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Privatbrauerei Barre veröffentlicht ersten Lübbecker Kriminalroman

Ganz schön vertrackt

Lübbecke (WB). Die blonde Marketing-Leiterin (29) der Privatbrauerei Barre ist tot aufgefunden worden. Die Polizei tappt im Dunkeln, Privatdetektiv Friedrich Wesendonk nimmt Ermittlungen auf. Am Freitag ist in Barres Brauwelt der erste Brauerei-Krimi vorgestellt worden. Sein Titel: »Hopfen, Malz und Blut.«

Kai Wessel

Wer ist der Täter? Christoph Barre, »Brauer Bernhard« und Bürgermeister Frank Haberbosch präsentieren den ersten Brauereikrimi. Es dreht sich um den tragischen Tod der Marketingleiterin, um die älteste Bierflasche Deutschlands und um Lübbecke. Foto: Kai Wessel

Vom Bahnhof bis zur Andreaskirche, vom Bierbrunnen bis zum Schandpfahl: In diesem Kriminalroman wird kaum etwas ausgelassen, was mit Lübbecke zu tun hat. Der Leser findet sich nicht nur in einer vertrackten Geschichte um eine kostbare Bierflasche wieder, sondern er blättert gleichzeitig in 239 Seiten voller Lokalkolorit.

Im Mittelpunkt des Romans, der in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen ist, steht die Brauerei. Hier gärte seit Jahren die Idee, einen Kriminalroman zu veröffentlichen. »Die Brauerei ist ein toller Tatort«, erklärte Geschäftsführer Christoph Barre bei der Buchvorstellung.

Mehr als ein PR-Gag

Der Brauereichef ließ keinen Zweifel daran, dass es sich beim Ausflug ins literarische Genre um weit mehr als einen PR-Gag handelt. Barre sagte, dass man einen Roman im Stile der Ostfriesenkrimis des Schriftstellers Klaus-Peter Wolf im Sinn gehabt hätte. Daher sei auch kein x-beliebiger Amateur beauftragt worden, sondern ein Profi. Die Wahl fiel auf den Journalisten und Schriftsteller Alexander Hoffmann (72), in dessen Vita nicht nur Veröffentlichungen in der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung stehen, sondern auch Sachbücher und der viel beachtete Roman »Die Wolkenschieber«. Hoffmann war einige Tage lang in Lübbecke auf Recherche und erlebte dabei den Maibockanstich in der Brauwelt mit. Bei der Buchvorstellung war er verhindert.

Hoffmanns Eindrücke von der Stadt finden sich im Roman wieder, beispielsweise wenn Privatdetektiv Friedrich Wesendonk zum ersten Mal durch die Stadt geht: »Bald erreichte er den Marktplatz, der sich harmonisch in die Umgebung einfügte. Wesendonk erblickte einen sprudelnden Brunnen, mit drei sich nach oben hin verjüngenden Schalen.« Der Detektiv glaubt, in einer Kleinstadtidylle frei von Kriminalität angekommen zu sein: »Das Böse hatte in Lübbecke einfach keinen Platz. Hier hängt keiner tot überm Zaun, hier fällt nicht mal jemand vom Dach.«

Unbezahlbare Bierflasche

Natürlich ist der Detektiv aus Düsseldorf einem Irrtum aufgesessen. Denn dass die Marketing-Leiterin einfach so vom Turm der Brauerei gestürzt ist, daran gibt es berechtigte Zweifel. Wesendonk geht der Sache nach. Dabei kommt auch eine sehr alte und unbezahlbare Bierflasche ins Spiel, die gut behütet im Brauereimuseum lagert – und eines Tages verschwunden ist…

Die 135 Jahre alte Bierflasche gibt es tatsächlich, ebenso wie einige Charaktere, die im Buch auftauchen. Sven Bleiber alias Brauer Bernhard ist einer von ihnen. Er erläuterte, dass es sich bei der prominenten Flasche um die womöglich älteste Bierflasche Deutschlands handelt.

Der Roman ist ab sofort in Barres Brauwelt, in der Bücherstube und in der Buchhandlung Hüllhorst zum Preis von 14,95 Euro erhältlich. Bürgermeister Frank Haberbosch freute sich über ein Freiexemplar: »Jetzt hab’ ich was fürs Wochenende.« Kostenlose Leseproben gibt es beim Kauf eines Kastens Barre Pilsener.

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