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Kreis Minden-Lübbecke erlässt neue Corona-Allgemeinverfügung – besondere Situation in Espelkamp

Drastische Maßnahmen

Minden/Espelkamp ...

Der Kreis verschärft die Corona-Regeln. Mit einer neuen Allgemeinverfügung, die an diesem Freitag, 11. Dezember, in Kraft tritt, will der Krisenstab die steigenden Fallzahlen endlich in den Griff bekommen.

Viola Willmann

Die violette Farbe auf der Karte zeigt es an: Espelkamp ist ein absoluter Corona-Hotspot. Bürgermeister Dr. Henning Vieker (von links), Dezernent Hans-Joerg Deichholz, stellvertretender Leiter des Krisenstabs, sowie Landrätin Anna Katharina Bölling haben die neuen Maßnahmen vorgestellt. Foto: Viola Willmann

So gibt es neue Einschränkungen für den gesamten Kreis, aber auch für die Stadt Espelkamp im Besonderen. Dort gibt es kreisweit mit Abstand die höchsten Zahlen, die Sieben-Tages-Inzidenz lag zuletzt bei 581,07.

Für den Kreis Minden-Lübbecke gilt nach wie vor das Singverbot in Gottesdiensten und anderen Versammlungen zur Religionsausübung. Des Weiteren muss im unmittelbaren Umfeld von allgemein- und berufsbildenden Schulen in der Zeit von 6 bis 18 Uhr eine Alltagsmaske getragen werden. Dies gilt auch für die Orte, an denen Schüler regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder privaten Pkw ankommen. Zudem gilt nun auch sowohl für Grundschüler als auch für Kinder und Jugendliche im Offenen Ganztag eine Maskenpflicht. Sport- und Schwimmhallen bleiben geschlossen, der Präsenzunterricht an Musikschulen verboten. Geschäfte dürfen nur noch einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche reinlassen, diese Regelung galt bisher nur für Geschäfte ab 800 Qua­dratmeter Verkaufsfläche. Sowohl im Auto als auch im Betrieb muss – sofern man nicht alleine ist – eine Maske getragen werden.

Für die Stadt Espelkamp gehen die Maßnahmen noch einen Schritt weiter. Auch wenn die viel diskutierte Ausgangssperre erst einmal nicht verhängt wurde. Bisher gibt es nur einen Appell, seine Wohnung nur aus triftigem Grund zu verlassen. „Die bisherigen Maßnahmen in Espelkamp haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht“, sagte Kreisdirektorin Cornelia Schöder, Leiterin des Krisenstabs. Die neue Allgemeinverfügung sei in enger Abstimmung mit dem Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales entstanden, berichtete Landrätin Anna Bölling. Dies habe dann auch die Ausgangssperre quasi verhindert. „Wir sollen die neuen Maßnahmen abwarten, bevor wir zum letzten Mittel greifen. Die Ausgangssperre ist die Ultima Ratio“, sagte die Landrätin, die auch die neuen Regelungen für Espelkamp vorstellte.

Gottesdienste und andere Versammlungen zur Religionsausübung sind in Espelkamp nicht mehr als Präsenzveranstaltungen möglich. Werkstätten für behinderte Menschen und ähnliche Einrichtungen werden vorläufig geschlossen. Es besteht Maskenpflicht in der Espelkamper Innenstadt, und zwar in der Breslauer Straße sowie der Gerhard-Wetzel-Straße.

„Der Infektionsdruck in Espelkamp – in meiner Heimat – ist so groß geworden, dass wir zu drastischen Maßnahmen greifen müssen“, sagte Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker. Er berichtete von einer nervösen, angespannten und zuweilen aggressiven Stimmung in der Stadt. Dass es im Umfeld der 15 Religionsgemeinschaften vermehrt zu Verstößen gegen die Corona-Regeln kommt, kann er nicht bestätigen. „Die Gemeinden werden intensiv kontrolliert und begleitet. Alle Bevölkerungsgruppen sind betroffen, alle müssen vorsichtig sein.“ Überproportionale Fallzahlen seien aber in großen Familienverbänden festzustellen. Das trifft neben Espelkamp etwa auch auf Bad Oeynhausen zu. „Die familiären Treffen sind ein klassisches System mit vielen Ansteckungen“, sagte Cornelia Schöder.

Die neue Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 23. Dezember, wird aber „auf keinen Fall ersatzlos auslaufen“, wie Landrätin Anna Bölling betonte.

HIER geht es zur Allgemeinverfügung des Kreises Minden-Lübbecke.

Am Mittwoch hatte Bölling das Corona-Impfzentrum in Hille-Unterlübbe besucht, das demnächst seinen Betrieb aufnehmen soll. Dazu ein Videobericht von Friederike Niemeyer:

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