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Kinderpsychiatrie: Landtagsabgeordnete schaltet sich ein

Minden bevorzugt?

Minden/Lübbecke (WB). Die Lübbecker Ratsfraktionen sind sich einig: Besteht die Möglichkeit eine kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtung in den Kreis zu holen, dürfe nicht an Lübbecke vorbei geplant werden. Das ist im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag mehr als deutlich geworden. Der Sozialdezernent des Kreises, Hans-Joerg Deichholz bestätigte auf Anfrage, dass Minden als Standort im Gespräch sei.

Friederike Niemeyer

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bad Salzuflen: Um den Standort für eine Dependance im Mühlenkreis hat sich Streit entzündet. Foto:

Land NRW trifft die Entscheidung

»Es läuft beim NRW-Gesundheitsministerium ein neues Verfahren zur Krankenhausplanung«, sagte Deichholz. »Das Klinikum Lippe wird ein Konzept vorlegen.« Die Entscheidung läge beim Land und sei nicht vor März 2019 zu erwarten.

Land favorisierte Lübbecke

Wie berichtet, geht es darum, mehr stationäre und ambulante Plätze für psychisch kranke Kinder und Jugendliche in den Kreisen Lippe, Herford und Minden-Lübbecke anzubieten. Dies hat eine Vorgeschichte bis ins Jahr 2015 zurück. Und noch vor einem Jahr hatte sich das Klinikum Lippe, das die Versorgung derzeit zentral in Bad Salzuflen leistet, für eine Dependance in Lübbecke ausgesprochen. So sahen das die Pläne des Landes für eine wohnortnahe Behandlung vor, zu denen es bereits einen Feststellungsbescheid gab.

Der Kreistag wiederum entschied sich 2017 gegen eine dezentrale Lösung und votierte aus fachlichen Gründen dafür, den Standort Bad Salzuflen aufzustocken. Einer Klage gegen die Landespläne wurden aber wenig Chancen eingeräumt. Die Hoffnung war, dass eine neue Landesregierung wieder auf den zentralen Ansatz bauen könnte. Dies ist nicht der Fall.

Standort am Klinikum

Der Kreis hält nun einen Standort am Klinikum Minden in unmittelbarer Nähe der dortigen medizinischen Kinderklinik für geeignet. »Für Lübbecke würde sich die Situation so weder verbessern noch verschlechtern«, sagt Dezernent Deichholz. Er habe ausschließlich die bestmögliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit ihren schweren Problemen im Blick.

Die Lübbecker Politik hingegen fühlt sich übergangen. Die Fraktionen haben aus dem Kreistag erfahren, dass es im dortigen Ältestenrat – nicht öffentlich – bereits Weichenstellungen zugunsten von Minden gegeben habe.

Abgeordnete soll aktiv werden

Die heimische CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann, die sich in Düsseldorf auf Wunsch der Lübbecker Politik für eine Dependance in Lübbecke stark machen soll, war Freitag bereits im Bilde über die Diskussion. »Jede Maßnahme, die unseren Krankenhausstandort Lübbecke-Rahden stärkt, unterstütze ich«, sagte sie. Gleichzeitig bedauerte sie den Streit. »Man sollte sich an einen Tisch setzen und die Argumente austauschen.«

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