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Kreis befürchtet Überschreitung der 35er-Inzidenz – MKK verschärfen Besuchsregeln

Krisenstab in Bereitschaft

Lübbecke/Minden (WB/vw). Der Corona-Krisenstab des Kreises bereitet sich aktuell darauf vor, dass auch im Kreisgebiet die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – die sogenannte Wocheninzidenz – den ersten Grenzwert von 35 überschreiten könnte. Der Wert für den Kreis Minden-Lübbecke lag am Freitag bei 28, Tendenz steigend.

Die Mühlenkreiskliniken haben auch für das Krankenhaus Lübbecke neue, verschärfte Besuchsregelegungen festgelegt. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen darf nur noch eine Vertrauensperson pro Patient als Besucher in das Gebäude. Foto:

In ganz NRW gilt rechtlich verbindlich und damit maßgeblich für weitere Maßnahmen der Wocheninzidenz-Wert des Landeszentrums Gesundheit (LZG). „Wir verfolgen die Lage aufmerksam und werden umgehend informieren, sobald dieser Wert erreicht wird“, sagt der stellvertretende Krisenstabsleiter Hans-Joerg Deichholz. An das LZG meldet der Kreis Minden-Lübbecke jeden Tag die aktuellen Fallzahlen.

Der beim LZG aufgeführte Wert der Wocheninzidenz ist für den Kreis Minden-Lübbecke der maßgebliche Wert, an den sich bei Überschreitung gegebenenfalls notwendige weitere Konsequenzen anschließen würden. Die wesentlichen Maßnahmen, die dann auf den Kreis zukommen werden, sind vom Land NRW bereits festgelegt. Dies betrifft unter anderem die Zahl der Teilnehmer an Familienfeiern. Zurzeit prüft der Krisenstab, ob – wie in vielen anderen Kreisen bereits geschehen – auch im Kreis Minden-Lübbecke weitere zusätzliche Maßnahmen angeordnet werden sollten. Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt sind ohnehin an allen Wochenenden im Einsatz und der Krisenstab wird sich ebenfalls am Wochenende bereithalten.

MKK schränken Besuche ein

Aufgrund der steigenden Covid-19-Infektionszahlen ändern die Mühlenkreiskliniken (MKK) für das Krankenhaus Lübbecke, das Krankenhaus Bad Oeynhausen, das Krankenhaus Rahden, das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit und die Auguste-Viktoria-Klinik die Besuchsregelung. Künftig ist nur noch eine Vertrauensperson pro Patient als Besucher zugelassen. Im Johannes-Wesling-Klinikum in Minden wurde diese Regelung bereits in der vergangenen Woche eingeführt.

Im Krankenhaus Lübbecke ist wie zuvor eine telefonische Anmeldung des Besuchs unter der Rufnummer 05741/35-0 notwendig. In der Regel wird die Vertrauensperson vom Patienten bei der Aufnahme angegeben. Die benannte Person darf den Patienten pro Tag für eine Stunde besuchen. Die Besuchszeiten sind von Montag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Vor dem Betreten der Krankenhäuser muss sich die Besuchsperson registrieren und einem Gesundheitsscreening unterziehen. Zudem wird mit einem kontaktlosen Fiebermessgerät die Köpertemperatur gemessen, um eine Infektion bestmöglich auszuschließen. Weiterhin muss während des gesamten Besuchs ein sauberer Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Eine frische Maske wird von den Mühlenkreiskliniken unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Risiko minimieren

Die Besuchsregelung gilt für die Normalstationen. Aufgrund der möglichen Infektionsgefahr sind Besuche auf den Corona-Infektionsstationen weiterhin nicht möglich. Auf den Intensivstationen und der Palliativstation können individuelle Lösungen mit den Stationsleitungen vereinbart werden. Schwangere Frauen dürfen im Kreißsaal weiterhin von einer Person begleitet werden. Im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) am Johannes-Wesling-Klinikum dürfen Kinder ebenfalls von einem Elternteil ohne zeitliche Einschränkung begleitet werden. Zudem sind Besuche bei medizinischer Notwendigkeit möglich. Hierüber entscheidet der behandelnde Arzt im Einzelfall.

„Diese erneute Einschränkung des Besuchs ist uns nicht leichtgefallen. Die aktuelle pandemische Lage zwingt uns aber, das Risiko für die Patientinnen und Patienten, aber auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu minimieren. Jede Person mehr, die Zutritt auf einer Station hat, vergrößert das Infektionsrisiko für alle anderen. Deshalb müssen wir die Anzahl der Besucher begrenzen. Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme“, erklärt der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene Dr. Peter Witte. Gleichzeitig bittet er darum, auch die erlaubten Besuche auf ein Minimum zu reduzieren. „Gerade bei kurzen Krankenhausaufenthalten sollte jeder prüfen, ob ein Besuch notwendig ist“, sagt Witte.

Im Gegenzug wird am Mittwoch, 28. Oktober, das Betretungsverbot für Besucher aus inländischen Risikogebieten aufgehoben. „Da inzwischen große Teile Nordrhein-Westfalens und zunehmend mehr Regionen in Deutschland zu Risikogebieten erklärt werden und auch bei uns die Fallzahlen steigen, ist eine Beschränkung nicht mehr sinnvoll“, erklärt Dr. Peter Witte.

Ab sofort

Die neue Regelung gilt ab sofort. Für bereits aufgenommene Patienten gilt eine Übergangsphase bis Mittwoch, 28. Oktober. Um das Screening und die Registrierung möglichst reibungslos zu gestalten, ist es wünschenswert, dass Besucher die Selbstauskunft bereits zu Hause ausfüllen. Das Formular steht auf der Homepage der MKK zum Download bereit

In welcher Gefährdungsstufe welche Maßnahmen greifen, ist auf der Seite des NRW-Gesundheitsministeriums zu finden: https://

Die aktuelle Wocheninzidenz für den Kreis Minden-Lübbecke können Bürger beim Landeszentrum Gesundheit abfragen.

Aktuelle Zahlen im Kreis

Das Kreis-Gesundheitsamt hat am Freitag 178 aktive Corona-Fälle gemeldet, das sind 17 mehr als am Vortag. Die Kommunen im Einzelnen: Bad Oeynhausen 44 (+7), Espelkamp 20 (+3), Hille 7 (+/-0), Hüllhorst 4 (+2), Lübbecke 5 (+1), Minden 52 (+2), Petershagen 10 (-1), Porta Westfalica 10 (+1), Preußisch Oldendorf 12 (-1), Rahden 5 (+2); Stemwede 9 (+1). Die Wocheninzidenz vom LZG lag bei 28.

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