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Freilichtbühne: 120 Gäste verfolgen „’ne Dame werd’ ich nie“

Ein toller Liederabend

Lübbecke-Nettelstedt (WB). Drei bezaubernde Damen und zwei galante Herren haben am Samstag dem Bühnenstillstand in Nettelstedt getrotzt. Genau genommen waren es natürlich nicht nur fünf, sondern 25 Personen, die am Samstagabend den Kulturbetrieb in Nettelstedt kurzzeitig reanimierten, denn gut 20 ehrenamtliche Theaterfreunde aus den Sparten Technik und Organisation, legten sich schon mehrere Wochen im Voraus ins Zeug, um ihrem Publikum ein tolles und vor allem echtes Live-Musikerlebnis zu bieten.

Peter Götz

Eine bespielte und besungene Bühne in Nettelstedt – ein Bild mit Seltenheitscharakter in den vergangenen Monaten. Thomas Schiffmann hat diesen Zustand nun mit seinem Team geändert und für einen tollen Liederabend gesorgt. Foto: Peter Götz

Initiiert wurde die zweistündige Lieder-Revue von Thomas Schiffmann, Kulturschaffender aus Oberhausen, dessen Produktionen schon öfter auf der Nettelstedter Bühne zu sehen und zu hören waren. Am vergangenen Samstagabend jedoch nicht als Autor oder Regisseur, sondern als Sänger und Moderator, Aufgaben, die er durchweg elegant erfüllte.

Große Bühnenpräsenz

Trotzdem – keine leichte Aufgabe, angesichts der Bühnenpräsenz seiner drei gesanglich glänzenden Kolleginnen, Nina Barton, Laura Albert und Susanne Starzak, die, jede für sich, ein weibliches Feuerwerk entfachten. Nur gut, dass Schiffmann mit dem Gitarrenvirtuosen Julien Castanié einen weiteren männlichen Künstler, sozusagen als Gegenpol zur drohenden femininen Dominanz, an seiner Seite hatte. Sonst wären die „Herren der Schöpfung“ wohl nur als reine Statisten mitgelaufen.

Das Thema des Abends, „‘ne Dame werd’ ich nie“, führt eigentlich in die Irre, denn als solche könnte man(n) die Sängerinnen sehr wohl bezeichnen. Allen voran Susanne Starzak mit ihren eher nachdenklich-melancholischen Songs, über die ausgebildete Mezzosopran-Stimme von Laura Albert mit akzentuiertem Vibrato und toller Dynamik, die das Publikum mit französischen Chansons begeisterte, bis hin zu Nina Barton, deren Freude an Liedern von Alexandra bis Joy Flemming deutlich rüberkam.

Wunderschöner Abend

Für die 120 Gäste auf der überdachten Tribüne ein wunderschöner Konzertabend, der sowohl die Erinnerung an unvergessliche Künstlerinnen wie Hildegard Knef, Edith Piaf, Evelyn Künneke oder Alexandra, als auch die berechtigte Sehnsucht nach kultureller „Normalität“ – dem Auftritts-Recht des künstlerischen Gewerbes, samt aller beteiligten Gewerke wie Bühnen-, Licht- oder Tontechnik – einmal mehr wach rief. Und das wiederum ist ein Anspruch, der nicht nur bei der Freilichtbühne in Nettelstedt, sondern durchaus bundes- wenn nicht sogar weltweit für alle Kulturschaffenden gilt.

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