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Neuer Rekord: 64 Brutpaare im Kreis – Stefan Bulk besucht die Horste

Erste Störche werden beringt

Lübbecke (WB). Der kleine Storch im Nest auf dem Gelände von Gerd-Heinrich Niemeyer hat keinen Namen. Aber wenn er flügge wird und den Horst verlässt, kann jeder Kenner an dem Ring an seinem Bein nachvollziehen, dass der Vogel in Stockhausen geschlüpft ist.

Arndt Hoppe

Erste Beringung des Jahres im Kreis: Diesem Jungstorch in Stockhausen hat Stefan Bulk vom Aktionskomitee den Ring mit der Nummer »5T661« angelegt. Foto: Arndt Hoppe

Das Storchenjunge mit der Nummer »5T661« ist das erste, das Stefan Bulk vom Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche« im Kreis Minden-Lübbecke in diesem Jahr beringt. Er ist nicht nur in dem Verein engagiert, sondern darüber hinaus ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland zur wissenschaftlichen Vogelberingung. »Im Laufe der nächsten Wochen werde ich alle Jungtiere im Kreis mit einem solchen Ring versehen«, sagt Bulk.

Rekord zum 30-jährigen Bestehen

Gestern suchte er zusammen mit Tochter Sirka auch die beiden Horste in Hedem und Destel auf. Und er wird ordentlich zu tun haben, denn der Kreis Minden-Lübbecke kann 2017 einen neuen Storchen-Rekord vermelden. »Der Mühlenkreis verzeichnet 64 Brutpaare. Das ist eine gute Nachricht zum 30. Geburtstag des Aktionskomitees«, sagt der Experte. Das sind sieben mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015.

Damals hat der Verein 57 Paare und 106 ausgeflogene Jungstörche verzeichnet. »Im Altkreis Lübbecke haben wir in diesem Jahr 19 Brutpaare und ein Horstpaar. Das heißt, es brütet noch nicht, aber belegt bereits gemeinsam einen Nistplatz«, erklärt Stefan Bulk. Von diesen insgesamt 20 Paaren seien sieben in Lübbecke, fünf in Espelkamp, fünf in Stemwede und je eines in Rahden, Preußisch Oldendorf und Hüllhorst.

Nur eins von vier Jungtieren hat überlebt

Wie viele Jungtiere es in diesem Jahr schaffen werden, im Sommer die elterlichen Nester zu verlassen, kann auch der Fachmann nicht vorhersagen. »Gerade das Nest in Stockhausen ist das beste Beispiel dafür. Von den vier Küken, die vor fünfeinhalb Wochen geschlüpft sind, hat nur dieses eine überlebt«, sagt er. Grund dafür sei der sehr frühe Brutzeitpunkt gewesen. Gerd-Heinrich Niemeyer hat die Tiere bereits erstmals im Februar auf dem Horst gesichtet. Mitte März hätten sie zu brüten begonnen. »Die zwischenzeitliche Kälteperiode hat wohl ihren Tribut bei den Küken gefordert«, vermutet auch Experte Stefan Bulk.

Ehemaliger Stockhauser Storch brütet in Bokeloh

Niemeyer, der das Nest vor sechs Jahren auf einem alten Telegrafenmast errichtet hat, freut sich, dass wenigsten ein Jungtier übrig ist. »Vor drei Jahren hat das Storchenpaar zum ersten Mal hier gebrütet«, berichtet der Stockhauser, der sehr an den Vögeln interessiert ist und sie intensiv beobachtet. »Störche bleiben ihrem Brutplatz treu, aber nicht unbedingt dem Partner«, weiß Stefan Bulk. Doch Niemeyer ist sich ganz sicher: »Bei mir ist es mit 99,9-prozentiger Sicherheit das selbe Paar.« Ihr erstes Junges aus dem Jahr 2015 ist zwei Mal in Spanien gesichtet worden, wie die Vogelwarte Helgoland berichtet habe. Niemeyer freut sich darüber hinaus, dass dieses Weibchen inzwischen in Bokeloh am Steinhuder Meer brütet. »Ich bin extra hingefahren. Die Ringnummer ist eindeutig zu erkennen«, sagt er und zeigt aktuelle Bilder des ehemaligen Stockhauser Jungtiers.

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