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Der Lübbecker Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen erhält Auszeichnung für sein Lebenswerk

„Ein Macher und ein Menschenfreund

Lübbecke

Die Marke „Gehwol“ und der Name Gerlach haben in Lübbecke eine hervorragenden Klang. Doch auch über die Grenzen des Lübbecker Landes hinaus gilt der Unternehmergeist der Inhaberfamilie Gerlach-von Waldthausen viel. Das zeigt nicht zuletzt ein Branchenpreis, mit dem jetzt Seniorchef Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen geehrt worden ist.

Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen mit einem historischen Messestand. Der Unternehmer hat jetzt einen Preis für sein Lebenswerk erhalten. Foto: Gehwol

1978 trat er in die Eduard Gerlach GmbH ein und führte das Unternehmen danach zielstrebig in Richtung professionelle Fußpflege. Mit großem Engagement und Ideenreichtum habe Jobst-Peter Gerlach-von Waldt­hausen die Branche entscheidend mitgeprägt, schreibt die Jury des „Beauty Forum Stars Award“. Sie hat dem Lübbecker Unternehmer den „Prix d’Honneur de la Beauté“ für sein Lebenswerk verliehen. „Seine Liebe zum Detail, der absolute Fokus auf die Qualität und vor allem sein wertschätzendes Menschenbild machen ihn zu einem Grandseigneur der Fußpflege“, heißt es in der Laudatio.

Die Verleihung fand Ende November 2021 im Rahmen einer feierlichen Gala im Europapark Rust bei Baden Baden statt. „Herr Gerlach-von Waldthausen hat sich in einzigartiger Art und Weise um die Branche verdient gemacht“, begründete Maxi Goewe, Chefredakteurin des Fachmagazins „Beauty Forum“, die Würdigung. Urkunde und Trophäe nahm der Geehrte corona-bedingt in Lübbecke entgegen.

Die Gehwol gebrandete Ente bekam Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen zu seinem 60. Geburtstag geschenkt. Mit ihr fährt er immer noch gern. Foto: Gehwol

Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen richtet seinen Blick gerne auf Details. Das bekommt jeder zu spüren, der mit ihm über Mikromotoren, ergonomische Prinzipien der Instrumentenfertigung oder Lederbezüge bei einem Fußpflegestuhl diskutiert. Diese Beispiele offenbaren eine gewisse Grundmentalität des bodenständigen Unternehmers. Was ihn antreibt, ist die Erkenntnis, dass auch kleinste Veränderungen zu entscheidenden Verbesserungen führen können. „Es gibt immer Möglichkeiten, etwas Gutes noch besser zu machen“, sagt der gebürtige Niedersachse. Der unbedingte Wille zum Fortschritt für das Wohl der Füße und aller, die sich der Fußpflege verschrieben haben. Das fordert er nicht von seiner „Gerlach-Familie“ aus Mitarbeitern und Partnern und von sich selbst.

Schon sein Vorgänger, Gerhard Gerlach-Hollmann, hatte der traditionellen Partnerschaft mit dem Fachhandel 1961 neuen Auftrieb gegeben: mit der exklusiven Fußpflegeserie „Gehwol Fusskraft“ für Fußprofis. Diese Nähe zur Praxis baute Jobst-Peter Gerlach-von Waldt­hausen konsequent aus. Er sah in der Fußpflege das größte Potenzial und richtete das Sortiment mit Technik-Sparte, Kosmetik, Medizinprodukten und Arzneimitteln konsequent auf den Dienstleistungsbedarf aus. So entstand ein weltweit führendes Unternehmen für die professionelle Fußpflege und Podologie. Er erweiterte die problem- und präventionsorientierte Pflege der Füße mit innovativen Präparaten, setzte sich für Wirkstoffkosmetik und hohe Qualitätsstandards ein.

Den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen begegnete Gerlach-von Waldt­hausen mit einer großen Vielfalt bei der Zusammensetzung der Produkte. Im Gehwol-Sortiment findet sich praktisch alles: von Sprays, über Cremes, Schäume, Salben und Tinkturen bis zum fußformangepasstem Druckschutz. Das Gel als Wunderwaffe gegen Hallux und Co. ist ein Standard, der nur deshalb möglich war, weil der Geehrte auch international nach Lösungen suchte. Für die Produktion seiner Druckschutzartikel fand er den richtigen Partner in einer Manufaktur in Argentinien. Aber auch die Marke „Gerlach Technik“ für die Ausstattung der Praxis oder für die mobile Fußpflege wuchs stetig. Das Gesamtsortiment umfasst heute 1800 Artikel. Von damals 36 nahm die Belegschaft auf heute 160 Mitarbeiter zu. Weltweit sind die Produkte in 59 Ländern erhältlich.

Jobst-Peter und Sohn Timor Gerlach-von Waldthausen im Jahr 2018 „gemeinsam stark“ auf der Messe Beauty in Düsseldorf. Foto: Gehwol

Wachstum um jeden Preis gehörte allerdings nie zu seinen Prinzipien. Vielmehr sind es Weitsicht und Mut, Innovationen zu erkennen und mit Bedacht für die Praxis zu realisieren. Mit großer Sicherheit wandelte Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen dabei geschickt und erfolgreich auf dem schmalen Grat zwischen Tradition und Veränderung.

Schon Gründer Eduard Gerlach setzte vor mehr als 150 Jahren mit der Einführung der ersten industriell gefertigten Fußcreme (heute: „Gehwol Fusskrem“) auf Qualität. „Wir sehen unser Qualitätsbewusstsein als einen Teil der Verantwortung gegenüber unseren Kunden sowie als essenziellen Teil unserer Partnerschaft mit der Profession“, sagt heute der Preisträger.

Die Eduard Gerlach GmbH bezog im Sommer 2021 einen hochmodernen Bau am Rande des Lübbecker Moors. Und auch die Nachfolge ist bereits geregelt. „Mir war es wichtig, meinem Sohn Timor einen Betrieb zu übergeben, der für die Zukunft gut gerüstet ist. Das sichert das Fortbestehen unseres Traditionsunternehmens“, beschreibt er die Übergabe der Aufgaben eines geschäftsführenden Gesellschafters an die fünfte Generation im Jahr 2018. Im gleichen Jahr feierte das Unternehmen sein 150-jähriges Bestehen.

2021 vollendete Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen sein Herzensprojekt. Mit dem Neubau macht er das Unternehmen fit für die Zukunft. Foto: Gehwol

Der Generationenwechsel folgt der Tradition und zeigt die familiäre Verbundenheit, würdigt die Preis-Jury die verantwortliche Unternehmensführung. „Darauf basierend übernimmt der erfolgreiche Unternehmer Verantwortung, die sich vom privaten Umfeld über das Unternehmen bis zur Region erstreckt.“ Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen ist zudem als Schatzmeister beim Deutschen Roten Kreuz sowie als Aufsichtsrat und Vorstand der Werkstätten der Lebenshilfe Lübbecke aktiv. Außerdem zeigt die Gerlach GmbH durch Spenden für Institutionen und Vereine die Verbundenheit mit der Region.

Die Auszeichnung mit dem „Oscar der Beauty-Branche“ für sein Lebenswerk ehre den Menschenfreund genauso wie den Macher Jobst-Peter Gerlach-von Waldthausen, den Pionier, den Innovator und den Philanthropen, heißt es von der Jury.

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