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Nach der Corona-Pause: Lübbecker Schulen bereiten sich auf Wechselunterricht ab Montag vor

In die Klassenräume zieht Leben ein

Lübbecke

Derzeit gibt es an den heimischen Schulen nur Notbetreuungen und sonst Distanzlernen über das Internet. Doch am Montag soll es wieder los gehen mit richtig persönlichem Unterricht im Klassenraum – zumindest für einen Teil der Schüler, in Wechselmodellen und mit Maskenpflicht. Bei den Lübbecker Schulen ist die Vorfreude darauf groß, wohl wissend aber auch, dass dies in vielen Fällen ein Mehr an Arbeit für die Kollegien bedeuten kann.

Friederike Niemeyer

Symboldbild. Foto: Uli Deck/dpa

Wohl unbestritten habe es Grundschüler besonders schwer, ganz ohne persönliche Kontakte lesen, schreiben und rechnen zu lernen und sich überhaupt erst einmal an den Schulalltag zu gewöhnen.

Grundschulen

Dennoch findet an den Lübbecker Grundschulen seit Weihnachten ausschließlich Distanzunterricht statt, berichtet Silke Gillar, Leiterin des Grundschulverbunds Gehlenbeck-Nettelstedt und zugleich Sprecherin aller Lübbecker Grundschulen. „Ab nächster Woche starten wir mit einem Wechselmodell. Wir haben uns für einen täglichen Wechsel entschieden“, sagt Gillar.

Hintergrund ist, dass das NRW-Schulministerium zwar alle Grundschulkinder wieder im Präsenzunterricht haben möchte, aber jeweils nur die Hälfte der Zeit. Diese gerechte Halbierung muss gewährleistet sein, die konkrete Ausgestaltung bleibt den Schulen überlassen. Wie Silke Gillar berichtet, werden die Klassen in eine A- und eine B-Gruppe aufgeteilt und immer eine Gruppe kommt in die Schule, die andere lernt zu Hause nach vorbereiteten Aufgaben. „Diese Vorbereitung kann schon an den Präsenztagen laufen, so dass die Kinder zu Hause weniger Betreuung brauchen“, sagt Silke Gillar. Das sei eine Entlastung für alle Beteiligten.

Die Grundschulpädagogin freut sich, dass nun ein großes Stück Normalität bei den Fünf- bis Zehnjährigen Einzug halten könne, und auch den Lehrerinnen und Lehrern habe das Leben im Schulgebäude gefehlt.

Voraussetzungen für Digitalunterricht seien an den Lübbecker Grundschulen sehr unterschiedlich, erläutert Gillar. Dennoch habe jede Schule mit viel Einsatz Wege gefunden, mit den Schülern in einen Austausch zu kommen.

Stadtschule

Auch an der Lübbecker Stadtschule habe man sich mit dem Online-Lernen jetzt im zweiten Lockdown gut arrangiert, sagt Schulleiterin Anke Schrader. Ein Grund dafür sei auch, dass mittlerweile die Tablet-Computer aus dem entsprechenden Landesprogramm eingetroffen seien: 70 für das Kollegium, das damit versorgt sei, und 109 für Schüler, die keinen Computer daheim zur Verfügung haben. 129 Geräte seien bestellt gewesen. Doch auch dieser Bedarf werde wohl steigen, meint Anke Schrader. „Ein Gerät für drei Geschwister, um mal ein Beispiel zu nennen, das stellt sich doch als sehr schwierig heraus.“

Von Montag an sind dann die Zehntklässler wieder in der Schule am Wiehenweg präsent, um sich auf ihre Prüfungen im Frühjahr vorbereiten zu können. „Wir machen einen wöchentlichen Wechsel. So können wir den ganzen Stundenplan abbilden“, erläutert die Schulleiterin. Für die anderen Jahrgangsstufen wird es vorläufig beim Distanzlernen bleiben. Im Schulgebäude gibt es nur ein Betreuungsangebot ohne regulären Unterricht.

Wittekind-Gymnasium

Solch eine Notbetreuung gibt es für den fünften und sechsten Jahrgang auch weiterhin am Wittekind-Gymnasium. Dazu besteht die Möglichkeit für die älteren Schülerinnen und Schüler, in ruhiger schulischer Umgebung („study hall“) am Distanzunterricht teilzunehmen. Doch für die Abiturienten (Q2) und den Jahrgang darunter (Q1) mit seinen ebenfalls schon abiturrelevanten Klausuren beginnt am 22. Februar der Präsenzunterricht, ebenfalls in einem Präsenzmodell.

Wie Schulleiter Dr. Eberhard Hagemeier erläutert, sei man aber – Stand Montag – noch in der „Findungsphase“, wie dies am besten laufen könne. Denn: „Bei uns ist das schwierig wegen des Kurssystems.“ So sei es für die eigentlichen Abiturienten sinnvoller, die Abi­fächer in den Präsenzunterricht zu legen und die Ergänzungsfächer online zu unterrichten, wie auch immer sich das praktisch umsetzen lasse. Für die Stufe Q1 sei hingegen ein tägliches Wechselmodell angedacht, wie es auch dann fortgeführt werden könne, wenn im Zuge von Lockerungen weitere Jahrgänge hinzukämen. „So können wir den Schülern Aufgaben mitgeben, damit wir auch aus dieser Flut von Videokonferenzen herauskommen“, sagte Hagemeier. „Das Online-Unterrichten ist wesentlich belastender als Präsenzunterricht.“ Es müsse vermieden werden, dass die Kollegen neben dem Unterricht mit der einen Gruppe in der Klasse die andere Gruppe auch noch online unterrichten.

Technisch sei auch das Gymnasium gut für den Digitalunterricht ausgestattet, sagte der Schulleiter. Die Zufriedenheit sei sogar durch eine Evaluation bestätigt worden: Von Eltern und Schülern gab es trotz Anfangsschwierigkeiten eine „2-“, so Hagemeier.

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