Christoph Barre dankt seinen Mitarbeitern und blickt zuversichtlich in die Zukunft

Dramatische Verluste in Brauerei-Branche

Lübbecke

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen setzt manchem Wirtschaftszweig sehr stark zu. Auch davon betroffen ist die Brauwirtschaft.

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Der Chef der Barre-Brauerei, Christoph Barre, dankt seinen Mitarbeitern und blickt auch optimistisch in die Zukunft. Foto:

So hat der Deutsche Brauer Bund (DBB) kürzlich die Ergebnisse einer Branchen-Umfrage veröffentlicht, die die dramatische Lage der Branche offenlegt. 25 Prozent der Brauereien sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Es gebe Umsatzeinbrüche von durchschnittlich 33 Prozent.

Auch die Lübbecker Privatbrauerei Barre befindet sich im Ausnahmezustand und wünscht sich eine baldige Öffnungsperspektive für die Gastronomie und deren Lieferanten.

Am stärksten betroffen seien die Brauereien mit einem hohen Fassbieranteil. Dazu zählen eher kleine und mittelständische Unternehmen mit Regionalstruktur. Die Gastronomieschließung hält bereits über sechs Monate an. Auf Veranstaltungen im großen Stil wird gar seit über einem Jahr verzichtet.

Alles in allem komme man für den Fassbiermarkt dadurch zu einen Umsatzrückgang von 85 Prozent. Dies sei ein historischer Tiefpunkt. Es werden für dieses Jahr einschneidende, kräftezehrende und dramatische Auswirkungen angenommen.

Fassabfüllung steht still

Die Lübbecker Barre-Brauerei zeichnet sich normalerweise durch hohe Gastronomiekompetenz und die Stärke im Veranstaltungsgeschäft aus. Genau diese Stärke wird ihr jetzt zum Verhängnis. Vor der Pandemie hätten beinahe 40 Prozent des Barre-Bieres den Brauereihof im Fass verlassen, so das Unternehmen. Die Fassabfüllung stehe nun seit Monaten still. Die Auswirkungen der Pandemie träfen die Brauerei somit besonders schwerwiegend.

Nach Gründung im Jahr 1842 überstand die Brauerei zwei Weltkriege, einen Großbrand und die Weltwirtschaftskrise. Dennoch hätte in der bisherigen Geschichte des Familien-unternehmens kein solcher Tiefstand der Fassbierabsätze, wie es durch die Corona-Krise der Fall ist, vermerkt werden müssen.

Nach Angaben von Geschäftsführer Christoph Barre „bleibt das oberste Ziel, trotz aller Widrigkeiten, die Existenzsicherung der inhabergeführten Privatbrauerei und die Arbeitsplatzsicherung der knapp 95 Mitarbeiter in Lübbecke“.

Aktuell sei größte Kostendisziplin gefordert. „Im Frühjahr 2020 musste strikt gehandelt werden. Technische Investitionen wurden gestrichen und aufgeschoben und der Marketingetat beschränkt sich seither auf ein Minimum“, sagt Barre.

Zudem befänden sich alle Mitarbeiter der Brauerei seit nunmehr einem Jahr in Kurzarbeit. Barre bezeichnet dies als „eine unumgängliche Maßnahme“. Dieses großen Opfers und der kompromisslosen Hilfsbereitschaft der Belegschaft ist sich der Brauereichef bewusst und dankt für den Zusammenhalt in der schwierigen Zeit.

Dennoch möchte der Brauereichef die Zuversicht nicht verlieren und sieht gerade für regionale Familienunternehmen eine große Zukunftschance. „Regionalität, Nachhaltigkeit und Authentizität gewinnen an Wertschätzung. Eigenschaften, die die Regionalbrauerei seit ihrer Gründung lebt und zukünftig weiter in den Fokus stellen möchte.“ Zugleich möchte die Barre-Brauerei mit einem Produkt-Comeback in diesem Monat neue Impulse setzen.

Barrenia – ein regionaler Neuling im Sortiment wird angekündigt. Nachdem die letzte Flasche „Barrenia“ in den 1970er Jahren abgefüllt wurde, erfährt das Produkt nun sein Revival. Mit dem neuen alkoholfreien Erfrischungsgetränk in der Sorte „Cola-Orange“ kehrt die Brauerei zurück in das Marktsegment der Limonade.

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