welt bewegte sich dabei zwischen Boogie-Woogie, Rock’n’Roll, traditionellem Jazz und Blues.

Nicht zuletzt Dank der lässigen Art von Sänger Eeco Rijken Rapp fühlte man sich zeitweilig wie in einem Jazzkeller in New Orleans. So hätte das Stück »Midnight Boogie«, welches das Trio vor der Pause spielte, endlos so weiter gehen können. Der Flow, der durch die Mischung aus coolem Gesang, Jazzpiano, rockigem Schlagzeug und der Bluesharp entstand, war unwiderstehlich. Das Publikum war von der sympathischen Show der drei Musiker begeistert und entließ sie mit viel Applaus und guter Laune.

Die nächste Vorstellung im Künstlerpodium ist am 3. November, 18 Uhr, mit Kabarettistin Ura Rotermund.

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