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Pfarrer Klaus Dieter Obach aus Alswede geht in den Vorruhestand

„Ich habe viel gearbeitet und viel gelernt“

Alswede (WB/stl)

20 Jahre lang hat er in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Alswede gewirkt, zuvor war er Krankenhausseelsorger in Dortmund und Münster gewesen: Pfarrer Klaus Dieter Obach verabschiedet sich in den Vorruhestand, den er in Bad Essen verbringen wird.

wn

Pfarrer Klaus Dieter Obach, Seelsorger in der Kirchengemeinde Alswede, verabschiedet sich in den Vorruhestand. Foto:

Der Geistliche blickt zurück auf eine erfüllte Zeit, zum Beispiel auf seine Anfänge im Mühlenkreis: „Da hatte ich viele Dinge zu lernen. Angefangen im Büro über die Friedhofsverwaltung waren auch die regelmäßigen Gottesdienste und Presbyteriumsarbeit Neuland für mich. Mich hat diese Vielfalt der Aufgaben ausgefüllt. Und es hat mich geerdet.“

Weiter sagt er: „In der Seelsorge lernte ich, mich auf Menschen einzulassen, sie ernst zu nehmen, an Gottesdiensten hing viel Herzblut. Auch die Buschkampschule war mir ein wichtiges Anliegen.“ Was ihn umtreibt: „Ich wünsche mir eine Kirche, die eine Sprache spricht, die den Menschen wohltut und sie wertschätzt und sich nicht über sie stellt. Ich wusste nicht schon alles, aber ich bin mit den Menschen auf die Suche gegangen. Ich habe viel gearbeitet und viel gelernt. Als Mensch, der für die Finanzen zuständig ist, musste ich unpopuläre Entscheidungen treffen, und leider ergab manchmal ein Wort das andere, was ich im Nachhinein bedauere. Alswede war eine Gemeinde, in der ich meine Begabungen gut leben konnte.“

Die Zusammenarbeit mit Kirchenmusiker Henrik Langelahn sei sehr bereichernd gewesen: „Er ist ein musikalisches Pfund im Kirchenkreis. Das passte wunderbar zusammen. Mir sind die Lektorengottesdienste, die Passionsandachten, die Gespräche in den Dorfschulen sehr wichtig geworden.“

Obach hat auch Sinn für das Schöne. Das konnten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher ebenso feststellen wie Gäste der Andreaskirche in Alswede. Obach kümmerte sich um die Renovierung der Kirchenfenster. „Es war schön zu sehen, wie viel Entgegenkommen in der Gemeinde zu spüren war. Ohne die große Spendenbereitschaft wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Die Kirche hat eine besondere Ausstrahlung. Die Schönheit der Lichtbrechung in den Fenstern ist ein Wert. Da fängt etwas an zu leuchten.“ Zwei Lehrer stellt Obach heraus: Paul Tillich und Christoph Pieper. Von Tillich sei der Satz hängen geblieben: „Dennoch geliebt!“, von Pieper der seelsorgliche Ansatz.

Vor genau einem Jahr erhielt der Pfarrer seine Krebsdiagnose. Er erläutert: „Die hat mich noch einmal geerdet. Da musste ich viel lernen. Ich gehe mit gutem Gefühl in den Vorruhestand und freue mich auf das Leben in Bad Essen. Gott spricht in dem, was er mir heute vor die Füße legt. Da schaue ich hin. Heute!“

Einen digitalen Abschiedsgottesdienst kann sich der Seelsorger nicht vorstellen: „Es kommen Zeiten, in denen wir uns wieder begegnen können, und dann wird es auch einen Abschiedsgottesdienst geben.“

Pfarrerin Karin Röthemeyer wird ihm auf der Pfarrstelle folgen. Seit dem 1. Februar des vergangenen Jahres ist sie in der Verbundpfarrstelle der Kirchengemeinden Preußisch Oldendorf und Alswede tätig. Zuvor war sie seit 1995 Gemeindepfarrerin in Lichtenau.

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