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Gynäkologisches Krebszen­trum am Universitätsklinikum Minden gegründet

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Lübbecke/Minden (WB). Am Universitätsklinikum Minden ist ein Gynäkologisches Krebszen­trum gegründet worden. Der Leiter des Zentrums ist Professor Dr. Philipp Soergel, der als Universitätsprofessor auch die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Johannes Wesling Klinikum führt. Die stellvertretende Leitung übernimmt Professor Dr. Martin Griesshammer, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Palliativmedizin.

Im gynäkologischen Krebszentrum am Universitätsklinikum Minden werden Patientinnen mit verschiedenen Krebsformen behandelt und operiert, darunter Eierstock-, Gebärmutter- und Vulvakrebs. Der Leiter des Zentrums ist Professor Dr. Philipp Soergel.

„Wir haben in Minden schon immer eine sehr gute und interdisziplinäre Versorgung von Frauen mit Eierstockkrebs, Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs und Vulvakrebs vorgehalten. Mit der Gründung des neuen Zentrums stellen wir diese interdisziplinäre Versorgung auf institutionelle Füße“, so Professor Dr. Philipp Soergel. In dem Zentrum arbeiten Gynäkoonkologen, internistische Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen Hand in Hand. In wöchentlichen Tumorkonferenzen wird jeder Fall individuell besprochen und die Behandlungsoptionen diskutiert.

Abgestimmtes Vorgehen

„Im Zentrum steht immer, die bestmögliche, ganzheitliche Behandlung für jede Frau in ihrer Krankheits- und Lebenssituation zu finden. Neben den reinen medizinischen und diagnostischen Parametern fließen auch die Gesamtumstände mit ein. Am Ende einer Fallbesprechung steht eine mit allen Fachdisziplinen abgestimmte Behandlungsempfehlung. Die letzte Entscheidung trifft aber immer die Patientin – zusammen mit dem behandelnden Arzt“, erklärt Professor Dr. Soergel.

Ein weiteres Ziel ist der fachliche Austausch der Ärztinnen und Ärzte untereinander. „Der wissenschaftliche und medizinische Fortschritt ist atemberaubend. Es werden hunderte wissenschaftliche Artikel pro Monat veröffentlicht – allein im Bereich der gynäkologischen Onkologie. Eine Person allein kann gar nicht den Überblick behalten. Im Team ist es uns aber möglich, den unmittelbaren Kontakt zur Forschung zu halten, um die neuesten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren in Minden anzuwenden“, sagt Professor Dr. Griesshammer, stellvertretender Leiter des neuen Gynäkologischen Krebszentrums am Johannes Wesling Klinikum.

Großer Innovationsschub

Bezüglich der technischen Ausstattung ist am Johannes Wesling Klinikum im Zusammenhang mit der Gründung ein großer Innovationsschub ausgelöst worden. Im gynäkologischen OP wird zukünftig die sogenannte Schlüssellochchirurgie in hochauflösender 3-D-Technik, bekannt aus dem Heimkinobereich, durchgeführt. „Die 3-D-Laparoskopie ermöglicht eine bessere visuelle und räumliche Darstellung, ein wackelfreies Bild und eine deutliche Entlastung des Assistenten, sodass dieser effizienter in der Operation unterstützen kann“, erklärt Soergel.

Neben der medizinischen Begleitung durch das Ärzte- und Pflegeteam kommt auch der psychologischen und seelsorgerischen Unterstützung eine große Bedeutung zu. Dabei arbeitet das Zentrum zum einen mit der Krankenhausseelsorge zusammen und zum anderen mit den therapeutischen Spezialisten der übrigen Krebszentren am Johannes Wesling Klinikum.

Eierstockkrebs und Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs sind nach dem Brustkrebs die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Von 100.000 Frauen erkranken jedes Jahr etwa 40 an einer gynäkologischen Krebserkrankung. „Wir können mittlerweile sehr vielen Frauen helfen. Die Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit liegt je nach Krebsart zwischen 60 und 80 Prozent – und damit zum Teil deutlich über anderen weit verbreiteten Krebsarten“, sagt Soergel.

„Vorsorge ist wichtig“

Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. „Deswegen werbe ich nachdrücklich für die regelmäßige Vorsorge beim niedergelassenen Gynäkologen. Mein Appell an alle Frauen lautet: Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen unbedingt in Anspruch! Sie vergrößern mit einer frühen Diagnose eines Krebses Ihre Überlebenswahrscheinlichkeit nicht nur, sondern Sie verdoppeln oder verdreifachen Ihre Chance, den Krebs zu besiegen“, verdeutlicht Soergel.

Neben dem neuen Krebszen­trum besteht seit vielen Jahren ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Brustzentrum Minden-Herford am Universitätsklinikum Minden. Hier werden jährlich etwa 240 Frauen mit Brustkrebs in Minden behandelt.

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