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Kritik an Demonstration am 9. November

Kirche schreibt an jüdische Gemeinde

Minden/Lübbecke (WB/wk). Nach dem Anschlag auf eine jüdische Synagoge in Halle hat der Evangelische Kirchenkreis Minden eine Solidaritätsbekundung an die Jüdische Gemeinde in Minden gerichtet.

Seit Mittwochnachmittag wird auch die Mindener Synagoge von der Polizei bewacht. Foto: Hans-Jürgen Amtage

Darin schreiben Superintendent Jürgen Tiemann und Stellvertreter Bernhard Speller: »In demütigem Gedenken an die jüdischen Mitbürger, die durch die Schuld unserer Vorfahren in vielen Jahrhunderten litten und durch den Holocaust während des Nationalsozialismus ermordet wurden, sehen wir jetzt eine große Verpflichtung, Ihnen unseren Beistand in diesen Zeiten neuer Angst vor Bedrohung und Anschlägen zuzusagen.«

Bernhard Speller erklärte am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er »erschüttert« über den Anschlag in Halle sei: »Vor ein paar Jahren wäre so etwas nicht denkbar gewesen.« Speller, der elf Jahre lang Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Minden war, kritisierte in diesem Zusammenhang die geplante Demonstration der Partei »Die Rechte« in Bielefeld am 9. November, dem Gedenktag zur Reichspogromnacht. »Dass das Verwaltungsgericht diese Demonstration von Holocaust-Leugnern genehmigt hat, bekommt jetzt noch eine ganz neue Dimension.«

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