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Viele Arbeitnehmer kamen 2018 im Vergleich zu Vorjahren nach Lübbecke

Mehr Pendler im Mühlenkreis

Lübbecke (WB). Die Zahl der Berufspendler in den Kreis Minden-Lübbecke hat einen neuen Höchststand erreicht. 79.000 Erwerbstätige sind im vergangenen Jahr regelmäßig zum Arbeiten in den Mühlenkreis gekommen. Auch in Lübbecke sind die Pendlerzahlen angestiegen.

Freya Schlottmann

Viele Erwerbstätige pendeln regelmäßig in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zum Arbeiten – so auch in Lübbecke. Foto:

Im Vergleich zum Jahr 2000 seien laut einer Auswertung des Bundesinstitutes für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vergangenes Jahr 17.000 Menschen mehr in den Mühlenkreis zum Arbeiten gekommen. Damals seien es noch 62.000 Menschen gewesen. Das entspreche einem Anstieg von 28 Prozent.

Spitzenreiter unter den Städten, in die die so genannten Einpendler im Kreis kommen, sind weiterhin Minden (22.900) und Bad Oeynhausen (15.060). Auf Platz drei in der Statistik reiht sich Lübbecke mit einer Einpendlerzahl von 9300 Personen ein. Insgesamt kommt die Stadt Lübbecke laut Claus Buschmann, Wirtschaftsförderer der Stadt Lübbecke, auf etwa 14.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer.

Lübbeckes Wirtschaft zieht die Arbeitnehmer an

Die meisten Arbeitnehmer, die im Jahr 2018 nach Lübbecke gependelt sind, kommen laut dem BBSR aus Espelkamp (1880), gefolgt von Preußisch Oldendorf (960) und Hüllhorst (810).

Claus Buschmann begründet diesen Anstieg mit der »florierenden Wirtschaft«, die Lübbecke vorzuweisen hat. »Das zeigt sich auch daran, dass viele Unternehmen hier immer händeringend nach Fachkräften suchen«, sagt Buschmann. Zu den Top-Arbeitgebern in Lübbecke zählen weiterhin Gauselmann (etwa 1000 Beschäftigte), IMA (etwa 800 Beschäftigte) und Westfleisch (etwa 750 Beschäftigte).

Diese Vielzahl von auswärtig wohnenden Arbeitnehmern in Lübbecke bringe laut Claus Buschmann noch einen weiteren Vorteil mit sich: »Jeder der herkommt, geht häufig auch hier nach der Arbeit noch einkaufen, lässt etwas Geld hier und kurbelt dadurch wieder die Wirtschaft hier an«, sagt Claus Buschmann.

Lübbecker pendeln auch in Nachbarkommunen

Auf der Gegenseite sei laut der Statistik des BBSR aber auch die Anzahl der Auspendler angestiegen, die in Lübbecke wohnen und täglich in eine andere Stadt zum Arbeiten fahren. Im Jahr 2000 lag diese Anzahl noch bei 4640 Personen. Im Jahr 2018 waren es dagegen schon 6630 Erwerbstätige. Die meisten von ihnen bleiben allerdings im Mühlenkreis: Auf Platz eins der Arbeitsorte außerhalb der Heimat Lübbecke steht nämlich Espelkamp (1240 Pendler). Danach folgen Minden (720 Pendler) und Bad Oeynhausen (460 Pendler). Dort sind vor allem die Krankenhäuser starke Arbeitgeber.

Dieser Anstieg der Auspendler ist auch im gesamten Kreis Minden-Lübbecke zu verzeichnen. Wo 2000 noch etwa 60.000 Menschen aus dem Mühlenkreis zu ihrer Arbeitsstelle in einen anderen Kreis gependelt sind, sind es laut dem Bundesinstitut im vergangenen Jahr etwa 77.000 Menschen gewesen.

Laut der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) gebe es bei den Pendlerzahlen einen bundesweiten Trend nach oben. »Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit«, teilt die IG Bau mit. Sabine Katzsche-Döring, Bezirksvorsitzende der IG Bau OWL bezeichnet diese Zahl als einen »alarmierenden Trend«. Ein Grund dafür seien die hohen Mietpreise in Großstädten, die viele Arbeitnehmer ins Umland ziehen lassen und sie zu Pendlern machen würden.

CO2-Emissionen durch Berufspendler im Mühlenkreis nur marginal

Auf den Kreis Minden-Lübbecke trifft das nicht grundsätzlich zu, da viele Arbeitnehmer, die in eine andere Stadt zur Arbeit pendeln, zum Großteil aus Nachbarkommunen kommen.

Die IG Bau kritisiert vor allem die teilweisen Strecken von mehr als 50 Kilometern, die laut der Statistik des BBSR viele Arbeitnehmer in Kauf nehmen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Nicht nur lange Staus und überfüllte Züge seien laut IG Bau eine Folge, sondern auch der Anstieg von CO

-Emissionen. »Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO

-Emissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs«, heißt es von Seiten der IG Bau.

Laut Claus Buschmann sei der CO

-Ausstoß der Berufspendler im Kreis Minden-Lübbecke im Gesamtrahmen eher marginal. Schließlich kämen die meisten Arbeitnehmer aus dem nahen Umkreis. »Außerdem befinden wir uns im ländlichen Raum. Der ÖPNV ist nicht so gut wie in Großstädten. Die Leute hier sind auf ihr Auto angewiesen und das wird sich wohl auch nicht ändern«, sagt Buschmann.

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