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Andreas Hillerkus hat 25 Jahre lang getüftelt – Patente angemeldet, Investor gesucht

Lübbecker erfindet das Bett neu

Lübbecke (WB). Das Bett hat eine lange Geschichte. Schon in der Bronzezeit haben sich Menschen Liegemulden im Erdboden gebaut. Das belegen Funde in Wohngruben. In der Antike legten Römer und Griechen etwas mehr Wert auf Bequemlichkeit. Nun hat ein Tüftler aus Lübbecke das Bett neu erfunden. Die Konstruktion von Andreas Hillerkus (50) besteht aus 3000 Einzelteilen.

Kai Wessel

Andreas Hillerkus liegt auf seiner Erfindung. 25 Jahre lang hat der Werkzeugbauer aus Lübbecke an der Entwicklung dieses Bettes gearbeitet. Foto: Kai Wessel

25 Jahre Entwicklung

Die Entwicklung dauerte 25 Jahre. Ursprünglich sollte es gar kein Bett werden. »Ich wollte eigentlich nur einen neuen Lattenrost entwickeln. Jetzt ist es ein Bett geworden«, sagt Hillerkus. In seiner Erfindung stecken zahlreiche Neuerungen, die er beim Patentamt in München angemeldet hat.

Die Konstruktion des Werkzeugbauers ist fernab aller Entwicklungen, die als handelsüblich gelten. Der Schlafende bettet sich auf vielen kleinen Kunststoff-Wippen. Insgesamt sind an der Oberfläche 320 kleine Wippen verbaut, hinzu kommen 280 bewegliche Bindeglieder. Sie sollen das Gewicht des Menschen optimal aufnehmen. Dank Spezialfedern schwingen die Kunststoffwippen zurück in ihre Ausgangsposition, sobald man sie entlastet. Der Härtegrad kann elektromechanisch verstellt und je nach Wunsch angepasst werden. Diese Aufgabe übernehmen fünf Elektromotoren.

Keine Matratze notwendig

»Wer sich in diesem Bett schlafen legt, benötigt keine Federkernmatratze. Da genügt eine dünne Auflage«, sagt Andreas Hillerkus. Er hat das Bett ausgiebig getestet: »Man liegt sehr bequem.« Seine Entwicklung würde darüber hinaus ideal für Allergiker sein, sagt der Erfinder.

Dass es so lange dauerte, bis er das Bett neu erfinden konnte, sei in der Materialwahl begründet gewesen. Bei seinen ersten Versuchen experimentierte Hillerkus noch mit Holz: »Das funktionierte nicht gut. Es hielt nicht lange.« Auf dem Weg zur optimalen Lösung waren Metall und Kunststoffe aus Polypropylen notwendig. Die Konstruktion habe dadurch erheblich an Stabilität gewonnen, sagt der Erfinder.

Viele Erfinder in der Familie

In der Familie von Andreas Hillerkus ist Erfindungsreichtum nichts Neues. Sein Vater entwickelte einst einen Kegelaufstellautomaten (ging in Serie) und einen von zwei Seiten aufblasbaren Fahrradschlauch, und sein Großvater eine Haaarnadelbiegemaschine. Auch sein Urgroßvater galt als genialer Tüftler.

Andreas Hillerkus hofft nun, dass er einen Investor für sein Bett findet: »Ich glaube, dass es neue Standards setzen wird, wie Flachbildschirme, LED-Lampen oder Elektro-Autos.«

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