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Etwa 25 Personen besichtigen das ehemalige Freibad an der Obernfelder Allee

Ein geschütztes Denkmal verrottet

Lübbecke (WB). Früher war es Imka Bargmanns Wohnzimmer: das Freibad an der Obernfelder Allee. Wo die frühere angehende Leistungsschwimmerin täglich ihre Bahnen zog, wuchert heute das Unkraut. Eine Schande findet sie.

Christian Busse

Aus dem festen Beton des Kinderbeckens sprießt das Grün. Überall zeigen sich mittlerweile Risse in den Wänden. Die Mitglieder der WL sowie einige Bürger diskutieren, wie man das Denkmal an der Obernfelder Allee erhalten kann. Foto: Christian Busse

Warnung der Stadt

Die Stadtverwaltung warnt dringend davor, das Gelände auf eigene Faust zu besichtigen. »Es ist sehr gefährlich, gerade an den Beckenrändern«, sagt Dezernent Frank Haberbosch. An Dornbüschen und Lianen kann man schnell stolpern, erst recht in der Dämmerung oder bei nassem Wetter. »Die Verletzungsgefahr bei dem vier Meter tiefen Becken ist sehr hoch.« Im Übrigen sei das Betreten des Geländes Hausfriedensbruch und damit strafbar. »Es wird bei der Planungswerkstatt sichere Besichtigungsmöglichkeiten in irgendeiner Form geben«, sagt Haberbosch.

Imka Bargmann war eine von etwa zehn Personen, die trotz der Absage der Stadtverwaltung zu der öffentlichen Besichtigung der Freibadruine an der Obernfelder Allee gekommen waren. Sie durfte dennoch hinein, auch wenn die Stadtverwaltung nur der erweiterten WL-Fraktion Zutritt zu dem Gelände gestatten wollte.

»Oh mein Gott«, entfuhr es Imka Bargmann. »Hier sieht es ja schrecklich aus.« Die Ur-Lübbeckerin ist in dem Becken täglich geschwommen. »Unendlich viele Bahnen habe ich hier zwischen meinem 12. und 16. Lebensjahr absolviert«, erinnert sie sich. Ihr Schwimmtrainer wollte aus ihr eine Leistungsschwimmerin machen. »Ich war gut. Hab dritte Plätze bei den Landesmeisterschaften gemacht. Aber dann hab ich keine Lust mehr auf das harte Training gehabt. Während ich mit dem Kopf unter Wasser meine Bahnen gezogen bin, haben meine Klassenkameradinnen im Freibad das Leben genossen. Das wollte ich auch. Also hab ich eine Verletzung vorgetäuscht, um nicht mehr schwimmen zu müssen.« Die Affinität zu Wasser hat sie aber bis heute behalten. Deshalb zieht sie in Kürze an die Nordsee. »Aber ich wollte das Trauerspiel noch einmal mit eigenen Augen sehen«, sagt sie und zeigt auf die ehemalige Liegewiese. »So schön war es hier, so tolle Stunden haben wir hier verbracht.«

Imka Bargmann gehörte bei der Besichtigung zu denen, die eine Wiedereröffnung als Freibad favorisierten. »Ein paar Stunden ehrenamtliche Arbeit, ein paar Spenden und schon könnte man hier doch was draus machen«, sagt sie. Dieter Wiegmann (WL-Fraktionsvorsitzender) stimmt dem zu. »Was brauchen wir um hier wieder Wasser rein zubekommen? Eine Million? Die müsste man doch irgendwie zusammen bekommen mit Spenden und Arbeitsleistung. Niemand erwartet ein technisch aufwändiges Bad. Dann ist das Wasser halt kälter.«

Doch diese Meinung war bei den Besuchern bei weitem nicht Konsens. Martin Medzech, bei der Kommunalwahl ebenfalls für die WL angetreten, bezweifelt, dass man das hinbekommen würde. »Das klappt mit dem Denkmalschutz nicht. An den Becken dürfte man nichts machen, nicht mal die Risse ausbessern«, sagt er.

Andere pflichten ihm bei. »Das ist so heruntergekommen. Hier springt nie wieder jemand ins Wasser«, meint ein Besucher. Der Denkmalschutz bezieht sich laut Verwaltung auf das gesamte Ensemble von Gebäuden und Becken. Die Beckeneinfassungen sind demnach geschützt, die Beckentiefe dagegen nicht. Selbst die Form der Tretbecken für die Duschen dürfte man jedoch nicht verändern.

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