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Tauben fühlen sich in Lübbecke offenbar wohl – Uhu macht Jagd

Es werden immer mehr. . .

Lübbecke (WB). Sie planschen am Wasserspiel am Wappenplatz, trippeln an Bäckereien entlang und nisten am Deerberg-Kaufhaus oder an der Andreaskirche: Tauben. Obwohl genaue Zahlen über die Größe der Lübbecker Population fehlen, scheut Hermann Nagel vom Naturschutzbund nicht davor zurück, von einer Taubenplage zu sprechen.

Kai Wessel

An der Andreaskirche fühlen sich Tauben besonders wohl. Der Kot der Tiere zersetzt die Steine. Inzwischen wurde der Turm teilweise gegen die Vögel gesichert. Schleiereule und Turmfalken, die Tauben vertreiben könnten, nisten derzeit nicht am Turm. Foto: Wessel

»Es werden immer mehr«, sagt Nagel. Der Kot der Vögel sei problematisch, besonders für denkmalgeschützte Gemäuer aus Sandstein. Die Zahl natürlicher Taubenfeinde ist überschaubar. »Wir haben hier in Lübbecke einen Uhu, der nachts auf Jagd geht«, sagt Nagel. Nachhaltig reduzieren kann der Greifvogel die Taubenpopulation aber nicht. »Das Problem ist, dass Tauben mehrmals im Jahr brüten, bis in den Herbst hinein«, erklärt Nagel. Die milden Winter hätten ebenfalls dazu beigetragen, dass es in Lübbecke an jeder Ecke gurrt.

Andreas Niermann, Küster der Andreaskirche, hat inzwischen einige Scharten des Turms der Kirche taubensicher gemacht. Zuletzt musste er fünf Säcke Taubenmist entsorgen – eine Maßnahme, um die Begehung des Turms weiterhin möglich zu machen, denn das Einatmen von mit Taubenkot belasteter Luft ist für Menschen giftig. »Eine Taube ist letztens sogar in die Kirche geflogen und in der Orgel gelandet. Ich musste sie da rausholen.« Versuche, die Tauben mit dem Werfen von Kastanien zu vertreiben, blieben wirkungslos: »Nach zwei Tagen sind die wieder da.«

Greifvögel als Schutz

Eine Reduzierung der Taubenpopulation ohne den Einsatz von Gift ist nach Einschätzung von Hermann Nagel schwierig. Kirchbaumeister Eyke Blöbaum verweist auf die Situation am Kölner Dom. Dort hat die Propstei im April dieses Jahres einen Falkner hinzugezogen, um das Taubenproblem in den Griff zu bekommen. Bei gutem Wetter kreisen jetzt ein afrikanischer Lannerfalke und drei Wüstenbussarde über den Kölner Dom. Allein durch die Anwesenheit eines Greifvogels würden sich Tauben bedroht fühlen und dauerhaft umziehen, heißt es aus Köln.

In Augsburg, Erlangen und Berlin wurde ein Konzept zum Management eingeführt. In eigens eingerichteten und betreuten Taubenschlägen wurden die Stadttauben gezielt angesiedelt und andere Nistplätze untauglich gemacht. Der Bestand konnte so um ein Drittel reduziert werden.

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