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Ehrenamtskarte: Lübbecke und Rahden vorne dabei – Schlusslicht Preußisch Oldendorf

»Ich hab sie!«

Lübbecke (WB). Ehrenamtlern Wertschätzung entgegenbringen ist das Ziel der Ehrenamtskarte. Seit vergangenem Jahr wird sie auch an Freiwillige im Kreis Minden-Lübbecke ausgegeben.

Angelina Zander und Eva Rahe

Ehrensache« ist für Patrick Bohnhorst, dass er sich häufig mehr als fünf Stunden in der Woche um die Schwimmer des DLRG Espelkamp als Übungsleiter und Ausbilder kümmert. Als Anerkennung hat er sich im vergangenen Jahr die Ehrenamtskarte geholt.

Patrick Bohnhorst ist einer von ihnen. Seit 20 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im DLRG Espelkamp. Warum es gerade der DLRG ist? »Mir hat der DLRG früher viel gegeben. Das möchte ich weiter geben, es tut mir gut.«

Zahlreiche Vergünstigungen

Heute steht Bohnhorst vornehmlich am Beckenrand und gibt jungen Schwimmern als Übungsleiter und Ausbilder Tipps. In seiner Freizeit springt er dann auch selbst ins Wasser. Die Ehrenamtskarte bietet ihm einen erheblichen Vorteil: »Ich nutze die Karte hauptsächlich für die Saisonkarte des Hallenbades Lübbecke«, sagt er. 50 Prozent Ermäßigung erhalte er auf den Preis. Das mache das Angebot attraktiver. Allein 28 Vergünstigungsangebote gibt es in Lübbecke, darunter das Lübbecker Büro- und Schreibwarengeschäft.

Hier sind die meisten Mitarbeiter mit der Ehrenamtskarte vertraut, aber nicht alle: »Das hab ich noch nie gehabt«, sagt Karola Hagemann, als Patrick Bohnhorst ihr die Ehrenamtskarte beim Kauf entgegenstreckt. Sie zieht Kollegin Bettina Hinrichs zu Rate. »Das gibt 12 Prozent«, sagt sie. Mit der Ehrenamtskarte habe man hier häufiger zu tun, sagt Inhaber Andreas Steinkamp, der früher selbst ehrenamtlich tätig war.

Fünf Stunden Einsatz pro Woche

»Wir freuen uns, dass bereits zahlreiche Unternehmen und Organisationen das Projekt unterstützen. Rund 160 Vergünstigungsgeber beteiligen sich in unserem Kreis zurzeit an dem Projekt«, äußert sich auf Anfrage Sarah Golcher vom Kreis Minden-Lübbecke zur Ehrenamtskarte. Vergünstigungen gebe es aber in ganz Nordrhein-Westfalen.

Bohnhorst war einer der ersten, die die Karte bei der offiziellen Vergabe in Minden im September 2018 in Empfang genommen haben. Drei Jahre ist sie nun gültig. »Es ist eine kleine Anerkennung«, sagt der 35-Jährige. Über seine Frau, die beim Kreis arbeitet, habe er damals von der Einführung der Ehrenamtskarte erfahren. »Die geforderten Stunden hatte ich. Für mich sind fünf Stunden in der Woche auch eher wenig«. Also habe er sich entschieden, die Karte zu beantragen.

Aus vielen Bereichen

Das Mindestmaß von fünf Stunden pro Woche erreichten laut Golcher bislang 114 Freiwillige. 197 Ehrenamtler leisten sechs bis zehn Stunden, mehr als elf Stunden sind insgesamt 26 Personen in ihrem Ehrenamt aktiv. Viele seiner Kollegen hätten die Ehrenamtskarte ebenfalls beantragt, berichtet Bohnhorst. 337 Exemplare sind laut Kreis Minden-Lübbecke seit Beginn der Antragsnahme am 1. Juli 2018 ausgegeben worden. In Lübbecke besteht das Angebot seit 2010.

Die Verteilung der ehrenamtlichen Tätigkeiten seien breit gefächert, führt Sarah Golcher aus: »Egal ob die ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel Trainerin oder Trainer im Sportverein sind, sie sich für eine würdige Bestattung und Grabpflege einsetzen, ob sie ehrenamtliche Helferin oder ehrenamtlicher Helfer bei den Tafeln oder in der Jugendarbeit sind, ob sie sich in der freiwilligen Feuerwehr engagieren, beim Deutschen Roten Kreuz oder in der Flüchtlingshilfe – im Kreis Minden-Lübbecke trägt ihr freiwilliges und ehrenamtliches Engagement zu einem gewinnbringenden Zusammenleben bei.«

Rahden kommt gleich nach Minden

Der Kreis hat in einer Statistik die Anzahl der Ehrenamtskarten in den verschiedenen Städten des Kreises Minden Lübbecke erfasst. Die meisten Ehrenamtskarten sind seit dem 1. Juli 2018 in Minden (93 Karten) ausgegeben worden, gefolgt von Rahden (57), Stemwede (31) und Espelkamp (26). In Bad Oeynhausen wurden 21 Ehrenamtskarten ausgegeben. 18 neue Karten wurden in Lübbecke beantragt und verteilt. Zusätzlich gab es 57 Karten, die noch gültig waren und übernommen wurden. Lediglich acht Karten wurden in Hüllhorst ausgegeben. Preußisch Oldendorf bildet mit sieben Karten das Schlusslicht. Insgesamt sind somit im Kreisgebiet 387 Karten in Gebrauch.

Auch wenn das Projekt mit 337 neu ausgegebenen Karten gut gestartet sei, verfolge der Kreis laut Golcher das Ziel, weitere Einwohner für die Ehrenamtskarte zu gewinnen. Die Verfügbarkeit sei nicht begrenzt, sodass Interessierte ihre Anträge stellen könnten.

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