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Diakonie sieht derzeit keine Perspektiven für Treff im Alten Amtsgericht – Kreisjugendamt einbezogen

Jugendbistro bleibt geschlossen

Lübbecke

Das Jugendbistro „OTé“ im Alten Amtsgericht wird in dieser Form 2021 nicht wieder öffnen. Auch nicht nach dem Corona-Lockdown.

Friederike Niemeyer

Die Diakonie Lübbecke als Träger der dortigen offenen Jugendarbeit will vorerst nicht weitermachen.

Lutz Schäfer, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Lübbecke, berichtete im zuständigen Ausschuss für Jugend und Sport, dass das OTé nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 nicht wieder an die ersten Erfolge habe anknüpfen können. Der Treff für Schüler von etwa acht bis 16 Jahren war erst im Januar eröffnet worden, aber gut angelaufen. Auch habe es diverse digitale Angebot gegeben. „Doch die Bindung der Jugendlichen an die Einrichtung ist über den Lockdown verloren gegangen.“ Auch habe sich gezeigt, dass die Schüler und Jugendlichen kein großes Interesse an einem Treffpunkt hätten, der zwangsläufig Maske und Abstand erfordere. Die Diakonie habe sich dann an die Stadt Lübbecke gewandt, um den Treff zu schließen.

Diakonie-Geschäftsführer Lutz Schäfer

Schäfer fügte an: „Wir sollten jetzt die Chance nutzen, genau zu prüfen, was die Jugendlichen brauchen.“ Auch wenn die Leiterin des Treffs inzwischen anderweitig bei der Diakonie beschäftigt sei, stehe die Diakonie weiter für diese Arbeit zur Verfügung.

Der CVJM hatte 2010 mit einer offenen Arbeit für Jugendliche und junge Erwachsene in den Räumen der „Letzten Instanz“ im Alten Amtsgericht begonnen. Der Treff, zuletzt mit dem Namen Court 5, wurde dann 2017 vom Träger geschlossen, nachdem es politische Querelen um die Finanzierung und personelle Ausstattung gegeben hatte. Noch im selben Jahr formierte sich ein Kreis von Ehrenamtlichen um Bernd Porps. Zusammen mit der Diakonie und bei Fokussierung auf Schülerinnen und Schüler wollte man einen Neuanfang schaffen. Bis zur Klärung aller organisatorischen Fragen verging dann allerdings viel Zeit, eben bis Januar 2020.

Jetzt, nach der erneuten Schließung soll das Gespräch mit dem zuständigen Kreisjugendamt aufgenommen werden. „Ergebnisoffen“, betonte Bürgermeister Frank Haberbosch. Das Alte Amtsgericht sei seiner Meinung nach nicht als Standort gesetzt. Weitere Jugendarbeit neben dem JaM könnte auch außerhalb der Innenstadt sinnvoll sein, sagte Haberbosch.

Hauptdezernent Philipp Knappmeyer

Bernd Sasse-Westermann (Lübbecke konkret) fühlte sich durch die neuen Fakten bestätigt: „Bei der Diskussion damals um das Court 5 hatten wir einen Streetworker gefordert. Aber es sollten ja Erzieher die Arbeit machen.“ Jetzt sei „das Ding vor die Wand gefahren“. Ihm wäre es am liebsten, der CVJM erhielte ordentlich Geld und könnte diese Arbeit wieder mitübernehmen.

Michael Hafner (SPD) erinnerte daran, dass die Diakonie damals eingesprungen war und die Arbeit so überhaupt nur aufrecht erhalten werden konnte. Er rief dazu auf, nach vorne zu schauen. „Eine einzelne Mitarbeiterin kann das kaum leisten, und auch die Räume sind ungünstig.“ Michael Biesewinkel (CDU) äußerte die Sorge, dass es zu lange dauern könnte, jetzt erst eine neue Konzeption zu entwerfen. „Wenn, dann sollte das so rasch passieren, dass wir den Jugendlichen sofort nach Corona ein Angebot machen können.“

Hauptdezernent Philipp Knappmeyer beruhigte in diesem Punkt: „Wir wollen nicht jahrelang rumkonzeptionieren, sondern auf die Tube drücken. In der nächsten Sitzung am 30. August solle entschieden werden.“

Auch am Jugendzentrum am Markt (JaM) läuft derzeit nicht alles rund. Die Sonntagsöffnung soll aber wieder ermöglicht werden, beschloss der Ausschuss (Bericht folgt).

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