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Facebook-Trend auch hier beliebt – Manuela Martens verewigt Wahrzeichen der Stadt

Lübbecke sucht Steine

Lübbecke (WB). Der Bierbrunnen und die Stadtmauer am Burgmannshof prägen Lübbeckes Stadtbild. Manuela Martens hat diese beiden Wahrzeichen nun künstlerisch auf einem Stein vereint und geht damit einem aktuellen Trend nach: Steine bemalen, sie in der Stadt verstecken und hoffen, dass sie jemanden glücklich machen.

Freya Schlottmann

Die Wahrzeichen von Lübbecke hat Tattookünstlerin Manuela Martens auf einem Stein vereint und in der Stadt versteckt. Wer ihn findet, soll ein Foto davon in der Facebook-Gruppe »LKiesel« posten und den Stein erneut verstecken. Foto: Freya Schlottmann

Auf der Social-Media-Plattform ist dieses Vorgehen bereits seit einigen Wochen absoluter Trend und begeistert immer mehr Menschen. In verschiedenen Gruppen finden sich bei Facebook Gleichgesinnte zusammen, die Steine bemalen, sie in verschiedenen Städten verteilen und ihre Funde in den Gruppen mitteilen. »Ich bin auch über Facebook darauf gekommen und fand die Idee eine tolle Sache«, sagt Manuela Martens, die in Lübbecke wohl eher unter ihrem Spitznamen »Peppi« bekannt ist und das gleichnamige Tattoostudio an der Niedernstraße betreibt.

»Kindness Rocks Project« stammt aus den USA

Der Trend der bunten Steine stammt ursprünglich aus den USA. Dort gibt es das »Kindness Rocks Project« (deutsch: Freundliche-Felsen-Projekt) bereits seit 2015 und ist die Idee der Autorin Megan Murphy gewesen. Die bemalten oder beschrifteten Steine können ihr zufolge sowohl als Aufheiterung oder guter Zuspruch für den jeweiligen Finder sowie als Aktivität für jedermann dienen. In Deutschland begeben sich vor allem im Norden des Landes mittlerweile tausende freiwillige Steinkünstler vermehrt auf die Suche nach den kleinen Kunstwerken. Die Facebook-Gruppe »Küstensteine« beispielsweise zählt bereits mehr als 25.000 Mitglieder.

Auch wenn die Lübbecker Gruppe »LKiesel« im Vergleich dazu erst 146 Mitglieder zählt, begeistern sich auch hier täglich mehr Leute für dieses außergewöhnliche Hobby und lassen ihrer Kreativität freien Lauf.

Genau das ist laut Manuela Martens auch einer der Gründe dafür, warum sich so viele an der Aktion beteiligen. Denn: »Jeder kann mitmachen, egal wie gut man malen kann.« Darüber hinaus sieht sie es auch als Vorteil, dass die Menschen dadurch viel bewusster auf ihre Umwelt achten würden. »Es verbindet die Onlinewelt mit der realen. Die Leute gehen dadurch mit offeneren Augen durch die Stadt und richten vielleicht seltener mal die Augen auf das Handy«, erklärt Manuela Martens. Zudem könne man mit den Steinen vielen Leuten eine kleine, unerwartete Freude bereiten, sagt die 38-Jährige.

So geschehen beispielsweise bei einem Fan des TuS N-Lübbecke. Für den heimischen Handballverein hat die Tattookünstlerin vor kurzem nämlich ebenfalls einen Stein bemalt. »Handballer Valentin Spohn ist Spielerpate für das Tattoostudio und hat den Stein für uns in der Stadt versteckt«, erzählt »Peppi«. Ein Fan des Handballvereins sei die glückliche Finderin des Steins geworden. »Und den will sie nun nicht mehr hergeben«, berichtet Manuela Martens.

Steine sollen umweltfreundlich gestaltet werden

Mit dem »Lübbecke-Stein« will die 38-Jährige nun weiteren Menschen eine Freude bereiten. »Ich dachte mir, ich male etwas mit Lübbecker Bezug drauf und habe mich dann für den Bierbrunnen und die Stadtmauer entschieden«, sagt »Peppi«. Etwa zwei bis drei Stunden habe es gedauert, den Stein zu bemalen. Als Vorlage habe sie sich dafür lediglich ein paar Bilder der auserwählten Motive im Internet angeschaut. Der Rest sei dann freihand entstanden.

Konkrete Vorgaben für die Bemalung eines Steins gibt es laut Manuela Martens nicht. »Am besten ist es, die Steine mit Acrylfarbe zu bemalen. Die ist wetterbeständiger.« Ansonsten sei es nur wichtig, dass kein Glitzer oder andere Teile auf dem Stein angebracht werden, die eventuell abgehen und schädlich für Umwelt oder Tiere sein könnten.

»Und man sollte die Steine an einem geeigneten Ort ablegen, wo sie nicht beschädigt und natürlich auch gefunden werden können«, erklärt die 38-Jährige, die in Blasheim wohnt.

Den »Lübbecke-Stein« hat Manuela Martens kürzlich ebenfalls in der Stadt platziert. Wer ihn findet, soll ein Foto davon machen und dieses in der Facebook-Gruppe »LKiesel« posten, so ihr Wunsch. Damit die gefundenen Steine noch weiteren Menschen eine Freude machen können, gilt es, diese ebenfalls wieder zu verstecken.

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