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Big Band der Bundeswehr sorgt für einen denkwürdigen Abend auf dem Lübbecker Marktplatz

Ein Geschenk für Musikliebhaber

Lübbecke  (WB/cm). Perfektion hat einen Namen: Big Band der Bundeswehr. Am Mittwoch ist das Orchester zum ersten Mal in Lübbecke aufgetreten. Auf dem Marktplatz, vor mehr als 2500 Zuhörern, lieferte die beliebteste Big Band Europas eine großartige, eine unvergessliche Show.

Auftritt vor funkelnden Sternen: Die Stars der Big Band der Bundeswehr haben ein Feuerwerk abgebrannt, dass durch spektakuläre Effekte auf der Videowand unterstützt wurde. Foto: Cornelia Müller

Die Benefizveranstaltung war das »Baby« von Maik Brune. Er hatte die Big Band nach Lübbecke geholt – mit großem persönlichen Einsatz und der festen Absicht, viel Geld für den guten Zweck zu sammeln. »Ich bin sehr, sehr hartnäckig geblieben und dem Orchester mehrfach hinterhergereist. Vor anderthalb Jahren habe ich dann in Soltau ein längeres Gespräch mit dem Tourmanager gehabt. Was ihn schließlich überzeugt hat, war, dass ein Privatmann sich so viel Mühe gibt, ein Benefizkonzert zu organisieren. Deshalb habe ich vor einem Jahr auch die endgültige Zusage bekommen. Seit neun Monaten ist nun kein Tag vergangen, an dem ich nicht irgendwie mit der Planung der Veranstaltung zu tun hatte. Jetzt weiß ich, wie sich eine Frau in der Schwangerschaft fühlen muss.«

Höchste Erwartungen übertroffen

Der Auftritt der Big Band der Bundeswehr übertraf selbst höchste Erwartungen. Der technische Aufwand war gigantisch: die größte mobile Bühne Deutschlands, eine spektakuläre Licht-Show, zwei Kameras, die Orchester und Solisten für die riesige LED-Wand ins rechte Bild rückten. Dazu ein Sound, der seinesgleichen suchte. Superlative, wohin man auch blickte. Aber für dieses Orchester war das nicht einmal übertrieben.

Denn unter der Leitung von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik bot die Big Band Unterhaltung vom Allerfeinsten. Jeder einzelne Musiker hatte solistische Qualitäten. Gemeinsam formten sie einen Klangkörper der Spitzenklasse, der sich in Jazz, Rock, Pop und Klassik gleichermaßen zu Hause fühlte. »Sie werden heute noch ihr blaues Wunder erleben« hatte Tourmanager Johannes Langendorf, der sich mit Orchesterleiter Chadik die Moderation teilte, den Zuhörern vor Konzertbeginn versprochen. Und genau so kam es. Nur die weißen Uniformen erinnerten an den militärischen Hintergrund des Orchesters. Keine Märsche, keine Hymnen. Statt dessen raffinierte Arrangements von Prince und Robbie Williams, Amy Winehouse und Justin Timberlake, James Last und Duke Ellington. So viel Buntheit muss man können. Die Big Band der Bundeswehr konnte – und wie.

Besondere Momente

Deshalb durften sich die Zuhörer über viele besondere Momente freuen: Die bekannte Titelmelodie der Zeichentrickserie »Familie Feuerstein«, nur auf Pauken gespielt? Percussionist Martin Eßer machte es vor. Adeles Titelsong aus dem James-Bond-Film »Skyfall«? Für Sängerin Jemma Endersby kein Problem. Mit »Hansi« Last als Reiseführer Urlaub vom Alltag machen und von der »Biscaya« träumen? Pianist Frank Siegemund griff zum Akkordeon und machte es möglich.

Dieser Live-Auftritt war ein Geschenk. Keiner der Zuhörer, der die Big Band der Bundeswehr in Lübbecke erleben durfte, wird das so schnell vergessen. Und auch die Spendensumme, die Maik Brune gegen Ende des Benefizkonzertes verkündete, konnte sich sehen lassen: Etwa 39 000 Euro waren aus privaten und Firmen-Spenden zusammengekommen, die nun zu gleichen Teilen an die Lübbecker Land Tafel und an den Verein »Brass for Peace« gehen.

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